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KVB | Kölner Verkehrs-Betriebe AG

Für mehr SicherheitKVB testet digitale Abbiegeassistenzsysteme für Busse

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In der Probephase werden zehn Busse im Linienbetrieb damit ausgestattet.

Um die Sicherheit des Busbetriebes weiter zu erhöhen und potenzielle Unfallrisiken für Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Rad-, Roller- oder E-Scooterfahrer so weit wie möglich zu reduzieren, testet die KVB derzeit unterschiedliche Abbiegeassistenzsysteme. Sie sollen den Fahrern ermöglichen, den beim Rechtsabbiegen im Spiegel nicht einsehbaren toten Winkel zu überblicken und entsprechend zu reagieren, wenn sich dort eine Person befindet.

Zehn Busse werden ausgerüstet

In der Vergangenheit waren die Leistungsfähigkeit und damit der Nutzen der bis dahin auf dem Markt angebotenen Systeme als nicht ausreichend erachtet worden. Inzwischen gibt es eine Vielzahl verbesserter Neuentwicklungen. Drei Systeme der Hersteller Rosho, Luis und Mobileye werden nun nach einer Vorauswahl in den kommenden drei Monaten in fünf Solo- und fünf Gelenkbussen im Linienbetrieb der KVB getestet.

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Die Fahrzeuge sind dann für Fußgänger besser zu hören.

Kameras gegen den toten Winkel

Alle drei Abbiegeassistenten arbeiten mit Weitwinkelkameras, die an der rechten Seite der Busse in Dachhöhe montiert werden. Zwei übertragen das reale Bild aus dem toten Winkel direkt auf den Monitor, der nahe dem Außenspiegel montiert ist, das dritte System wertet die Situation direkt aus und warnt den Fahrer mit Symbolen (z.B. einem roten Männchen) vor bestehenden Gefahren. Ausschlaggebend dafür, welches Assistenzsystem letztlich das Rennen macht, werden die Bewertungen der Fahrer sein, die während der Testphase regelmäßig befragt werden und ihre in der Praxis gemachten Erfahrungen einbringen.

Ab 2024 werden Systeme Pflicht

Nach Abschluss der Testphase wird entschieden, ob und mit welchem digitalen Abbiegeassistenten rund 250 Busse der KVB ausgerüstet werden. Gemäß EU-Verordnung 2019/2144 müssen ab Juli 2022 alle neuen Fahrzeugtypen und ab Juli 2024 alle neuen Fahrzeuge mit einem Abbiegeassistenten ausgestattet sein. Busse, die bereits von der KVB bestellt sind und die 2021 ausgeliefert werden, könnten bereits werkseitig mit der entsprechenden Technik bestückt sein.

E-Busse künftig mit Fahrgeräuschen

E-Busse fahren normalerweise geräuschlos. Ein Vorteil, der sich in das Gegenteil verkehren kann, wenn man das herannahende Fahrzeug nicht hört. Besonders für blinde und sehbehinderte Menschen birgt dies ein erhebliches Gefahrenpotenzial. Aus diesem Grund hat die KVB ihre bisher bereits im Einsatz befindlichen neun E-Busse, die die Linie 133 befahren, mit AVAS ausgestattet, einem Acoustic Vehicle Alerting System. Damit werden – entsprechend einer EU-Verordnung –  bis zu einer Geschwindigkeit von circa 20 km/h künstliche Fahrgeräusche erzeugt. Diese Anforderung wird von den KVB-Bussen ab sofort erfüllt. Als die Verkehrs-Betriebe die E-Busse 2016 anschafften, gab es entsprechende Systeme noch nicht. Alle weiteren E-Busse, die die KVB geordert hat oder in Zukunft anschaffen wird, werden bereits ab Werk mit einem AVAS-System ausgestattet und müssen nicht mehr nachgerüstet werden.