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LeserbriefeWie sollen Eltern das Chaos mit Pooltests stemmen?

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Ein "Lolli-Test"-Set (PCR-Pooltest) in einer Grundschulklasse

Ungeplante Quarantäne – Kaum hat die Schule begonnen, sitzen viele Schülerinnen und Schüler schon wieder zu Hause, weil die Testergebnisse auf sich warten lassen (13.1.)

Späte Testergebnisse, verloren gegangene Tests und Fehlzeiten in der Schule

Ich habe zwei Töchter in der zweiten und vierten Klasse, mein Mann und ich sind beide berufstätig und können kein Homeoffice machen. Insgesamt waren bei unseren Töchtern in der Zeit von November 2021 bis zum 13. Januar bisher sieben Pooltestungen positiv! Am jeweils folgenden Tag waren die Kinder wegen der Einzeltestungen in Quarantäne und mussten betreut werden.

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Die Info des Labors, dass ein Pool positiv ist, erfolgte Anfang November noch recht früh, gegen 17 oder18 Uhr. Dies wurde von Woche zu Woche immer später und war teilweise erst nach 22 Uhr der Fall. Auch die folgenden Einzeltestergebnisse kamen immer später. Das Labor hat zwar bis 6 Uhr am Folgetag Zeit, die Ergebnisse zu übermitteln, aber für Eltern, Schüler, Lehrer und Schulleitung ist dies trotzdem eine elendig lange Wartezeit.

Jeder Arbeitgeber freut sich zudem, am Morgen zu erfahren, dass der Arbeitnehmer nicht zur Arbeit kommen kann. Wir waren insgesamt sechs Tage in Quarantäne wegen Einzeltestungen (2021) und zwei Tage wegen zu später oder gar keiner Information durch das Labor. Wenn dann noch eine Quarantäne wegen Kontakt zu einer positiven Person dazu kommt – in unserem Fall weitere fünf Tage, davon zwei am Wochenende – reden wir über elf Tage innerhalb von zwei Monaten, an denen die Kinder nicht beschult wurden und wir selber nicht arbeiten konnten.

Abgesehen vom Test-Chaos am 10. Januar gingen in der vierten Klasse meiner Tochter sämtliche Einzelproben (für den Fall eines positiven Pool-Tests) im Labor „verloren“. Der Pool war positiv und die geplante Auswertung der mitgeschickten Einzelproben konnte somit nicht erfolgen. Die Kinder saßen also Dienstag wieder zu Hause und es gab erst am Nachmittag die Info, dass man vergeblich auf Ergebnisse wartet. Bei erneuter Einzeltestung am Mittwoch gingen wieder einzelne Proben „verloren“, die dann nachts wieder gefunden wurden und doch noch ausgewertet werden konnten. Wenn man sich vorstellt, dass es in den nächsten Wochen so weitergeht, stellt man sich die Frage, wie man das alles „stemmen“ soll!Verena Zoidl Lohmar

Warten auf Luftfilter

Auch im dritten Corona-Jahr stellte sich nach den Schulferien wieder die Frage, ob in Präsenz oder auf Distanz unterrichtet werden soll. Um den, soweit wie möglich, sicheren Unterricht vor Ort umzusetzen, setzt man nun auf drei Schnelltests pro Woche je Kind, die das Land NRW an den Schulen wöchentlich sage und schreibe 16 Millionen Euro kosten.

Offensichtlich traut man diesen Tests jedoch nicht wirklich, ansonsten ist nicht zu erklären, warum die Kinder mit Ski-Unterwäsche und Handschuhen im Klassenraum sitzen, weil permanent die Fenster offen stehen! Wie lange muss uns denn das Virus noch begleiten, bevor die Schulen mit entsprechenden Luftfiltern ausgestattet werden? Bei diesen Kosten sollte man doch langsam umdenken. Zeit zur Beschaffung gab es doch nun ausreichend!

Rabea Metternich Köln