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Leserbriefe zum Abschuss von WölfenVernichten, was unbequem ist?

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Die Rückkehr von Wölfen nach Nordrhein-Westfalen beglückt Tierschützer und beunruhigt Weidetierhalter.

Soll man Wölfe zum Abschuss freigeben? – Thorsten Breitkopf (Pro) und Maria Dohmen (Contra) im Streitgespräch der Woche (12.2.)

Wolf und Bär gehören nicht in die heutige Welt

In der heutigen Zeit haben wilde Tiere, die keine natürlichen Feinde mehr haben, keinen Platz mehr. Untersuchungen in Osteuropa haben doch darüber klare Erkenntnisse gewonnen, warum ignoriert man diese? Es darf doch nicht sein, dass viele Nutztier-Halter in Unruhe versetzt werden und Schafzüchter sogar ihren Job aufgeben, nur um Wildtieren einen Lebensraum zu bieten und Umweltschützern ihren Willen zu lassen! Der Wolf vermehrt sich recht schnell, im Bereich Eifel/Hohes Venn wurden schon mehrfach Schafe und Kälber gerissen. Worin besteht der Nutzen, Wölfe am Leben zu lassen? Muss erst ein Kind angegriffen werden? Tiere, die keine natürlichen Feinde mehr haben, wie Wolf und Bär, gehören nicht mehr in unsere Welt!Hartmut Breuer Bedburg

Lasst die Wölfe leben!

In diesem Land wird immer wieder gefordert, alles zu beseitigen, was unser bequemes Leben stört. Jetzt die Wölfe, vor kurzem die Wisente, Wildschweine in Parks, und den Bären hat man schon beseitigt. Selbst Karnickel auf Friedhöfen werden zu Problemtieren erklärt. Gleichzeitig verlangt man von den Bevölkerungen in Amerika, Afrika und Asien, dass sie mit Elefanten, Löwen, Tigern und vielen anderen, sehr gefährlichen Tieren zusammen leben und diese für die Menschheit bewahren sollen. Wie schizophren und egoistisch ist denn so eine Argumentation? Wir verlangen von Anderen, was wir selbst nicht praktizieren.

Und mehr noch: Wir beklagen, dass in anderen Ländern Wälder in Ackerland umgewandelt werden und damit das Klima geschädigt wird. Bei uns wird in erheblichem Umfang Grasland zu Acker gemacht, um darauf Mais anzubauen, der dann in Treibstoff umgewandelt wird. Die Folgen für unser Klima interessieren dabei nicht. Hauptsache, die Kasse stimmt. Also lasst uns mit gutem Beispiel vorangehen: Lasst das Grasland bestehen und damit Platz für Wildtiere und lasst auch jene Tiere leben, die Tiere oder Pflanzen verzehren, deren Eigentümer ein Mensch ist.Dietrich Richter-Thiering Leichlingen

Mehr Pragmatismus bitte

Der Schutz des Wolfes ist europäisches Gesetz. Entsprechend diesen internationalen Normen werden in Schweden bei Überschreiten einer Grenze von 400 Wölfen diese bejagt. Schweden hat zehn Millionen Einwohner und eine Fläche, die 25 Prozent größer ist als die von Deutschland. Bei uns gibt es aber inzwischen über 1000 Wölfe. Warum bei diesen Zahlenverhältnissen sogar der Abschuss problematischer Wölfe nicht möglich ist, ist nicht nachvollziehbar. Es wäre zu wünschen, dass die gesellschaftliche Polarisierung bei diesem Thema durch entsprechende Kompromissbereitschaft und mehr Pragmatismus abgebaut wird.Ludger Linnemannstöns Pulheim

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Schutz von Haustieren hat Vorrang

Ich liebe Tiere und auch Wölfe finde ich faszinierend. Deshalb tut es mir leid, wenn sie getötet werden, genauso wie andere Wildtiere auch. Aber es sind Wildtiere und in dem Moment, in dem sie unsere Haustiere töten, die wir großgezogen haben, die wir lieben, mit denen wir tagtäglich leben, müssen sie getötet werden. Es kann nicht sein, dass unsere Haustiere nicht mehr artgerecht gehalten werden können, nur um den Wolf zu schützen. Auch Geld kann ein geliebtes Tier nicht ersetzen. Sobald Wölfe sich an Haustieren vergreifen, sind sie zu dicht am Menschen. Und es sind zu viele Wölfe, als dass sie sich alle von Wildtieren ernähren können. Nur aus diesem Grund sollten sie getötet werden.Hertha Schwind Leverkusen

Nicht alles vernichten, was uns unbequem ist

Wölfe gehören nicht in unsere moderne Zivilisation. Diese kluge Feststellung greift viel zu kurz. Was ist mit den vielen Wespen, Mücken und Fliegen bei unserem Grill-Picknick? Die stören und stechen, weg damit! Viele Vögel koten unsere Hauswände und – schlimmer noch – den kostbaren Lack unserer SUV voll. Weg mit den ruhestörenden Trillerpfeifen! Kornblumen, Margeriten und Klatschmohn verschandeln das ordentliche, saubere Bild unserer Äcker, sie mindern rücksichtslos den Ertrag der Landwirtschaft. Chemische Keule drauf und basta!

Der Maulwurf erdreistet sich, kleine Hügel auf unsere gepflegten, kurz geschorenen Rasenflächen rund um den Swimmingpool zu bauen. Das lässt sich leicht durch Schnappfallen verhindern! Und unsere bildschönen Schottergärten vor dem Haus werden durch Gänseblümchen, Stiefmütterchen oder Fingerhut zu unordentlichen, völlig verschandelten Haufen verunstaltet. Glyphosat drauf, fertig! Wann endlich merkt die Natur, dass sie sich uns zu unterwerfen hat? Lothar Winkelhoch Gummersbach

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Protest gegen die Wiederansiedlung von Wölfen in Deutschland formiert sich vor allem unter Weidetierhaltern.

Der Wolf muss bleiben

In unserer Familie sind wir uns einig: Der Wolf muss bleiben, aber da er keine natürlichen Feinde hat und sich ohne Zweifel maßlos vermehren kann, muss er deshalb wie viele andere Tiere auch vom Förster unter Kontrolle gehalten werden. Wenn die Tierschutztochter von Frau Dohmen in den Kinderstreik tritt, muss man ihr auch verdeutlichen, dass es Tiere gibt, die sich vor dem Wolf nicht schützen können und von ihm brutal zerfleischt werden. Stellt man ihr ein Schäflein, ein Zicklein, ja sogar ein junges Fohlen gegenüber, das vom Wolf bestialisch zerrissen wurde, wird sie umdenken! Liebe Frau Dohmen, nehmen Sie Ihr Töchterlein an die Hand und denken Sie um! Edgar Balzar Köln

Weniger Nutztiergehege – oder weniger Wölfe

Wie unschwer zu erkennen, haben Wölfe einen großen Aktionsradius und wie die meisten Tiere ein sehr gutes Gespür für ihre Nahrungsquellen. Sicher war man zunächst davon ausgegangen, dass die Ansiedlung von Wölfen überschießende Bestände von Wildtieren wie Reh-, Schwarzwild und Hasen ausdünnen kann, um deren Fraßschäden spürbar zu reduzieren.

Fakt ist nun wohl, dass Wölfe Schafherden und Gehege als leicht zu wählende „Frischetheken“ erkennen und so mit deutlich geringerem Jagdaufwand Nahrung finden. Daher muss die Frage nach dem Sinn der Wiederansiedlung von Wölfen erneut gestellt werden. Wahrscheinlich ist die erwähnte einfache Form der Nahrungsfindung zu dicht in den Aufenthaltsräumen der Wölfe verteilt. Als Konsequenz bleibt: Weniger Nutztiergehege oder weniger Wölfe.Karl Kutsch Wesseling