Abo

Leserbriefe zum Hamburger-Hafen-DealEinfluss Chinas begrenzen

3 min
Neuer Inhalt

Ein Container-Frachtschiff der chinesischen Reederei Cosco im Hamburger Hafen

Chinas Beteiligung am Hamburger Hafen ist riskant – Kommentar von Markus Decker (21.10.)

Nichts gelernt aus der Abhängigkeit von Russland?

Noch sind die Anschuldigungen im Cum-Ex-Skandal wegen Erinnerungslücken unseres Bundeskanzlers nicht ausgeräumt, da ist schon ein nächster Skandal auf dem Vormarsch: Seine Zustimmung zu einer Beteiligung von China in Höhe von 35 Prozent an einem von drei Hamburger-Hafen-Terminals. Statt Abhängigkeiten abzubauen, werden mal wieder neue geschaffen. Hat Olaf Scholz aus der Putin-Abhängigkeit nichts gelernt, an der auch er mit seiner Partei eine Mitverantwortung trägt?

Oder soll seine Zustimmung zu dem Geschäft möglicherweise ein Gastgeschenk an die chinesische Führung sein, die er in wenigen Wochen besuchen wird? Hier könnte es in den Verhandlungen über weitere Handelsbeziehungen dazu beitragen, eine Atmosphäre zu schaffen, in der er die Menschenrechte und den Umgang der Chinesen mit den Uiguren erst gar nicht zur Sprache bringt.Gerd Janes Erftstadt

Hafendeal als Eigentor

Wer für ein paar Silberlinge das „Tor zur Welt“ an einen Diktator verhökert, schießt ein Eigentor, und was für eines!Edmund Hemmer Köln

Warnung vor chinesischer Unberechenbarkeit

Ich möchte meine Besorgnis gegen Chinas Beteiligung am Hamburger Hafen kundtun: In unserem Dorf gibt es einen Verein, der ausgesetzten Kindern in China viele Jahre lang ein menschenwürdiges Leben ermöglichte. Es gab gegenseitige Besuche und ganz selbstverständlich auch E-Mail-Kontakte. Wie aus dem Nichts wurden diese Kontakte von heute auf morgen von chinesischer Seite gekappt.

Es ist eben heute nicht mehr egal, ob in China der berühmte Sack Salz umkippt oder nicht. Wir spüren sogar schon in unserem kleinen Dorf die Macht, die vom Reich der Mitte ausgeht. Deshalb Vorsicht, wenn sich die Ideologie Chinas im Hamburger Hafen – unserem „Tor zur Welt“ – ausbreitet!Benedikta Klinkhammer Dahlem

Das könnte Sie auch interessieren:

Beteiligung Chinas an kritischer Infrastruktur verhindern

Herr Scholz, unter dessen Ägide als Hamburger Oberbürgermeister zweifelhafte Deals zustande gekommen sind, der sich als Finanzminister die fatale Fehleinschätzung Angela Merkels zu eigen gemacht hatte, Nord Stream 2 sei ein „rein wirtschaftliches Projekt“, unterstützt nun als Bundeskanzler den Einstieg eines chinesischen Investors mit 35 Prozent in eine bedeutende Hamburger Hafengesellschaft. Gibt es nicht weltweit genug abschreckende Beispiele dafür, was passiert, wenn man China die Beteiligung an kritischer Infrastruktur erlaubt?

Spricht es nicht gegen ein solches Projekt, wenn alle sechs beteiligten Fachministerien sich parteiübergreifend einmütig gegen die Investition aussprechen? Wäre es nicht gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit auf Distanz zu gehen von zweifelhaften Partnern, zu denen zweifelsohne auch ein Land wie China gehört? Es wäre höchste Zeit für unseren Bundeskanzler, die von ihm so vollmundig verkündete „Zeitenwende“ auch in der Außenwirtschaftspolitik konsequent zu vollziehen.Michael Fickus Köln

Neuer Inhalt

Gegner einer Beteiligung der chinesischen Reederei Cosco am Hamburger Hafen protestieren vor dem Kanzleramt.

Skepsis gegenüber Verträgen mit China

Der Bundeskanzler gibt mal wieder Rätsel auf: Warum hält er so penetrant an der Beteiligung der Chinesen am Hamburger Hafen fest, obwohl er von allen Seiten gewarnt wird? Des Rätsels Lösung könnte darin bestehen, dass Vorgespräche gelaufen sind, von denen die Anderen nichts wissen. Jetzt kommt er aus dieser Nummer nicht mehr raus. Er hat sich damit erpressbar gemacht und Deutschland, speziell Hamburg, wird darunter leiden.

Auch das haben die Chinesen schon bewerkstelligt, mit dem sanften Hinweis, künftig andere europäische Häfen zu bevorzugen. Außerdem sollte der Kanzler wissen, dass Verträge für Chinesen nur Papier sind. Wenn sie ihnen nicht mehr nützen, werden sie gebrochen. Ich erinnere an die Verträge über den Status von Hongkong. Günter Schulz Brühl

China will Einfluss auf den Westen ausüben

Den Satz „Der Wille der chinesischen Parteiführung, die westliche Weltordnung grundlegend umzugestalten, wird ebenfalls konkretere Züge annehmen als je zuvor“ aus dem Kommentar „Aggressiv, aber rational“ von Fabian Kretschmer vom 24. Oktober scheint ein wichtiger Mann – Bundeskanzler Scholz – nicht zu begreifen.Veit Hennemann Köln