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Abschied in ParisClaudia Cardinale erhält letzte Ehre in Saint-Roch

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Ohne Blumen und Souvenirs - so wollte es die Familie.

Ohne Blumen und Souvenirs - so wollte es die Familie.

In Paris nahmen Hunderte still Abschied von Claudia Cardinale – ohne Prunk, ohne Blumen, so schlicht wie sie zuletzt gelebt hatte.

In Paris haben Familie, Freunde und zahlreiche Wegbegleiter Abschied von Claudia Cardinale genommen. Die Trauerfeier fand in der Kirche Saint-Roch im 1. Arrondissement statt, jener Kirche, in der traditionell viele französische Künstler ihre letzte Ehre erhalten. Hunderte Menschen kamen, um der italienisch-französischen Schauspielikone die letzte Ehre zu erweisen. Darüber berichtete unter anderem die Tageszeitung „Le Parisien“.

Letzte Ehre ohne Blumen – Familie bittet um Spenden für Stiftung

Unter den Trauergästen befanden sich auch Frankreichs Kulturministerin Rachida Dati sowie der frühere Kulturminister Jack Lang. Während der Sarg in die Kirche getragen wurde, erklang die Titelmusik aus Sergio Leones Film „Spiel mir das Lied vom Tod“, der Cardinale weltweit bekannt machte. Sie war im Alter von 87 Jahren in Nemours südlich von Paris gestorben.

Claudia Cardinale lacht.

Claudia Cardinale gehört neben Sophia Loren oder Gina Lollobrigida zu Italiens Filmgöttinnen. (Archivbild)

Die Angehörigen baten ausdrücklich darum, auf Blumen und Kränze zu verzichten. Stattdessen wünschte sich die Familie, dass im Sinne der 2023 gegründeten „Fondazione Claudia Cardinale“ gespendet wird. Die Stiftung unterstützt junge Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturprojekte, die der Schauspielerin zeitlebens am Herzen lagen. Laut „Le Parisien“ soll die Beisetzung in kleinem Kreis in Nemours erfolgen, wo die Schauspielerin zuletzt lebte. Der schlichte Sarg, geschmückt nur mit einer weißen Decke, spiegelte den Wunsch der Familie nach einem stillen und würdevollen Abschied wider.

Erinnerung an eine Filmlegende mit Weltruhm

Claudia Cardinale in einer Szene von „Spiel mir das Lied vom Tod“.

Claudia Cardinale in einer Szene von „Spiel mir das Lied vom Tod“. (Archivbild)

Die Trauerfeier in Paris erinnerte noch einmal an ein außergewöhnliches Künstlerleben, das über sechs Jahrzehnte umfasste. Claudia Cardinale arbeitete mit Regisseuren wie Federico Fellini, Luchino Visconti und Sergio Leone und wurde mit Filmen wie „Achteinhalb“, „Gattopardo“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“ zu einer der größten europäischen Schauspielerinnen ihrer Zeit.

Ihre Tochter Claudia Squitieri und weitere Familienmitglieder begleiteten den Sarg aus der Kirche, während die Musik leise ausklang. Laut internationalen Medienberichten war die Stimmung von stiller Anteilnahme geprägt – ein würdevoller Abschied von einer Frau, die die Kinogeschichte Europas geprägt hat. (jag)