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Milliardär unter DruckGates bereut „jede Minute“ mit Epstein – Republikaner verlangen Aussage unter Eid

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Bill Gates muss sich rechtfertigen, weil durch die Offenlegung der Epstein-Akten seine Freundschaft zu dem verurteilten Sexualstraftäter bekannt wurde.

Bill Gates muss sich rechtfertigen, weil durch die Offenlegung der Epstein-Akten seine Freundschaft zu dem verurteilten Sexualstraftäter bekannt wurde. (Archivbild)

Bill Gates räumt ein, über Jahre Kontakt zu Epstein gehabt zu haben. Der Milliardär entschuldigt sich öffentlich, einigen Republikanern reicht das nicht.

Der Microsoft-Gründer Bill Gates hat sich ausführlich zu seinen Verwicklungen in den Fall Epstein geäußert, nachdem am Freitag öffentlich wurde, dass Gates' Name an mehreren Stellen in den Akten auftaucht. Der Milliardär äußerte nun Bedauern über seinen Kontakt zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

„Jede Minute, die ich mit ihm verbracht habe, bereue ich, und ich entschuldige mich“, sagte der Milliardär in einem am Mittwoch (4. Februar) ausgestrahlten Interview mit dem australischen Sender 9News. Es sei „dumm“ gewesen, Zeit mit dem verurteilten Sexualstraftäter verbracht zu haben.

Die Dokumente enthielten unter anderem den Entwurf einer E-Mail, in der Epstein von angeblichen Affären Gates' spricht. Seine Beziehung zu dem Milliardär habe von „der Hilfe für Bill, Drogen zu besorgen, um die Folgen von Sex mit russischen Mädchen zu bewältigen, bis hin zur Ermöglichung seiner unerlaubten Rendezvous mit verheirateten Frauen“ gereicht, schrieb Epstein weiter. Er habe für Gates die Rolle „als seine rechte Hand“ gespielt und sei wiederholt gebeten worden, „Dinge zu tun, die nahe an der Grenze zum Illegalen liegen und diese möglicherweise überschreiten“.

Bill Gates bedauert Kontakt zu Jeffrey Epstein

Gates wies die Behauptungen in dem Interview mit 9News entschieden zurück. „Anscheinend hat Jeffrey eine E-Mail an sich selbst geschrieben. Diese E-Mail wurde nie verschickt, die E-Mail ist falsch“, sagte der 70-Jährige. Er wisse nicht, was Epstein sich dabei gedacht habe. „Wollte er mich in irgendeiner Weise angreifen?“

Er habe Epstein im Jahr 2011 getroffen und sich über drei Jahre hinweg mehrmals mit ihm zum Abendessen getroffen, teilte der zu den weltweit vermögendsten Menschen gehörende Gates 9News mit. Er habe jedoch nie dessen Karibikinsel besucht und keine Beziehungen mit Frauen gehabt. Seine Absicht sei gewesen, über Epstein an Spenden zu gelangen. „Er sagte, er könne sie dazu bringen, Geld für die globale Gesundheit zu spenden“, sagte Gates. „Im Nachhinein hat sich das als Sackgasse herausgestellt.“

Dieses undatierte Bild, das am 18. Dezember 2025 von den Demokraten im Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses veröffentlicht wurde, zeigt Bill Gates zusammen mit einer Frau, deren Gesicht unkenntlich gemacht wurde.

Dieses undatierte Bild, das am 18. Dezember 2025 von den Demokraten im Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses veröffentlicht wurde, zeigt Bill Gates zusammen mit einer Frau, deren Gesicht unkenntlich gemacht wurde.

Ein Sprecher des Microsoft-Gründers wies Epsteins Behauptungen ebenfalls zurück. „Das Einzige, was diese Dokumente zeigen, ist Epsteins Frustration darüber, dass er keine fortlaufende Beziehung zu Gates hatte, und welche Maßnahmen er ergreifen würde, um zu verführen und zu verleumden“, erklärte der Sprecher.

Melinda Gates über Epstein-Files: „Es ist persönlich schwer für mich“

Gates' Ex-Frau Melinda French Gates zeigte sich betroffen angesichts der Veröffentlichung der neuen Informationen. „Für mich ist es persönlich immer hart, wenn diese Details wieder hochkommen“, sagte sie dem US-Radiosender NPR. Die Dokumente riefen „Erinnerungen an einige sehr, sehr schmerzhafte Zeiten in meiner Ehe“ wach. Sie forderte ihren Ex-Mann auf, Stellung zu offenen Fragen zu beziehen. Das Paar hatte sich 2021 scheiden lassen.

„Es ist persönlich schwer für mich, wenn solche Details auftauchen“, sagte Melinda Gates nun gegenüber dem Radiosender NPR.

In den am Freitag vom US-Justizministerium veröffentlichten mehr als drei Millionen Dokumenten zum Fall Epstein tauchen die Namen zahlreicher einflussreicher Persönlichkeiten auf, darunter auch US-Präsident Donald Trump, Tech-Multimilliardär Elon Musk, Frankreichs Ex-Kulturminister Jack Lang und der ehemalige britische Prinz Andrew.

Der öffentliche Druck auf viele in den Akten genannte Personen wird infolge der Veröffentlichungen immer größer. Das gilt auch für Bill Gates, der von den Republikanern zu einer Aussage gedrängt wird. 

Republikanerin drängt Gates wegen Verwicklung in Epstein-Fall zu Aussage unter Eid

„Wir fordern Bill Gates auf, vor dem Aufsichtsausschuss unter Eid über seine Beziehung zu Jeffrey Epstein auszusagen“, heißt es in einem entsprechenden Schreiben. „Wenn diese Vorwürfe falsch sind, sollte Bill Gates kein Problem damit haben, dies unter Eid vor dem Kongress zu sagen. Niemand steht über dem Gesetz. Nicht Milliardäre. Nicht die Mächtigen. Niemand“, schrieb die US-amerikanische Politikerin Nancy Mace am Mittwoch.

Jahrelang hatte der Multimillionär Epstein aus New York einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Er war erstmals 2008 verurteilt worden. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt er damals eine nur 18-monatige Haftstrafe.

2019 wurde er unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen. Rund einen Monat später wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden, nach offiziellen Angaben nahm er sich das Leben. (pst mit afp)