Von Donald Trump über Bill Gates bis zu Richard Branson: Zahlreiche prominente Namen tauchen in den Epstein-Akten auf.
Andrew, Trump, Musk, Gates und CoBrisante E-Mails und Fotos – das steht in den Epstein-Akten

Auf einem nun veröffentlichten Foto aus den Epstein-Akten ist Ex-Prinz Andrew zu sehen, wie er auf allen Vieren über einer am Boden liegenden Frau kniet.
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Das US-Justizministerium hat am Freitag (29. Januar) Millionen von Akten und umfassendes Bildmaterial im Zusammenhang mit Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht – und damit das weitverzweigte Netzwerk des im August 2019 in Haft gestorbenen Investmentbankers weiter offengelegt. Die jüngste Veröffentlichung – voraussichtlich die letzte – umfasst rund drei Millionen Seiten und 180.000 Bilder sowie etwa 2000 Videos.
Zahlreiche Prominente tauchen in den veröffentlichten Dokumenten auf – teilweise in brisantem Kontext. Die bloße Nennung eines Namens in den Epstein-Akten ist jedoch nicht gleichbedeutend mit belegbarem Fehlverhalten. Die Personen, die in früheren Epstein-Veröffentlichungen erwähnt wurden, haben jegliches unrechtmäßiges Verhalten stets bestritten. Dennoch liefern die Dokumente neue Erkenntnisse – das sind die wichtigsten:
Ex-Prinz Andrew: Fragwürdige Fotos und eine Einladung für Epstein
Insbesondere Andrew Mountbatten-Windsor, der wegen seiner bereits bekannten Beziehung zu Epstein seinen Prinzen-Titel verloren hat, spielt auch in den nun veröffentlichten Dokumenten eine zentrale Rolle. So geht aus dem Schriftwechsel der beiden Männer hervor, dass Andrew den Sexualstraftäter noch Jahre nach dessen erster Verurteilung zu einem Abendessen in den Buckingham Palace eingeladen und dabei „viel Privatsphäre“ versprochen hat.
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In einer E-Mail an Epstein schrieb Andrew, dass er nach London reisen werde, wo sich zu diesem Zeitpunkt auch Epstein befunden haben soll. „Wir könnten im Buckingham Palace zu Abend essen und hätten viel Privatsphäre“, schrieb Andrew. „Bin bereits in London. Wann würde es Dir passen? Wir brauchen auch etwas Zeit für uns“, lautete Epsteins Antwort.
Ob das geplante Treffen tatsächlich stattgefunden hat, blieb zunächst jedoch unklar. Der Buckingham Palace hat bisher nicht auf entsprechende Anfragen britischer Medien reagiert.
Für viel Aufsehen sorgen unterdessen auch Fotos, die offenbar Andrew zeigen, der auf allen Vieren über einer am Boden liegenden Frau kniet. Es ist unklar, wo und wann die Fotos aufgenommen wurden, auch die Identität der Frau ist von den US-Behörden unkenntlich gemacht worden. Auf einem der Fotos berührt Mountbatten-Windsor die jung wirkende Frau am Oberkörper.

Ex-Prinz Andrew in der Westminster Cathedral. (Archivbild)
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In einer weiteren Nachricht von Epstein an den damaligen Prinzen, bot der Sexualstraftäter zudem an, Andrew mit einer „klugen, schönen und vertrauenswürdigen“ Russin namens Irina bekannt zu machen. Die Frau soll zu diesem Zeitpunkt 26 Jahre alt gewesen sein.
Donald Trump: Kontakt mit Jeffrey Epstein noch im Jahr 2012?
Auch der amtierende US-Präsident Donald Trump wird in den „Epstein Files“ oft erwähnt. Eine der veröffentlichten Akten enthält offenbar interne E-Mails von Bundesermittlern, die Anschuldigungen gegen den US-Präsidenten und Epstein untersuchten. Die E-Mails vom August 2025 lassen keinerlei Hinweise darauf erkennen, dass sich die Behauptungen bestätigt hätten. Die Ermittler gaben an, die Personen, die die Vorwürfe erhoben haben, seien als unglaubwürdig eingestuft worden.
Für Aufsehen sorgt auch eine weitere Nachricht, deren Empfänger und Absender von den US-Behörden unkenntlich gemacht wurden. „Was hält JE davon, nach Weihnachten nach Mar-a-Lago statt auf seine Insel zu fahren?“, hieß es darin. Mar-a-Lago ist Trumps Privatanwesen in Florida, wo der US-Präsident überwiegend seine Freizeit verbringt. Pikant: Die Nachricht stammt den Angaben zufolge aus dem Jahr 2012 – Jahre nach dem Zeitpunkt, den Trump als Ende des Kontakts zu Epstein genannt hat.

Ein undatiertes Foto aus den „Epstein-Files“ zeigt Donald Trump (l.) zusammen mit Jeffrey Epstein. (Archivbild)
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Trump hat stets jegliche Kenntnis von Epsteins Verbrechen bestritten. Der Skandal verfolgt ihn jedoch seit seinem erneuten Amtsantritt, auch weil er während des Wahlkampfs die Veröffentlichung der Akten versprochen und dieses Versprechen nach seinem Amtsantritt zunächst gebrochen hatte. Am Montag äußerte sich Trump erneut zu seiner Beziehung zu Epstein.
„Ich war noch nie auf Epstein Island oder in dessen Nähe und wurde bis zu dieser falschen und diffamierenden Behauptung heute Abend auch nie beschuldigt, dort gewesen zu sein, nicht einmal von den Fake-News-Medien“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, nachdem der Moderator Trevor Noah bei der Grammy-Preisverleihung darüber gescherzt hatte, dass Trump nun Grönland ins Visier nehme, weil er jetzt, wo „Epsteins Insel weg ist, eine neue braucht“.
Epsteins Privatinsel Little Saint James in der Karibik spielt in der Aufarbeitung des Falles immer wieder eine Rolle. Auch dort soll der superreiche Finanzunternehmer seine Missbrauchstaten vollzogen haben.
Elon Musk erkundigte sich nach „wilden Partys“ auf Epsteins Insel
Tech-Milliardär Elon Musk taucht ebenfalls in den nun veröffentlichten Akten auf. Demnach besprachen Musk und Epstein mehrmals mögliche Besuche Musks auf Little Saint James, unter anderem im Jahr 2012, als Musk den Sexualstraftäter in einer E-Mail fragte: „An welchem Tag/in welcher Nacht findet die wildeste Party auf Deiner Insel statt?“
In einem weiteren E-Mail-Austausch zwischen Musk und Epstein aus 2013 diskutierten die beiden Superreichen erneut über die Festlegung eines Termins im Januar für Musks Besuch auf der Insel. „Ich könnte tatsächlich schon am 3. früher zurückfliegen. Wir werden in St. Barthélemy sein. Wann sollen wir am 2. zu Deiner Insel aufbrechen?“, schrieb Musk an den Weihnachtstagen demnach an Epstein. Es bleibt jedoch unklar, ob Musk letztlich die Insel besucht hat. Der Tesla- und SpaceX-Chef bestreitet das.
„Ich hatte kaum Kontakt zu Epstein und habe wiederholte Einladungen, seine Insel zu besuchen oder mit seinem ‚Lolita Express‘ zu fliegen, abgelehnt“, schrieb Musk am Wochenende auf seiner Plattform X und spielte damit auch auf Epsteins Privatflugzeug an.
Er sei sich jedoch bewusst, dass „einige E-Mail-Korrespondenzen mit ihm falsch interpretiert und von Kritikern dazu benutzt werden könnten, meinen Namen zu beschmutzen“, führte Musik aus, beteuerte aber: „Niemand hat sich so sehr für die Veröffentlichung der Epstein-Akten eingesetzt wie ich, und ich bin froh, dass es endlich so weit ist.“
Bill Gates bestreitet Epsteins Behauptungen über Affären
Auch der Name von Microsoft-Gründer Bill Gates kommt in den unzähligen Dokumenten vor. In einer E-Mail von Epstein aus dem Jahr 2013, erhebt der Sexualstraftäter die Anschuldigung, dass Gates außerehelichen Sex gehabt habe. Als Geschäftspartner von Gates sei er aufgefordert worden, Dinge zu tun, die „möglicherweise die Grenze zum Illegalen überschritten“, schrieb Epstein in der Mail. Gates und seine damalige Ehefrau Melinda Gates seien in einen „schweren Ehestreit“ verwickelt gewesen, hieß es weiter. Er habe dem Milliardär zudem bei der Vermittlung „verbotener Treffen“ geholfen, schrieb Epstein außerdem.

Microsoft-Gründer Bill Gates posiert auf einem bereits früher veröffentlichten Foto aus dem Epstein-Nachlass mit einer unbekannten Frau. (Archivbild)
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„Diese Behauptungen sind absolut absurd und völlig falsch“, teilte unterdessen ein Sprecher des Microsoft-Gründers am Wochenende angesichts der veröffentlichten Akten mit. „Das Einzige, was diese Dokumente belegen, ist Epsteins Frustration darüber, dass er keine dauerhafte Beziehung zu Gates hatte, und die Anstrengungen, die er unternommen hat, um ihn in eine Falle zu locken und zu diffamieren“, hieß es weiter.
Viele prominente Namen in den Epstein-Akten enthalten
Neben Ex-Prinz Andrew, Donald Trump, Elon Musk und Bill Gates sind auch zahlreiche weitere prominente Namen in den Akten auffindbar. So geht aus den Dokumenten etwa hervor, dass der heutige US-Handelsminister Howard Lutnick im Jahr 2012 einen Besuch auf Epsteins Insel geplant hatte, obwohl er zuvor erklärt hatte, seine Verbindungen zu Epstein im Jahr 2005 abgebrochen zu haben. Lutnick wies diese Behauptung zurück. „Ich habe überhaupt keine Zeit mit ihm verbracht“, zitierte etwa „The Irish Times“ den US-Handelsminister.
Auch der britische Milliardär Richard Branson scheint den Dokumenten zufolge ein herzliches Verhältnis zu Epstein gepflegt zu haben. In einer E-Mail vom 11. September 2013 schrieb Branson, Gründer der Virgin Group, an Epstein: „Es war wirklich schön, Dich gestern zu sehen“ und fügte hinzu: „Wann immer Du in der Gegend bist, würde ich mich freuen, Dich zu sehen. Solange Du Deinen Harem mitbringst!“
Auch Branson distanzierte sich nun erneut von Epstein. Der Kontakt zu Epstein habe sich „auf wenige Gelegenheiten vor über zwölf Jahren“ beschränkt, teilte ein Sprecher der Virgin Group mit und fügte hinzu: „Richard hält Epsteins Taten für abscheulich und unterstützt das Recht seiner zahlreichen Opfer auf Gerechtigkeit.“

