In den neuen Akten tauchen die Namen zahlreicher weiterer prominenter Männer auf.
Neue Epstein-AktenEx-Prinz Andrew gerät immer mehr in Bedrängnis – Premierminister fordert Aussage

Prinz Andrew, Herzog von York, verlässt 2023 Westminster Abbey nach der Krönungszeremonie des britischen Königs Charles und der Königin Camilla. (Archivbild)
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Nach der Veröffentlichung weiterer Akten über den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat sich Großbritanniens Premierminister Keir Starmer für eine Aussage von Andrew Mountbatten-Windsor vor dem US-Kongress ausgesprochen. Starmer beantwortete eine entsprechende Frage in Bezug auf den ehemaligen britischen Prinzen am Samstag mit „ja“. „Ich habe immer gesagt, dass jeder der über Informationen (verfügt), darauf vorbereitet sein sollte, diese Informationen zu teilen, in welcher Form auch immer er darum gebeten wird“, sagte Starmer am Rande einer Reise nach Asien.
Dabei gehe vor allem um die Opfer Epsteins, fügte Starmer hinzu. Der britische Regierungschef hatte sich bisher in Bezug auf Mountbatten-Windsor nicht in dieser Deutlichkeit geäußert. Im November hatte er noch gesagt, es sei die persönliche Entscheidung des Bruders von König Charles III., ob dieser aussagen wolle.
Ehemaliger Prinz gerät durch neue Akten unter Druck
Der ehemalige Prinz war mit Veröffentlichung der neuen Akten durch das US-Justizministerium am Freitag weiter in Bedrängnis geraten. Den Dokumenten zufolge, schlug Epstein Mountbatten-Windsor 2010 ein Treffen mit einer Russin vor - kurz nachdem der US-Investmentbanker eine Strafe wegen Prostitution Minderjähriger abgesessen hatte.
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Diese undatierte, vom US-Justizministerium zur Verfügung gestellte Foto zeigt Prinz Andrew (l-r), Herzog von York, Virginia Giuffre aus den USA und Ghislaine Maxwell.
Copyright: Us Department Of Justice/PA Media/dpa
Kurze Zeit später lud der damalige Prinz Epstein in den Buckingham-Palast ein. Ob das Treffen mit der Russin und der Besuch in dem Palast stattfanden, geht aus den Akten nicht hervor.
Charles hatte seinem Bruder wegen dessen Verbindungen zu Epstein im vergangenen Jahr alle königlichen Titel und Ehren aberkannt. Die US-Australierin Virginia Giuffre hatte den ehemaligen Prinzen beschuldigt, sie als 17-Jährige missbraucht zu haben.
Bill Gates und Elon Musk tauchen in Akten auf
In den neuen Akten tauchen die Namen zahlreicher weiterer prominenter Männer auf. Unter anderem werden Microsoft-Gründer Bill Gates und US-Milliardär Elon Musk erwähnt. Die Dokumente enthalten auch Listen der US-Bundespolizei FBI mit größtenteils anonym erhobenen Anschuldigungen gegen US-Präsident Donald Trump.
Epstein stand unter Verdacht, tausende Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er war erstmals 2008 verurteilt worden, weil er die Dienste von minderjährigen Prostituierten in Anspruch genommen hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt er damals aber nur eine 18-monatige Haftstrafe.
2019 wurde er unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen. Rund einen Monat später wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid. (afp)


