Vier Studierende wurden 2022 getötet. Der verurteilte Täter will sein Schuldbekenntnis widerrufen und kämpft um ein neues Verfahren.
„The Idaho Murders: Ein College-Albtraum“Bryan Kohberger beteuert Unschuld und will Schuldbekenntnis widerrufen

Bryan Kohberger: Der Mann, der Kriminologie studierte – und tötete. (Archivbild)
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Der im US-Bundesstaat Idaho wegen vierfachen Mordes verurteilte Bryan Kohberger versucht, sein Urteil anzufechten. In einem Interview mit der „New York Times“ erklärte der 31-Jährige, er strebe ein neues Gerichtsverfahren an und wolle sein ursprüngliches Schuldbekenntnis zurücknehmen.
In einer Stellungnahme gegenüber der Zeitung behauptete Kohberger, unschuldig zu sein. Das damalige Schuldeingeständnis basiere laut seinen Angaben auf falschen Versprechungen und Fehlinformationen. Es ist das erste Mal seit seiner Festnahme im Dezember 2022, dass sich der Verurteilte in einem Interview öffentlich zu den Vorwürfen äußert.
Zu konkreten Details des Falls, den Beweisen oder den Beweggründen für die damalige Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft machte er keine Angaben.
Verurteilung nach Mord an vier Studierenden in Idaho
Kohberger war im Juli 2025 wegen des gewaltsamen Todes der vier Studierenden Madison Mogen, Kaylee Goncalves, Xana Kernodle und Ethan Chapin zu vier lebenslangen Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt worden.
Die Tat hatte sich im November 2022 in einem Wohnhaus in Moscow im US-Bundesstaat Idaho ereignet. Eine am Tatort zurückgelassene Messerscheide, auf der später Kohbergers DNA gefunden wurde, führte zu seiner Identifizierung und schließlich zu seiner Festnahme.
Das Verbrechen löste weltweit großes Aufsehen aus und wurde bereits in mehreren True-Crime-Formaten aufgegriffen. Unter anderem beleuchtet die Prime-Video-Dokumentationsserie „Eine Nacht in Idaho: Die College-Morde“ die Hintergründe der Tat. Am 29. Juli erscheint zudem auf Netflix die Dokumentation „The Idaho Murders: Ein College-Albtraum“.
Bis heute mysteriös: Eine direkte Beziehung zwischen Täter und Opfern wurde nie festgestellt. Allerdings hatten Ermittler festgestellt, dass sich Kohberger in den Monaten vor der Tat wiederholt in der Nähe des Hauses aufgehalten hatte.
Rücknahme des Schuldbekenntnisses rechtlich eine hohe Hürde
Das Schuldbekenntnis erfolgte im Rahmen einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft, durch die Kohberger der Todesstrafe entging. Juristische Experten weisen darauf hin, dass der Versuch, ein rechtskräftiges Schuldbekenntnis ohne neue Beweismittel nachträglich zurückzunehmen, äußerst selten erfolgreich ist.
Kohberger verbüßt seine Strafe derzeit im Hochsicherheitsgefängnis Idaho Maximum Security Institution nahe Boise. Weder seine Verteidigung noch die zuständige Staatsanwaltschaft gaben auf Anfrage eine Stellungnahme ab. (jag)
