Der Buckelwal „Timmy“ ist tot. Nach seiner umstrittenen Rettung soll eine öffentliche Autopsie die Todesursache klären.
Letzter Akt für Wal TimmyÖffentliche Obduktion am Strand soll Todesursache klären

Neugierige dürfen bei der Obduktion des Buckelwals dabei sein - aber nur mit Sicherheitsabstand.
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Letzter Akt für Buckelwal „Timmy“: Öffentliche Autopsie auf Insel Anholt. Der Buckelwal, der unter dem Namen „Timmy“ bekannt wurde, nähert sich seinem letzten Kapitel. Auf der Insel Anholt ist eine öffentliche Autopsie des Tierkörpers am Strand geplant, die von Zuschauern aus sicherer Entfernung beobachtet werden kann. Obwohl solche Prozeduren in Dänemark keine Seltenheit sind, gilt dieser Vorfall als außergewöhnlich. Der tonnenschwere Leichnam befindet sich seit Wochen vor der Küste der Ferieninsel, durch Verwesungsgase stark aufgetrieben und von Seevögeln angegriffen. Eine zentrale Frage beschäftigt dabei nicht nur die Experten, die den Wal untersuchen werden: Was war die Todesursache des Säugers?
Das Schicksal des Wals erregte in Deutschland großes Aufsehen, nachdem er seit Ende März wiederholt an der deutschen Ostseeküste auf Grund gelaufen war. Entgegen dem Ratschlag von Experten verfrachtete eine private Gruppe das Säugetier in einem Metallbehälter per Schiff zur Nordsee, wo es freigelassen wurde. Kurze Zeit nach dieser umstrittenen Maßnahme wurde der Wal leblos an der Küste von Anholt entdeckt. Ein Bergungsteam zog den Kadaver am Wochenende an Land. Die bevorstehende Untersuchung soll zudem endgültig klären, ob es sich bei dem Tier, das einen männlichen Namen trägt, tatsächlich um ein weibliches Exemplar handelt.
Die Ermittlung der Todesursache steht jedoch im Vordergrund. Diese gestaltet sich möglicherweise kompliziert, wie der dänische Wal-Experte Peter Teglberg Madsen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erläuterte: „Es könnte schon zu spät sein, um etwa innere Blutungen zu entdecken.“ Der Fachmann fügte hinzu, dass sich eventuell auch nicht mehr feststellen lasse, ob sich Wasser in der Lunge des Wals befunden habe.
Das Untersuchungsteam könnte jedoch auf etwas stoßen: Rückstände von Fischernetzen im Verdauungstrakt des Buckelwals. Es ist denkbar, dass diese zum Verenden des Tieres führten. Fest steht, dass die Fachleute den Wal einer genauen Prüfung unterziehen werden. Für die gesamte Nekropsie sind ungefähr sechs Stunden veranschlagt.
Nach Abschluss der Autopsie ist geplant, den Leichnam von der Insel zu entfernen, so ein Vertreter der dänischen Naturverwaltungsbehörde. Die Bewohner von Anholt hoffen auf eine schnelle Beseitigung des Wals. Es besteht die Sorge, dass der Kadaver eine abschreckende Wirkung auf Besucher des frequentierten Strandes haben könnte.
Verwertung der Wal-Überreste in Dänemark
Für die Verarbeitung von Walkadavern ist normalerweise ein Betrieb wie Daka Dänemark zuständig. Ein Sprecher des Unternehmens erläuterte, dass die Überreste in einer Anlage in drei Fraktionen zerlegt werden. „Das Wasser wird gereinigt und in den Fjord geleitet.“ Er führte weiter aus, dass das gesamte Fett, etwa aus der dicken Speckschicht, zu Biodiesel verarbeitet wird. „Und alles andere – Knochen, Sehnen und Haut – wird zu einer Art Mehl verarbeitet, die als Biomasse zur Verbrennung in einer Zementfabrik endet.“
Der Sprecher bestätigte, dass für die Verarbeitung des Buckelwals „Timmy“ bisher kein Auftrag erteilt wurde. Eine Anfrage der dpa an die dänische Umweltbehörde bezüglich des Zeitpunkts und Ziels des Abtransports blieb unbeantwortet. Am Mittwoch waren unterdessen bereits Container am Strand positioniert worden. (dpa/red)
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