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Alle gingen noch zur SchuleEltern machen Urlaub – und lassen ihre fünf Kinder zu Hause

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Menschen baden an der Naama-Bucht in Scharm el Scheich.

Menschen baden an der Naama-Bucht in Scharm el Scheich. (Symbolbild)

Während die Eltern Urlaub in Ägypten machen, sind fünf Kinder allein zu Hause in Italien – eine Lehrerin wird misstrauisch.

Während die Eltern an den Stränden des Roten Meeres in Scharm el-Scheich entspannten und Urlaubsfotos in den sozialen Medien teilten, spielten sich in ihrer Heimatstadt Triest besorgniserregende Szenen ab. Wie der italienische Nachrichtensender Sky TG24 unter Berufung auf die Lokalzeitung „Il Piccolo“ berichtet, ließen die Eltern ihre fünf minderjährigen Kinder im Alter zwischen 8 und 17 Jahren für die Dauer ihrer Reise vollständig auf sich allein gestellt.

Italien: Eltern reisen nach Ägypten und lassen Kinder zurück

Der Fall flog auf, als eine Lehrerin eines der Kinder aufmerksam wurde. Offenbar hatten Erzählungen des Schülers den Verdacht nahegelegt, dass zu Hause keine Aufsichtsperson anwesend war. Die Pädagogin reagierte umgehend und informierte das Jugendamt der Gemeinde Triest.

Nach einem polizeilichen Einsatz in der Wohnung der Familie bestätigte sich die Vernachlässigung. Die Beamten fanden dort nicht nur die fünf Kinder vor, sondern auch mehrere Haustiere, die ebenfalls unzureichend versorgt waren.

Eklatante Verletzung der Aufsichtspflicht in Triest

Die Behörden leiteten sofortige Schutzmaßnahmen ein. Die Geschwister wurden zunächst in einer Kinderklinik medizinisch untersucht, um ihren Gesundheitszustand zu prüfen.

Da keine unmittelbaren Verwandten für die Betreuung zur Verfügung standen, wurden alle fünf Kinder gemeinsam in einer sozialen Einrichtung untergebracht. Auch für die Haustiere der Familie organisierte die Stadt eine angemessene Unterbringung.

Medizinische Untersuchung in der Spezialklinik Burlo Garofolo

Gegen die Eltern wurde ein Verfahren beim Jugendgericht eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft prüft nun die Erziehungskompetenz des Paares und nimmt dabei insbesondere die Lebensumstände der Kinder in den Blick. Der zuständige Stadtrat für Sozialpolitik, Massimo Tognolli, erklärte gegenüber italienischen Medien, dass man ein Eltern-Programm initiiert habe, um die Familie künftig enger zu begleiten und mögliche Defizite aufzuarbeiten.

Ziel sei eine Zusammenführung der Familie, sobald die Sicherheit und das Wohl der Minderjährigen dauerhaft garantiert werden können. Vorerst dürfen die Eltern ihre Kinder nur innerhalb der Betreuungseinrichtung besuchen. (jag)