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Vermisstenfall Deborah SassenStaatsanwalt bestätigt „konkreten Verdächtigen“

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Deborah Sassen Vermisstenanzeige.

Seit fast 30 Jahren fehlt von Deborah Sassen jede Spur. (Archivbild)

Das Mädchen verschwand 1996. Neue Hinweise führen zu Durchsuchungen und einem konkreten Verdacht.

Rund 30 Jahre nach dem Verschwinden der damals achtjährigen Deborah Sassen, genannt „Debbie“, in Düsseldorf haben die Ermittler einen konkreten Verdächtigen im Visier. Staatsanwalt Murat Ayilmaz bestätigte entsprechende Medienberichte auf Anfrage, machte jedoch keine weiteren Angaben zu dem Mann.

Die Düsseldorfer Polizei führte am Montag und Dienstag umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen im Stadtteil Wersten durch, um neue Erkenntnisse im Vermisstenfall Deborah Sassen zu gewinnen. Das berichtete die „Rheinische Post“.

Vermisste Deborah Sassen: Suche nach Beweismitteln in Sickergrube auf Privatgrundstück

Neben einem Grundstück in unmittelbarer Nähe zum damaligen Schulweg durchsuchten die Ermittler auch mehrere Häuser und Wohnungen. Im Fokus stand dabei insbesondere ein Grundstück nahe des Schulwegs der Achtjährigen, die seit dem 13. Februar 1996 spurlos verschwunden ist.

Die undatierten Handouts der Polizei zeigen die achtjährige Deborah Sassen (l), die vor 30 Jahren spurlos verschwand.

Die undatierten Handouts der Polizei zeigen die achtjährige Deborah Sassen (l), die vor 30 Jahren spurlos verschwand. Die Computeranimation (r) zeigt, wie die Schülerin im Jahr 2006 ausgesehen haben könnte. Die Düsseldorfer Polizei ermittelt nach wie vor im Fall. (Archivbild)

Da Mord im deutschen Recht nicht verjährt, verfolgt die zuständige Mordkommission auch nach drei Jahrzehnten jede vielversprechende Spur. Die aktuellen Maßnahmen konzentrierten sich auf die systematische Untersuchung des Geländes, wobei schweres Gerät zum Einsatz kam, um auch verborgene Bereiche unter der Erdoberfläche für die Spurensicherung zugänglich zu machen.

Ein zentraler Aspekt des Einsatzes war die Leerung und Untersuchung einer Sickergrube auf dem betroffenen Areal in Wersten. Spezialkräfte der Polizei und Forensiker suchten das Areal akribisch nach menschlichen Überresten oder persönlichen Gegenständen des vermissten Mädchens ab.

Hintergrund zum Verschwinden von Deborah Sassen 1996

Laut offiziellen Angaben der Staatsanwaltschaft konnten bei der Aktion potenzielle Beweismittel sichergestellt werden, deren Relevanz für den Fall nun in kriminaltechnischen Laboren geprüft werden muss. „Debbie haben wir leider nicht gefunden“, sagte der Staatsanwalt.

Die Ermittler hielten sich mit Details zu den Funden bedeckt, betonten jedoch, dass die Durchsuchungen auf konkreten Hinweisen basierten, die sich aus der fortlaufenden Analyse der Altfälle, sogenannten „Cold Cases“, ergeben hatten.

Das Schicksal von Deborah Sassen bewegt die Region seit dem 13. Februar 1996, als das Kind nach dem Schwimmunterricht gegen 12.00 Uhr mittags nicht nach Hause zurückkehrte. Der Heimweg von der Grundschule am Rheindorfer Weg betrug lediglich wenige Hundert Meter, dennoch verliert sich dort jede Spur.

Trotz einer der größten Suchaktionen in der Geschichte der Düsseldorfer Polizei und zahlreicher Fahndungsaufrufe in Sendungen wie „Aktenzeichen XY... Ungelöst“ blieb der Fall bis heute ungeklärt. Die aktuellen Grabungen und Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Behörden die Hoffnung auf eine späte Aufklärung und die Gewissheit für die Angehörigen nicht aufgegeben haben. Hinweise aus der Bevölkerung werden weiterhin unter der Rufnummer 0211 870 0 entgegengenommen.