Seit Tagen gehen Schülerinnen und Schüler in Frankreich auf die Straße, um mehr Geld für Bildung einzufordern. Vielerorts eskaliert der Protest.
Ausnahmezustand in FrankreichSchulproteste eskalieren – „Flammenwerfer“-Angriff in Marseille

Polizisten stehen vor brennendem Müll, während sie bei einer Demonstration gegen unterfinanzierte Schulen Schülerinnen und Schülern gegenüberstehen.
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Nach tagelangen, teils gewaltsamen Schulprotesten in Frankreich versucht die Regierung, die Lage in den Griff zu bekommen. Bildungsminister Édouard Geffray will mit Vertretern von Gymnasiasten und Studierenden zusammenkommen, um über deren Forderungen zu sprechen. Justizminister Gérald Darmanin droht hingegen, Eltern sollten für die durch ihre Kinder bei den Demonstrationen entstandenen Schäden zahlen.
Auch am Freitag (2. Oktober) gingen die Proteste weiter. Geffray zufolge blieben rund 560 Schulen geschlossen und boten stattdessen Fernunterricht an. Im Umfeld der geschlossenen Schulen wurden Medienberichten zufolge Demonstrationen verboten.
Frankreich: Proteste auch an Universitäten
Seit Tagen machen Schülerinnen und Schüler an Frankreichs Gymnasien ihrem Ärger über marode Schulgebäude und zu wenig Lehrpersonal Luft. Mittlerweile wird auch an Universitäten demonstriert.

Schülerinnen und Schüler skandieren Parolen, während sie vor einer blockierten Oberschule gegen die mangelnde Ausstattung der Schulen protestieren.
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Immer wieder kam es bei den Protesten auch zu Ausschreitungen. Dem Innenministerium zufolge schlagen die Proteste in „städtische Unruhe“ um. Einsatzkräfte werden demnach angegriffen, Brände gelegt und Zerstörung angerichtet. Tausende Menschen wurden festgenommen.
„Flammenwerfer“-Angriff in Marseille sorgt für Entsetzen
Insbesondere ein Fall aus Marseille sorgt in Frankreich für Entsetzen. Dort hatte es nach Angaben des Senders BFM am Donnerstag eine Frau spontan gegen die von Schülerinnen und Schülern begangenen Sachbeschädigungen in der Stadt protestiert und ist daraufhin von einer vermummten Person mit einem selbst gebastelten „Flammenwerfer“ angegriffen worden.

Feuerwehrleute löschen in Lyon einen Brand, während Schüler gegen die Unterfinanzierung von Schulen protestieren.
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Ein Video der Szene, das nach Angaben mehrerer französischer Medien authentisch ist, verbreitete sich schnell in den sozialen Netzwerken und sorgte für große Empörung. Dort zu sehen ist, wie der Angreifer mit Hilfe einer Spraydose und eines Feuerzeugs eine Stichflamme erzeugt und diese auf das Gesicht der Frau richtet. Nach Angaben von BFM habe die Polizei in Marseille den Vorfall bestätigt.
Die angegriffene Frau habe am Freitag in Marseille Anzeige erstattet, berichtete der französische Sender weiter. Zur Schwere ihrer möglichen Verletzungen gab es zunächst keine Angaben.
Frankreich: Eingangsbereiche von Schulen brennen
Auch in anderen Städten kam es erneut zu Gewaltakten. In Paris brannten die Eingangsbereiche von zwei Schulen. Im Großraum der Hauptstadt kam es an 55 Schulen zu gewaltsamen Ausschreitungen. In Lyon wurden an zehn Schulen unter anderem Böller gezündet und Mülltonnen in Brand gesteckt.
Am Donnerstag waren bei gewaltsamen Protesten rund 1800 Minderjährige in Polizeigewahrsam gekommen. Mindestens 65 Schulmitarbeiter, unter ihnen 40 Schuldirektoren, und 170 Jugendliche waren nach offiziellen Angaben verletzt worden. (das/afp)
