Vier Verdächtige aus Nordrhein-Westfalen sollen Sprengstoff-Täter mit PS-starken Autos versorgt haben. Nun stehen sie in Saarbrücken vor Gericht.
Logistiker der Spreng-BandeVier Männer aus NRW sollen Fluchtautos organisiert haben

Im Prozess geht es um bundesweit sieben Anschläge zwischen 2022 und 2024.
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In Saarbrücken hat vor dem Landgericht ein Verfahren gegen vier Angeklagte aus Nordrhein-Westfalen angefangen. Ihnen wird zur Last gelegt, als Bande schweren Diebstahl begangen zu haben. Die Männer aus Oberhausen, Mülheim an der Ruhr, Gelsenkirchen und Duisburg sollen gezielt Fluchtfahrzeuge für Kriminelle beschafft und an den Sprengungen von Geldautomaten profitiert haben.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass leistungsstarke Wagen bewusst an Tätergruppen, insbesondere aus den Niederlanden, verliehen wurden, um die Detonationen zu ermöglichen. „Die Angeschuldigten haben diese Taten nicht nur in Kauf genommen, sondern gezielt gefördert“, führte Oberstaatsanwalt Christian Nassiry zum Prozessauftakt aus. Die Männer sollen prozentual an der Beute beteiligt worden sein.
Bande mit klarer Aufgabenverteilung
Die Anklagebehörde vermutet eine arbeitsteilig agierende Gruppe. Ein Beschuldigter soll die Verbindung zu den Bombenlegern unterhalten haben, während andere die Automobile organisierten und weitergaben. Ferner sollen GPS-Informationen und Medienberichte analysiert worden sein, um die Verbrechen nachzuvollziehen und finanzielle Ansprüche durchzusetzen.
Hohe Beute und erheblicher Schaden
Den Angeklagten wird die logistische Unterstützung bei mehreren Sprengungen von Geldautomaten vorgeworfen. Wie die dpa berichtet, betrifft dies unter anderem Vorfälle aus dem Jahr 2024 in Hillesheim (Rheinland-Pfalz), Hemmersdorf (Saarland) und Lindenfels (Hessen). Zusätzlich werden Taten aus den Jahren 2021 und 2022 verhandelt, darunter in Borchen (Nordrhein-Westfalen) und Melle (Niedersachsen), sowie weitere bisher nicht spezifizierte Tatorte.
Die Anklageschrift umfasst insgesamt sieben Detonationen. Die Kriminellen sollen dabei beträchtliche Geldbeträge erlangt haben. Allein drei Delikte im Sommer 2024 brachten den Tätern laut Anklage über 280.000 Euro ein. Der entstandene Sachschaden wird auf eine Summe von mehreren hunderttausend Euro geschätzt.
Festnahmen in Nordrhein-Westfalen
Die Ermittler sind der Ansicht, dass die Machenschaften der Gruppe über Jahre zurückreichen. Auch frühere Delikte sollen einem identischen Muster gefolgt sein: Fahrzeuge wurden beschafft, den Tätern zur Verfügung gestellt und nach den Explosionen wieder zurückgeführt.
Die vier Angeklagten wurden im August 2025 bei Razzien in Nordrhein-Westfalen in Gewahrsam genommen. Das Verfahren in Saarbrücken ist vorläufig bis Anfang Juli terminiert, der nächste Verhandlungstag ist am 30. April (11.00 Uhr). Im Falle eines Schuldspruchs müssen die Männer mit mehrjährigen Freiheitsstrafen rechnen. (red)
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