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Wende beim 1. FC KölnSaid El Mala erteilt Brentford Absage

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Said El Mala wird vorerst nicht in die Premier League wechseln – zumindest nicht zum FC Brentford. IMAGO/Brauer-Fotoagentur

Said El Mala wird vorerst nicht in die Premier League wechseln – zumindest nicht zum FC Brentford. 

Ein Angebot über bis zu 50 Millionen Euro aus der Premier League lag vor, Geschäftsführer Thomas Kessler war „gesprächsbereit“. Doch der Spieler entschied sich gegen die West-Londoner.

Said El Mala wird vorerst nicht in die Premier League wechseln, zumindest nicht zum FC Brentford. Der Klub aus dem Westen Londons hatte den Kölnern ein Angebot vorgelegt, das Thomas Kessler als realistisch einschätzte. „Zumindest so, dass ich gesprächsbereit wäre. In der Region sind wir da“, sagte der Geschäftsführer Sport in einer Medienrunde vergangene Woche.

45 Millionen Euro plus mögliche Boni von weiteren fünf Millionen sowie eine Beteiligung am Weiterverkauf des Spielers standen im Raum. Offenbar war das exakt die Situation, die sich die Kölner ausgemalt hatten – und die der Außenstürmer in Auftrag gegeben hatte. Da El Mala von seinen Eltern beraten wird und kein Netzwerk auf dem englischen Markt hat, aktivierte der FC nach einem Hinweis aus der Familie des Spielers das eigene und platzierte unter anderem bei Brentford, dass Said El Mala – 19 Jahre alt, 13 Tore in seiner ersten Bundesligasaison – wechselwillig sei. Mit der Verpflichtung Tim Steidtens hatte der FC seine Position in England zuletzt verbessert. Der 46-Jährige bekleidet am Geißbockheim die neu geschaffene Position des „Direktors Kaderplanung und Recruiting“ und arbeitet Kessler zu. Zuletzt war Steidten Technischer Direktor bei West Ham United und verantwortete dort zahlreiche Transfers. Am Austausch mit Brentford war er beteiligt.

Historische Dimension

Ein Angebot von rund 50 Millionen Euro wäre für den FC ein Transfer von historischer Dimension gewesen. Der bislang größte Transfer aus Köln war Anthony Modestes Wechsel zum chinesischen Klub Tianjin Quanjian im Sommer 2017 für knapp unter 30 Millionen Euro. Mit El Mala wäre der FC in eine neue Kategorie vorgestoßen. Wichtig wäre außerdem gewesen, sich früh zu einigen. Eine solche Einnahme zu Beginn der Transferphase hätte den Kölnern einen erheblichen Vorteil im Werben um neues Personal verschafft.

Die Summe erscheint angesichts anderer Transferzahlen zwar eher bescheiden. Doch der Zeitpunkt wäre entscheidend gewesen. Eintracht Frankfurt etwa verkaufte Randal Kolo Muani 2023 am letzten Tag des Transferfensters für die Rekord-Ablöse von 95 Millionen Euro an Paris Saint-Germain, konnte das Geld jedoch so kurzfristig nicht mehr reinvestieren. Die Kölner haben andere Ziele – angesichts der Kaderarbeit, die nach dem Klassenerhalt in der vergangenen Saison weiterhin nötig ist, will der FC frühe Planungssicherheit.

Thomas Kessler und seine Mitarbeiter lagen also genau auf dem Weg, den sie sich vorgestellt hatten. Umso überraschter waren sie wohl, als Said El Mala einen Wechsel nach Brentford ausschloss.

Trainer Rene Wagner und Geschäftsführer Thomas Kessler haben eine komfortable Position: Entweder bleibt ein guter Spieler – oder der 1. FC Köln erzielt eine große Transfer-Einnahme.

Trainer Rene Wagner und Geschäftsführer Thomas Kessler haben eine komfortable Position: Entweder bleibt ein guter Spieler – oder der 1. FC Köln erzielt eine große Transfer-Einnahme.

Aus Kölner Sicht kein Drama, zumal der Sommer noch lang ist und wegen der WM bislang keine Bewegung auf dem Markt zu sehen ist, vor allem nicht im Spitzensegment. Entsprechend gelassen gab man sich am Feiertag im Geißbockheim, El Mala steht bei den Kölnern ohne Klauseln bis 2030 unter Vertrag. Einen ähnlich torgefährlichen Spieler zu finden wäre womöglich schwerer gewesen, als 50 Millionen Euro für einen 19-Jährigen zu erlösen. Es dürfte den Kölner Verantwortlichen nicht schwerfallen, sich über die Aussicht zu freuen, El Mala nach dem Sommer weiter im Kader zu haben.

Das dürfte als Signal an weitere Interessenten gelten: Der 1. FC Köln sieht sich nicht in der Pflicht, den Spieler abzugeben. Gleichzeitig ist man gesprächsbereit – die Grenze liegt, wie die Erfahrung mit Brentford nun gezeigt hat, offenbar bei rund 50 Millionen Euro.