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Kostspielige RettungsaktionSo viel kostete die Rettung von Buckelwal „Timmy“ bisher

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Der komplizierte Rettungseinsatz sorgte bundesweit für große Aufmerksamkeit. Es sind jedoch auch hohe Kosten entstanden.

Das Drama um den wiederholt in der Ostsee gestrandeten Buckelwal „Timmy“ hat wochenlang die Menschen in Atem gehalten. Seit Samstagmorgen schwimmt der Meeressäuger und von vielen aufgegebene Tier in der offenen Nordsee. Das Tier ist im Meer – doch in welchem Zustand, ist unklar.

Um den etwa zwölf Meter langen Meeressäuger zurück in tiefere Gewässer zu bringen, kamen neben einer Barge mehrere Schlepper und Schiffe sowie Bagger und ein Saugroboter zum Einsatz. Auch künstlich ausgelöste Wellen wurden angewendet, eine aufwendige Rinne musste ebenfalls angelegt werden. Der außergewöhnliche Rettungseinsatz hat bundesweit für große Aufmerksamkeit gesorgt – und war nicht billig.

Wie hoch sind die Kosten für die Rettung des gestrandeten Wales?

Den Hauptanteil haben zwei deutsche Millionäre zugesteuert: die Unternehmerin Karin Walter-Mommert und „MediaMarkt“-Gründer Walter Gunz. Die Berlinerin Walter-Mommert, die ihr Vermögen im Pferdesport gemacht hat, hat über die Kosten ausgepackt.

Karin Walter-Mommert

Karin Walter-Mommert (Archivfoto)

Aktuell belaufen sich die Ausgaben für den mehrfach gestrandeten Buckelwal „Timmy“ auf 1,5 Millionen Euro. „Das ist eine grobe Schätzung, da sind die Kosten für die Schiffe noch nicht enthalten“, sagte Walter-Mommert der „Bild“-Zeitung. „Aber es geht nicht ums Geld, es geht um den Wal.“

Vermögen für Rettung von Wal „Timmy“? Millionären macht Kosten öffentlich

Unterdessen gibt es Streit um „Timmys“ Freilassung: Mitglieder des Teams der privaten Initiative verwiesen für Angaben zur Freisetzung auf ihre Geldgeber, Walter-Mommert und Mediamarkt-Gründer Walter Gunz, die sich merklich wütend zeigten: In einem Statement distanzierten sich beide „ausdrücklich von den Geschehnissen und der Art und Weise, welche zur Aussetzung des Wales führten“. Die Initiative sei an der Freisetzung nicht beteiligt gewesen und habe diese auch nicht aktiv begleitet. Vielmehr hätten Crewmitglieder der gebuchten Schiffe den Wal abgesetzt.

Media-Markt-Gründer Walter Gunz

Media-Markt-Gründer Walter Gunz (Archivfoto)

Vom Team der Initiative war demnach lediglich Jeffrey Foster vom Whale Sanctuary Project in den USA an Bord des Lastkahns, als der Wal ins Wasser kam. Foster, der unter anderem an der gescheiterten Auswilderung des Orcas „Keiko“ („Free Willy“) beteiligt war, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, seine Teammitglieder seien an dem Morgen nicht noch einmal auf die Barge gelassen worden. Darum habe der Gesundheitszustand des Wals nicht - wie eigentlich vorgesehen - noch einmal überprüft werden können.

Der im Atlantik heimische Säuger irrte seit Anfang März vor der deutschen Ostseeküste umher und strandete mehrfach. Zuvor hatte er sich offensichtlich in Netzen verfangen, deren Reste er im Maul trug. Rund vier Wochen lang lag er in einem Seitenarm der Wismarer Bucht bei der Insel Poel auf Grund. (mbr/afp)