Berühmt wurde der Moderator mit der Talkshow „Kölner Treff“. Später moderierte er unter anderem die Sendungen „Boulevard Bio“ und „Alfredissimo“.
150 aus 150Alfred Biolek – ein Pionier des deutschen Fernsehens

Der Moderator Alfred Biolek war ein Pionier des deutschen Fernsehens. Er ist 2021 in Köln gestorben.
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im zehnten Teil der Serie geht es um den Fernsehmoderator und Juristen Alfred Biolek.
Bedeutung
Alfred Biolek war ein Pionier des deutschen Fernsehens. Der promovierte Jurist begann 1963 in der Rechtsabteilung des neugegründeten ZDF, wechselte aber bald als Moderator in die Redaktion. Seine zweite Station war die Bavaria Filmgesellschaft in München, bevor er zum WDR nach Köln kam. Von 1974 bis 1978 produzierte er die ARD-Show „Am laufenden Band“ mit Rudi Carrell, eine der beliebtesten Unterhaltungsformate Deutschlands. Damit gelang Biolek der Durchbruch.

Die beiden Talkmaster Dieter Thoma (links) und Alfred Biolek am 25.01.1976 bei der ersten Ausstrahlung der Talkshow „Kölner Treff“.
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Gemeinsam mit dem Journalisten Dieter Thoma startete Biolek 1976 die Talkshow „Kölner Treff“, mit der er als Talkmaster berühmt wurde. Vier Jahre lang produzierte und moderierte Biolek die Musiksendung „Bio’s Bahnhof“ im ehemaligen Depot der Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn. Nicht nur der ungewöhnliche Ort, sondern auch die Mischung von E- und U-Musik war etwas völlig Neues. Als Talent-Scout entdeckte unter anderem Sting und die bis dahin völlig unbekannte Kate Bush.
Jeweils zwölf Jahre lang moderierte er die Talkshow „Boulevard Bio“ (1991 bis 2003) und die Kochsendung „alfredissimo!“ (1994 bis 2006). 1991 outete ihn der Filmemacher Rosa von Praunheim in einer RTL-Sendung als homosexuell. Biolek, der sein Privatleben stets von der Öffentlichkeit abgeschirmt hatte, war zunächst verärgert, verzieh von Praunheim aber später.
Alfred Biolek
Geboren: 10. Juli 1934 in Freistadt, heute Karviná, Tschechien
Gestorben: 23. Juli 2021 in Köln
Wirken in Köln
Biolek, der den längsten Teil seines Lebens in Köln lebte, hat den TV-Standort entscheidend mitgeprägt. Jahrzehntelang unterstützte er das Kabarett- und Kleinkunsttheater „Senftöpfchen“. 1979 bis 2010 war er am Restaurant „Alter Wartesaal“ beteiligt. An der Kunsthochschule für Medien wirkte er seit 1990 als Honorarprofessor.
Bemerkenswert
Die UN ernannten Biolek als ersten Deutschen 2000 zum Sonderbotschafter. 2005 gründete er eine Stiftung, die jungen Menschen in Afrika Starthilfe ermöglichte. In den 1970er Jahren machte er die britische Komikertruppe Monty Python in Deutschland bekannt.
Spuren in der Stadt
2018 übergab er Akten und Fotografien an das Historische Archiv. Sein Urnengrab befindet sich in der Grabstätte des Publizisten L. Fritz Gruber auf dem Friedhof Melaten.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
