In mehreren Orten sind am Sonntag Fälle bekannt worden, bei denen Süßigkeiten mit gefährlichen Gegenständen präpariert wurden. Am Tag nach Halloween stellte sich heraus, dass in den von Kindern gesammelten Schokoriegeln, Weingummis oder Kaubonbons Nadeln oder andere Gegenstände enthalten waren. Nun laufen die Ermittlungen – auch in Essen, wo es zwei Vorfälle gab.
In der Ruhrgebietsstadt meldeten sich zwei Familien, die Nadeln in den gesammelten Halloweensüßigkeiten gefunden hatten. Verletzt wurde niemand, auch dank der Aufmerksamkeit der Eltern. Für die Ermittler wird die Lage dadurch erschwert, dass sich beide Fälle in unterschiedlichen Stadtteilen abspielten.
Polizei warnt Eltern in Essen
Zunächst meldete sich am Sonntag eine Familie aus Essen-Stoppenberg im Norden der Stadt und erstattete Strafanzeige. Dem Vater eines 13-Jährigen waren verdächtige Einstichlöcher in der Verpackung eines Schokoriegels aufgefallen, es wurde dann eine Metallnadel gefunden. Diese war offensichtlich seitlich in den Riegel hereingedrückt worden. Wenige Stunden später meldete sich eine Familie aus Burgaltendorf beim Notruf der Polizei. Der Stadtteil liegt im Südosten. Auch hier waren Metallnadeln in einem Schokoriegel und in einer Tüte mit Weingummi entdeckt worden.
Die Polizei nahm dies zum Anlass, Eltern im gesamten Stadtgebiet zu warnen. Bis zum Montagvormittag wurden aber keine weiteren Fälle bekannt. Dennoch sollten alle Familien die von ihnen „erbeuteten“ Süßigkeiten checken.

Weitere präparierte Riegel wurden in Essen gefunden.
Copyright: Polizei Essen
Die Ermittlungen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung laufen, es werden auch Zeugen gesucht. Hinweise nimmt die Polizei Essen per E-Mail oder telefonisch unter 0201-829-0 entgegen.
Die Polizei versucht zu rekonstruieren, welche Laufwege die Kinder beziehungsweise Familien jeweils an Halloween genommen haben. Sie waren aber nach Bericht von Radio Essen nur in dem jeweiligen Stadtteil und eine Familie zudem noch in Überruhr unterwegs. Daher könne man „fast sicher ausschließen, dass hinter beiden Fällen ein und derselbe Täter steckt“, so ein Sprecher. Völlig unklar ist auch, ob die Süßigkeiten persönlich an der Tür ausgegeben wurden oder möglicherweise in einer Schale bereitstanden.
Nadeln in Süßigkeiten: Viele Fälle in diesem Jahr
Ein Zusammenhang mit Fällen aus anderen Teilen Deutschlands wird in Essen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Dennoch scheinen sich in diesem Jahr die Vorfälle zu häufen. Auch in Niedersachsen, Thüringen, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, und Bayern fanden Eltern Nadeln, Nägel und andere Metallobjekte in den gesammelten Süßigkeiten.
In Nordrhein-Westfalen gab es in Bad Salzuflen im Kreis Lippe noch ein weiteres Vorkommnis: In einem Kaubonbon war eine Nadel versteckt. Auch hier stehen die Ermittlungen noch am Anfang. (mit dpa)

