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Hantavirus auf KreuzfahrtIn diese Bundesländer werden die Deutschen gebracht – zwei weitere Fälle bestätigt

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Passagiere in Schutzanzügen betreten ein Flugzeug.

Die Evakuierung der „Hondius“ ist fast abgeschlossen. Die Passagiere wurden alle in ihre Heimatländer ausgeflogen.

Die Evakuierung der „Hondius“ ist derweil fast abgeschlossen. Zwei Passagiere wurden positiv getestet.

Nach dem Ausbruch des tödlichen Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ sollen vier deutsche Passagiere am Montag (11. Mai) von Frankfurt am Main nach Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Schleswig-Holstein verteilt werden. Die Beförderung werde von den jeweiligen Bundesländern beziehungsweise Kommunen übernommen, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Morgen in Berlin mit. Sie seien alle „vollständig ohne Symptome“, hieß es.

Unterdessen sind weitere Passagiere positiv auf den Erreger getestet worden – eine Französin und ein US‑Bürger. Der Zustand der Französin verschlechtere sich, sagte die französische Gesundheitsministerin Stephanie Rist dem Radiosender „France Inter“. Kurz zuvor hatte das US-Gesundheitsministerium bekannt gegeben, dass einer der 17 in die USA zurückgekehrten Amerikaner positiv auf das Virus getestet worden war.

Zwei weitere Passagiere der „Hondius“ positiv auf Hantavirus getestet

Die Frau gehöre zu einer Gruppe von fünf Franzosen, die sich an Bord befunden hätten. Die vier weiteren Passagiere seien negativ getestet worden, würden jedoch erneut untersucht. Zudem hätten die französischen Behörden bislang 22 Kontaktpersonen ermittelt, erklärte die Ministerin weiter.

Die vier Deutschen waren am Sonntag gemeinsam mit weiteren Betroffenen in einer niederländischen Maschine von der spanischen Kanareninsel Teneriffa in Eindhoven gelandet. Laut Bundesgesundheitsministerium wurden sie anschließend in das Frankfurter Universitätsklinikum gebracht, wo sie in der Nacht zum Montag eintrafen. In ihren Heimatregionen sind dann die jeweiligen Gesundheitsämter zuständig.

Hantavirus: Deutsche Passagiere werden in vier Bundesländer gebracht

Laut Bundesministerium steht zu erwarten, „dass die Kontaktpersonen an ihren Wohnorten in häusliche Quarantäne abgesondert werden“, wegen der langen Inkubationszeit voraussichtlich für bis zu 45 Tage. „Während der nächsten Wochen werden die Kontaktpersonen kontinuierlich und engmaschig auf Symptome überwacht - über Details entscheidet das zuständige Gesundheitsamt“, hieß es weiter.

Drei Passagiere des Schiffs waren in den vergangenen Wochen am Hantavirus gestorben, darunter eine Deutsche. Eine weitere Deutsche, die mit ihr Kontakt hatte und bereits vor einigen Tagen von Bord geholt wurde, wurde in der vergangenen Woche im Universitätsklinikum Düsseldorf negativ auf das Hantavirus getestet. Gegen das schwere Atemwegserkrankungen verursachende Virus gibt es keine Impfung und auch keine Behandlung. (mbr/afp)