Nach 30 Grad am DienstagSchwere Unwetterfront trifft NRW – DWD erwartet Orkanböen und heftigen Starkregen

Lesezeit 3 Minuten
Ein Auto fährt durch eine große Wasserlache bei Gewitter und Starkregen in Köln. Der Deutsche Wetterdienst erwartet am Dienstag über Nordrhein-Westfalen schwere Unwetter. (Symbolbild)

In Köln und der Region werden am Dienstagabend (9. Juli) schwere Gewitter und Orkanböen erwartet. Windgeschwindigkeiten von mehr als 110 km/h sind möglich. (Symbolbild)

Nach einer kurzen Hitzewelle drohen über Köln und der Region starke Unwetter. Der DWD sieht die Hauptgefahr in orkanartigen Böen.

Eine schwere Unwetterfront mit lokal heftigem Starkregen und orkanartigen Böen erreicht am Dienstag (9. Juli) Nordrhein-Westfalen. Von Westen zieht ein sogenannter Baumfällerbogen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 110 km/h in Richtung Deutschland. Der Deutsche Wetterdienst spricht von einem „hohen Unwetterpotential“.

Noch ist unklar, wie weit die Unwetterfront ins Landesinnere zieht und dabei auch Köln und die Region trifft. „Je eher der [Gewitterkomplex nach Deutschland] kommt, desto stärker wird er wahrscheinlich ausfallen“, teilte ein DWD-Sprecher mit. Lokal werden mehr als 35 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet.

Wetter Köln und Region: Unwetterfront rollt heran – DWD rechnet mit Orkanböen von 110 km/h

Die Unwetterfront zieht dabei am Nachmittag über Belgien und die Niederlande hinweg. Die stärksten Auswirkungen werden derzeit am Niederrhein, in der Städteregion Aachen und teilweise auch in der Eifel in der Grenzregion zu Belgien erwartet. Der DWD rechnet vor allem im westlichen Teil von NRW mit Starkregen, auch Hagel mit einem Durchmesser von zwei Zentimetern ist nicht ausgeschlossen.

Die „Hauptgefahr“ geht laut DWD allerdings von den Windböen aus. Über einen weiten Bereich werden Sturmböen von mehr als 80 km/h, an der Grenze zu Belgien sogar mit 110 km/h prognostiziert. „In den Niederlanden drohen am Abend schwere Gewitter mit Böen örtlich bis Orkanstärke“, schreibt auch der Wetterdienst Kachelmannwetter auf X.

„Heftiges Unwetterpotential“: Starkregen mit 35 Liter Regen pro Quadratmeter erreicht NRW

Sollten die Orkanböen NRW bereits am frühen Abend erreichen, könnte es zu schweren Schäden an Häusern oder Bäumen kommen. Ein Verkehrschaos droht. Straßen könnten kurzfristig nicht befahrbar sein, auch bei der Deutschen Bahn könnte es zu Ausfällen und Verspätungen kommen.

Das Wettermodell ICON des DWD rechnet derzeit im Grenzgebiet zwischen den Niederlanden und Deutschland mit Höchstwerten von 119 km/h bei den orkanartigen Böen. Bereits am Dienstagabend ist durch die heranrollenden Unwetter ein drastischer Temperatursturz in Teilen Nordrhein-Westfalens zu erwarten.

Wetter Köln und Region: Unwetterfront bringt Temperatursturz nach mehr als 30 Grad

So herrschen in Köln bis zum späten Dienstagabend noch teils mehr als 30 Grad, während beispielsweise in Aachen die Temperaturen in wenigen Stunden auf 20 Grad oder weniger sinken. Dort soll die Unwetterfront als Erstes auf Deutschland treffen, bevor die Gewitter weiter in Richtung Westen ziehen.

Für Köln und die Region werden in der Nacht zu Mittwoch zunächst kleinere Gewitter und Regenschauer erwartet. Je nachdem, ob die Unwetterfront NRW bereits früher erreicht, könnte es aber auch in Köln und der Region deutlich stürmischer werden.

Schwere Unwetter in Köln und Region: Stadt Köln schließt Fanzonen zur EM 2024 

Erst vor wenigen Wochen wurden Köln und die Region von schweren Unwettern getroffen. Mehrere Superzellen waren über die Mitte Deutschlands hinweggezogen, Köln hatte eine Wetterwarnung herausgegeben und die Fanzonen zur Fußball-Europameisterschaft 2024 geschlossen.

Durch den Klimawandel steigt die Wahrscheinlichkeit für Extremwetterereignisse. So sind die Meerestemperaturen auf Rekordniveau und erhöhen das Potential für schwere Unwetter. In der Karibik wurde beispielsweise mit Hurrikan Beryl erstmals bereits Anfang Juli ein Hurrikan der Stufe fünf mit Böen von mehr als 300 km/h gemessen. (shh)

Nachtmodus
KStA abonnieren