Das hat den deutschen Professor sehr gewundert. Seit 2011 ist Martin Paul Präsident der Universität von Maastricht und hatte bisher nicht den Eindruck, als sei er in der Provinz Limburg nicht willkommen. Ganz im Gegenteil. Doch kürzlich ist er auf der Facebook-Seite „Was Niederländer mögen“ auf eine Auflistung von Dingen gestoßen, die Niederländer ganz und gar nicht mögen. Auf dem ersten Platz: für Deutsche gehalten zu werden. Auf dem zweiten Platz: Deutsche.
Er habe ganz und gar nicht den Eindruck, in seiner Wahlheimat Limburg nicht willkommen zu sein, er habe bisher auch keinerlei Animositäten verspürt, antwortet der Professor in seinem Blog. „Ich kann mir zwar vorstellen, dass manche Niederländer von deutschen Touristen genervt sind, vor allem, nachdem ich gehört habe, wie manche meiner Landsleute sich im Café beschwerten, dass ihr Cappuccino mit Milchschaum statt mit Schlagsahne serviert wurde. Auf der anderen Seite habe ich auch schon niederländische Touristen gesehen, die sich im Urlaub danebenbenahmen.“
Doch was sagt uns das jetzt? Erstens: Die Niederländer sind die besseren Italiener, denn Cappuccino mit Schlagsahne ist eindeutig eine deutsche Kaffee-Entgleisung. Zweitens: Die Italiener sind die besseren Deutschen, zumindest, wenn sie im Fußball aufeinandertreffen. Drittens: Was man von den Niederländern nicht sagen kann, wenn sie gegen Deutschland spielen (müssen).
Und jetzt? Bleiben wir mal alle ganz entspannt, rät der Professor und nehmen Facebook-Umfragen nicht so ernst. Er sei in Limburg nur ein einziges Mal von einem Radfahrer beschimpft worden, „weil ich für ihn nicht schnell genug gebremst habe. Als ich auf Niederländisch reagiert habe, stellte sich heraus, dass es sich ebenfalls um einen Deutschen handelte.“
