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Ist es „Timmy“?Toter Wal vor Dänemark – Untersuchung soll Aufschluss bringen

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Buckelwal Timmy im Wasser

Buckelwal „Timmy“ (Foto) wurde Anfang Mai in die Nordsee entlassen. Nun wurde vor Dänemark ein toter Wal gesichtet.

Ein offenbar toter Wal wurde vor der dänischen Insel Anholt entdeckt. Nun wird spekuliert, ob es sich dabei um Buckelwal „Timmy“ handeln könnte.

Die Sorge um den Buckelwal „Timmy“, dessen Odyssee durch die Ostsee in den vergangenen Wochen Millionen Menschen bewegte, hat einen neuen, traurigen Höhepunkt erreicht. Vor der abgelegenen dänischen Insel Anholt im Kattegat wurde ein toter Wal gesichtet. Das berichtet unter anderem die „Bild“-Zeitung. Ob es sich dabei tatsächlich um das Tier handelt, das am 2. Mai im Skagerrak in die Freiheit entlassen wurde, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt.

Entdeckung vor der dänischen Küste

Eine Besucherin des örtlichen Campingplatzes auf Anholt entdeckte demnach den Kadaver am Donnerstag. Der Fundort liegt etwa 200 Kilometer von der Stelle entfernt, an der „Timmy“ zuletzt in die Nordsee entlassen worden war. Da der verendete Meeressäuger auf der Seite im flachen Wasser liegt, gestaltet sich eine Identifizierung schwierig. Erste Aufnahmen zeigen jedoch ein Tier mit stark angegriffener Haut, auf dem sich bereits zahlreiche Seevögel niedergelassen haben.

Ein toter Wal liegt vor der dänischen Insel Anholt. Unklar ist, ob es sich um den Wal handelt, der Ende März erstmals vor Timmendorfer Strand gestrandet war und rund einen Monat später in die Nordsee,  transportiert wurde.

Ein toter Wal liegt vor der dänischen Insel Anholt. Unklar ist, ob es sich um den Wal handelt, der Ende März erstmals vor Timmendorfer Strand gestrandet war und rund einen Monat später in die Nordsee, transportiert wurde.

Die dänische Naturbehörde Naturstyrelsen hat den Bereich abgesperrt und warnt Schaulustige eindringlich davor, sich dem Kadaver zu nähern. Neben möglichen Krankheitserregern besteht bei Walen dieser Größe die Gefahr einer Explosion durch Gase, die sich im Zuge der Verwesung im Körperinneren ansammeln.

Experten suchen nach Beweisen

Morten Abildstrøm von der zuständigen dänischen Behörde gab am Freitag bekannt, dass er sich zu 95 Prozent sicher sei, dass es sich um einen Buckelwal handelt. Die Größe des Tieres wird auf 10 bis 15 Meter geschätzt, was den Maßen von „Timmy“ entspräche.

Ein wesentliches Indiz fehlt jedoch bisher: Ein GPS-Sender, mit dem „Timmy“ vor seiner Freilassung ausgestattet worden war, konnte bei einer ersten Inspektion der Schwanzflosse nicht gefunden werden. Allerdings sendete dieser Tracker bereits seit vergangenem Sonntag keine Daten mehr.

Eine Luftaufnahme zeigt die dänische Insel Anholt, vor der am Freitag ein totel Wal im Wasser treibt.

Eine Luftaufnahme zeigt die dänische Insel Anholt, vor der am Freitag ein totel Wal im Wasser treibt.

Um letzte Gewissheit zu erlangen, wurden bei Niedrigwasser Gewebeproben entnommen. Diese sollen nun sowohl in dänischen als auch in deutschen Laboren untersucht werden. Auch ein Abgleich von Fotos der Fluke – die bei Buckelwalen so individuell wie ein Fingerabdruck ist – könnte eine schnellere Entscheidung bringen.

Reaktionen aus der Politik und Forschung

Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) aus Mecklenburg-Vorpommern mahnte zur Geduld und erklärte, man stehe in engem Kontakt mit den dänischen Behörden. Auch das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund hat Interesse an einer Untersuchung angemeldet, sollte es sich um den bekannten Wal handeln, um wertvolle Erkenntnisse für künftige Strandungen zu gewinnen.

Sollte die Identifizierung bestätigt werden, wäre dies das traurige Ende einer beispiellosen Rettungsaktion. Experten wie Prof. Peter Teglberg Madsen von der Universität Aarhus halten es für wahrscheinlich, dass der Wal bereits auf offener See verstarb und durch Strömungen in Richtung Anholt getrieben wurde. Bis die Ergebnisse der Gewebeproben vorliegen, bleibt die Hoffnung der Wal-Schützer jedoch bestehen. (jag)