Überraschende Nasa-Entscheidung: Ein Italiener fliegt statt eines Deutschen zur nächsten Artemis-Mission.
Italiener statt DeutscherNasa wählt überraschend Italiener für die Artemis-3-Mission

Der italienische Esa-Astronaut Luca Parmitano wird als erster Europäer beim Nasa-Mondprogramm «Artemis» mitfliegen.
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Die Nasa hat unerwartet bekannt gegeben, dass mit Luca Parmitano ein Italiener der erste europäische Teilnehmer einer „Artemis“-Mondmission sein wird. Seine Auswahl als einer von vier Raumfahrern für den Einsatz „Artemis 3“ steht im Gegensatz zu früheren Mitteilungen, die einem deutschen Raumfahrer den Platz zugesichert hatten.
Ebenfalls für Verwunderung sorgte der Umstand, dass ein europäischer Teilnehmer schon bei „Artemis 3“ dabei sein wird und nicht erst bei nachfolgenden Flügen. Der Beginn des Einsatzes ist für das Jahr 2027 terminiert. Die Besatzung besteht aus dem Piloten Parmitano sowie den US-amerikanischen Astronauten Andre Douglas, Frank Rubio und dem Missionskommandanten Randy Bresnik.

Mit zur Crew sollen auch die US-Amerikaner Andre Douglas, Randy Bresnik und Frank Rubio (l-r) gehören.
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Einsatz sieht keine Landung auf dem Mond vor
Abweichend von der ursprünglichen Planung wird bei diesem Einsatz keine Landung auf dem Mond stattfinden. Stattdessen ist vorgesehen, dass die Besatzung im Raumschiff „Orion“ in einem Erdorbit das Andocken an Mondlandesysteme erprobt. Nasa-Leiter Jared Isaacman hatte diese strategische Neuausrichtung Ende Februar verkündet, um das Programm voranzutreiben. Als Begründung führte er den wachsenden Wettbewerb durch den größten geopolitischen Rivalen an.
Der vorangegangene Einsatz, „Artemis 2“, hatte Anfang April eine Besatzung aus drei US-Bürgern und einem Kanadier in die Mondnähe gebracht, eine Landung erfolgte jedoch nicht. Während der Vorstellung der „Artemis 3“-Besatzung in Houston äußerte sich Nasa-Managerin Nicky Fox mit den Worten: „Bei ‚Artemis 2‘ ging es um Mond-Freude, bei ‚Artemis 3‘ wird es um Erd-Freude gehen.“
Ursprüngliche Planung sah deutschen Raumfahrer vor
Der Leiter der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, Josef Aschbacher, hatte Ende 2025 verlauten lassen, dass die ersten europäischen Teilnehmer einer Mondmission aus Deutschland, Frankreich und Italien stammen würden. Dabei sollte Deutschland den Auftakt bilden. Im Anschluss daran hatten die beiden deutschen Esa-Raumfahrer Alexander Gerst und Matthias Maurer wiederholt ihr Interesse an dieser Möglichkeit geäußert.

Die beiden deutschen Esa-Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer (links) hatten mehrfach betont, gern zum Mond fliegen zu wollen. (Archivbild)
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Vorerst wurde nicht geklärt, weshalb ein europäischer Teilnehmer schon bei „Artemis 3“ und nicht, wie ursprünglich avisiert, erst bei „Artemis 4“ dabei ist. Ebenso wenig wurde kommuniziert, ob für den Einsatz „Artemis 4“ weiterhin ein deutscher Esa-Raumfahrer eingeplant ist oder ob darüber neue Verhandlungen mit der Nasa erforderlich sind.
Das Profil des Astronauten Luca Parmitano
Der 49-jährige Parmitano gilt als versierter Raumfahrer mit Flügen zur Internationalen Raumstation ISS in den Jahren 2013 und 2019. Seine Ausbildung absolvierte er an der Luftwaffenakademie in Italien und arbeitete als Testpilot. „Wir hätten uns keinen besseren Piloten wünschen können“, sagte Esa-Chef Aschbacher zur Wahl Parmitanos, äußerte sich aber nicht spezifisch dazu, warum der Italiener gegenüber Gerst (50) oder Maurer (56) den Vorzug erhielt.

Luca Parmitano war zweimal auf der Raumstation ISS. (Archivbild)
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Darüber hinaus ist Parmitanos Name mit einem dramatischen Ereignis der Raumfahrt verknüpft: Im Jahr 2013 entging er während eines Außeneinsatzes nur knapp dem Ertrinken im All, als sich sein Helm mit Wasser füllte. Ihm gelang die knappe Rückkehr zur Raumstation. Parmitano ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Die nächsten Schritte im Artemis-Programm
Im Anschluss an den modifizierten „Artemis 3“-Einsatz beabsichtigt die Nasa, schon 2028 mit „Artemis 4“ und „Artemis 5“ eventuell zwei Landungen auf dem Mond durchzuführen. Es bleibt ein Wettlauf mit der Zeit, da China das Ziel ausgegeben hat, bis 2030 Menschen auf den Mond zu bringen. „Wir werden noch vor Ende 2028 zum Mond zurückkehren“, zeigte sich Nasa-Chef Isaacman zuversichtlich.

Parmitano zeigte sich merklich bewegt. (Archivbild)
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Für den Start der Einsätze wird die „Space Launch System“-Rakete (SLS) verwendet, die als leistungsstärkste Trägerrakete der Nasa gilt. Die Raumfahrer befinden sich an Bord der „Orion“-Kapsel, deren europäisches Servicemodul (ESM) für die Versorgung mit Sauerstoff, Wasser und Strom im Airbus-Werk in Bremen gefertigt wird. Private Raumfahrtunternehmen wie Blue Origin und SpaceX sind mit dem Bau der Mondlander beauftragt.

Ursprünglich sah das Projekt auch einen Außenposten am Mond namens «Lunar Gateway» vor - hier eine grafische Darstellung.
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Das Vorhaben eines Mond-Außenpostens namens „Lunar Gateway“, bei dem die Esa eine wesentliche Rolle spielt, wurde laut Isaacman zumindest vorerst zurückgestellt. Eine endgültige Entscheidung über dessen Zukunft steht noch aus.
Neil Armstrong betrat am 20. Juli 1969 als erster Mensch den Mond. Als bislang letzter verließ Eugene Cernan am 14. Dezember 1972 den Erdtrabanten. Die Rückkehr zum Mond gilt für Raumfahrtnationen wie die USA und China als Symbol für technologische und geopolitische Führung. (dpa/red)

Für Länder wie die USA und China symbolisiert die Rückkehr zum Mond technologische und geopolitische Führung. (Archivbild)
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