Rund 1800 Helfer haben in Japan einen historischen Burgturm mit Muskelkraft und Seilen bewegt. Bis 2033 wird das Denkmal saniert.
Ungewöhnliche Aktion in JapanTausende Freiwillige ziehen 360-Tonnen-Turm mit Seilen an ihren alten Platz

Nach den Restaurierungsarbeiten in Hirosaki in der Präfektur Aomori ziehen Freiwillige am 26. August 2026 einen Teil der Burg Hirosaki mit Seilen an ihren ursprünglichen Standort zurück.
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Ein Schlossumzug der besonderen Art sorgt im Norden Japans für Aufsehen: Rund 1800 Freiwillige haben am vergangenen Wochenende geholfen, den hunderte Tonnen schweren Hauptturm der Burg Hirosaki mit reiner Muskelkraft über Seile und Walzen zu bewegen. Wie unter anderem der „Guardian“ und CNN berichten, legte das Bauwerk dabei eine Strecke von fast zwei Metern zurück.
Die Aktion ist Teil eines groß angelegten Restaurierungsprojekts in der Präfektur Aomori auf der japanischen Hauptinsel Honshu. Der historische Wehrturm war ursprünglich versetzt worden, um eine angrenzende, durch ein schweres Erdbeben beschädigte Schutzmauer instand zu setzen.
Sanierung nach Erdbeben: Burgturm von Hirosaki wird aufwendig versetzt
Im Zuge der aufwendigen Sanierung mussten 2185 Steine exakt an ihren ursprünglichen Positionen neu aufgeschichtet werden. Diese Arbeiten wurden im Dezember 2024 abgeschlossen.

Das Interesse an der Gemeinschaftsaktion war enorm.
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Um das historische Denkmal zu schonen, griffen die Verantwortlichen auf eine traditionelle japanische Versetzungstechnik namens „Hikiya“ zurück. Dabei wird das Gebäude nicht abgebaut, sondern im Ganzen auf Rollen und Schienen gelagert und mit Seilen gezogen.
„Weil der Burgturm als national bedeutendes Kulturgut ausgewiesen ist, haben wir ihn nicht zerlegt“, erklärte Kensuke Hayasaka, Leiter der Abteilung für Parks und Grünflächen der Stadt Hirosaki, gegenüber dem „Guardian“. „Wir nutzen Hikiya, eine Methode zur Versetzung von Gebäuden, die in Japan seit der Antike existiert.“
Riesiger Andrang: Tausende Freiwillige wollen historischen Burgturm ziehen

Um das historische Denkmal zu schonen, griffen die Verantwortlichen auf eine traditionelle japanische Versetzungstechnik namens „Hikiya“ zurück.
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Das Interesse an der Gemeinschaftsaktion war enorm. „Wir hatten rund 8000 Bewerbungen für die 1800 Plätze der letzten beiden Tage, die Nachfrage war also rund viermal so hoch wie das Angebot“, sagte Hayasaka. „Die Teilnehmer kamen nicht nur aus unserer Stadt, sondern aus ganz Japan und aus dem Ausland, darunter viele aus Südostasien, Europa und Nordamerika.“

Besucher beobachten, wie Freiwillige den Burgturm Hirosaki nach den Restaurierungsarbeiten mit Seilen an ihren ursprünglichen Standort zurückziehen.
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Nach Angaben des „Guardian“ kam dieses traditionelle Verfahren zum ersten Mal seit über einem Jahrhundert wieder zum Einsatz. Der symbolische Kraftakt mit Freiwilligen soll noch bis Ende August fortgesetzt werden, bevor schweres Gerät die verbleibenden rund 73 Meter bis zum endgültigen Fundament übernimmt.
Bis Besucher das Wahrzeichen wieder von innen besichtigen können, vergeht allerdings noch Zeit. „Sobald der Turm wieder auf seinem ursprünglichen Sockel steht, beginnen die Konservierungsarbeiten und das gesamte Bauwerk wird eingehaust“, so Hayasaka. „Nach derzeitigem Stand rechnen wir mit einer Wiedereröffnung für Besucher im Jahr 2033.“ (jag)
