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Geständnisse angekündigtStrafrabatt für Angeklagte im Grüne Gewölbe-Prozess möglich

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Zwei Angeklagte sitzen neben ihren Anwälten im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts Dresden, bevor der Prozess um den Juwelenraub im Grünen Gewölbe des Dresdner Residenzschlosses im November 2019 beginnt.

Zwei Angeklagte sitzen neben ihren Anwälten im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts Dresden, bevor der Prozess um den Juwelenraub im Grünen Gewölbe des Dresdner Residenzschlosses im November 2019 beginnt.

Nach fast einem Jahr Prozess zeigen sich einige mutmaßliche Juwelendiebe des Grünen Gewölbes kooperationsbereit. Noch vorhandene Beutestücke wurden schon zurückgegeben.

Nach der Rückgabe von Beutestücken im Prozess um den Juwelendiebstahl aus dem Historischen Grünen Gewölbe Dresden zeichnet sich am Landgericht eine Wende ab. Vier der sechs Angeklagten haben im Zuge von Sondierungsgesprächen Anfang Dezember 2022 Geständnisse avisiert, wie der Vorsitzende Richter Andreas Ziegel am Dienstag sagte.

Ein Besucher schaut sich im Juwelenzimmer des Historischen Grünen Gewölbes im Residenzschloss um.

Ein Besucher schaut sich im Juwelenzimmer des Historischen Grünen Gewölbes im Residenzschloss um. Rund drei Jahre nach dem Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden haben die Ermittler einen Großteil der Beute gefunden.

Die Initiative ging demnach vom ältesten Beschuldigten aus. Der 29-Jährige habe darauf hingewirkt, dass die noch vorhandenen Beutestücke zurückgegeben werden, berichtete Ziegel zu Beginn des Verhandlungstages über die Treffen mit Staatsanwälten und/oder der Kammer. Das am 17. Dezember 2022 in der Westberliner Kanzlei seines Verteidigers ausgebreitete Konvolut war jedoch weniger umfangreich als erwartet und mehrere Stücke unvollständig.

Freiheitsstrafe zwischen fünfeinhalb und sechseinhaln Jahren

Einige davon seien wegen unsachgemäßer Lagerung und Reinigungsversuchen zur Beseitigung von Spuren beschädigt. Der in Aussicht stehende Strafrabatt wurde daraufhin nach oben korrigiert. Möglich sind nun bei einer Verständigung laut Ziegel eine Gesamtfreiheitsstrafe zwischen fünfeinhalb Jahren und sechseinhalb Jahren für die zur Tatzeit Erwachsenen sowie zwischen vier und viereinhalb Jahren für die damals Heranwachsenden, wenn Jugendstrafrecht zur Anwendung komme, sowie eine Haftverschonung nach Urteilsverkündung.

Voraussetzung dafür sei jedoch, dass sich die Angeklagten zu Planung, Vorbereitung und ihrer Beteiligung an dem Verbrechen erklären, das auch international Schlagzeilen machte.

Zurückgegebene Juwelen seien teilweise erheblich beschädigt

Ermittler der Dresdner Sonderkommission „Epaulette“ – benannt nach einem der prominenten Beutestücke – fuhren dann in der Nacht zum 17. Dezember 2022 nach Berlin. Die Stücke hätten auf einem Tisch im Konferenzraum der Kanzlei gelegen, einige seien nach seinem Empfinden beschädigt gewesen, erinnerte sich ein Kriminalbeamter, der als Zeuge dabei war. Bei einer späteren molekulargenetischen Untersuchung habe man Mischspuren an dem Schmuck gefunden, die aber nicht den Beschuldigten zugeordnet werden konnten.

Der Beamte erzählte auch, wonach die Polizeitaucher aus mehreren Bundesländern dann am 25. Dezember im Berliner Schifffahrtskanal im Stadtteil Neukölln vergeblich suchten: die Klinge des Degens der Diamantrosengarnitur. Dessen diamantbesetzter Griff sei erheblich beschädigt, sagte Restauratorin Eve Begov von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD).

Schadenschätzung noch nicht möglich

Auch an anderen der wiedergewonnenen Pretiosen gebe es Deformierungen und Brüche, es seien Teile abgetrennt, fehlten Steine und befinde sich Feuchtigkeit und Rost zwischen Fassung und Steinen. Die Experten gehen davon aus, dass die Stücke nach dem Einbruch behandelt wurden. Detailliert äußern wollte sich die Zeugin zur Bearbeitung der beschädigten Stücke nicht. Da gehe es um die Frage, wie weit man eine Restaurierung treiben wolle, das müsse im Team entschieden werden. Deformierungen werde man so rückgängig machen, dass die Stücke wieder präsentiert werden können. Eine genaue Schadensschätzung sei erst im Laufe der Arbeiten möglich.

Der Aufwand zur Restaurierung der Stücke wurde nach Angaben von Begov mit 126 800 Euro beziffert. In dieser Summe seien aber nicht die fehlenden Steine enthalten. In dem seit Ende Januar 2022 laufenden Prozess sind junge Männer zwischen 23 und 29 Jahren aus einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung angeklagt.

Zwei von ihnen verbüßen derzeit eine jeweils mehrjährige Jugendstrafe wegen des Diebstahls der Goldmünze aus dem Bode-Museum Berlin 2017. Bei dem spektakulären Kunstdiebstahl am 25. November 2019 in Dresden drangen zwei Täter über ein unbemerkt Tage zuvor präpariertes Fenster ins Residenzschloss ein, schlugen mit einer Axt Löcher in eine Vitrine und rissen heraus, was sie zu fassen bekamen. Sie zündeten zuvor unweit des Museums einen Stromkasten an - und in der Tiefgarage eines Wohnhauses ihr Fluchtauto, um Spuren zu verwischen. (dpa)