Im Zentrum der polnischen Stadt Krakau (Krakow) sind Schüsse aus einem Auto abgegeben worden. Die Zahl der Toten ist auf sechs gestiegen. Das teilte der Woiwod der Woiwodschaft Kleinpolen, Krzysztof Kleczar, nach Angaben der Agentur PAP mit. Mindestens 15 Menschen seien verletzt worden. Im Sender Polsat News fügte er hinzu, dass sich zwölf der Verletzten in einem kritischen oder lebensgefährlichen Zustand befänden. Der mutmaßliche Täter sei festgenommen worden.
Die Schüsse auf dem Großen Ring, dem Hauptplatz der Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen, seien aus einem fahrenden Auto abgegeben worden, berichtete der Sender Polsat News unter Berufung auf die Einsatzkräfte. Die Behörden appellierten zunächst an die Menschen in der näheren Umgebung, sich an einen sicheren Ort zu begeben.
Täter soll wahllos auf Passanten geschossen haben
Zu den Hintergründen war zunächst nichts bekannt. Auf Videos in den sozialen Medien war zu sehen, dass ein Rettungshubschrauber auf dem Platz landete. „Gegen 15.00 Uhr begann ein Mann, der mit einem Auto auf den Marktplatz gefahren war, aus dem Fahrzeug heraus auf zufällige Personen zu schießen“, teilte die Polizei auf der Plattform X mit. Sie bestätigte, dass der mutmaßliche Täter festgenommen worden sei.
Im Auto des mutmaßlichen Schützen von Krakau wurden zahlreiche Waffen sowie Munition gefunden. „Der Mann trug militärähnliche Kleidung und benutzte eine Langwaffe militärischer Bauart, möglicherweise ein halbautomatisches Sturmgewehr vom Typ AR-15“, sagte eine Polizeisprecherin dem Sender TVN24. Viele weitere Waffen und Munition aus seinem Auto seien sichergestellt worden.
Der mutmaßliche Täter ist von der Polizei überwältigt worden. Er sei von Beamten angeschossen worden und werde in ein Krankenhaus gebracht, teilte die Polizei mit. Informationen zu möglichen Komplizen gab es zunächst nicht.
„Der Täter wurde verletzt und festgenommen“, schrieb Justizminister Waldemar Zurek auf X. Staatsanwaltschaft und Polizei seien vor Ort, um Spuren zu sichern und die Umstände des Angriffs zu klären. „Der Staat handelt“, betonte er. Er appellierte an die Öffentlichkeit, Ruhe zu bewahren. Man werde für eine strenge Bestrafung des mutmaßlichen Täters sorgen.
Krakau ist mit mehr als 800.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Polens. Sie gilt als beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt. Wichtige Sehenswürdigkeiten sind neben dem Großen Ring das Schloss auf dem Wawelhügel und die Kathedrale. Die Universitätsstadt zählt zum Unesco-Welterbe. (dpa)

