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Gigantischer EisblockAufstieg zum Mount Everest plötzlich versperrt – Ungewissheit im Basislager

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In einer langen Schlange klettern Bergsteiger auf einem Pfad knapp unterhalb von Lager vier am Mount Everest.

In einer langen Schlange klettern Bergsteiger auf einem Pfad knapp unterhalb von Lager vier am Mount Everest. (Archivfoto)

Kurz vor der Hauptsaison am höchsten Berg der Welt ist die Route auf den Gipfel versperrt. 

Ausgerechnet kurz vor Beginn der Hauptklettersaison am Mount Everest sorgt ein gigantischer Eisblock für Hektik. Der Gletscherblock versperrt die übliche Route zum Gipfel am höchsten Berg der Welt. Es wird mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet, es drohen massive Verzögerungen, im Basiscamp macht sich große Ungewissheit breit.

Wie das nepalesische Tourismusministerium mitteilte, wird der Weg vom Basislager zum Lager 2 derzeit durch einen riesigen, instabilen Eisblock im Khumbu-Gletscher blockiert. Der Block sei laut BBC rund 30 Meter hoch. Die „Icefall Doctors”, die die Route für die Klettertouristen sichern sollen, kommen aktuell nicht daran vorbei.

Mount Everest: Gigantischer Eisblock blockiert Route zum Gipfel

„Bisher haben wir keine künstlichen Methoden gefunden, um ihn zum Schmelzen zu bringen. Daher bleibt uns nichts anderes übrig, als darauf zu warten, dass er von selbst schmilzt und zerbricht“, sagte Basislager-Koordinator Tshering Tenzing Sherpa dem britischen TV-Sender „BBC“. Die „Icefall Doctors” hoffen, dass das Hindernis innerhalb weniger Tage wegschmilzt. Es wird also auf jeden Fall zu Verzögerungen kommen. Das nährt die Befürchtung im Basislager, dass es auch in diesem Jahr auf der Route zum Gipfel erneut zu langen Warteschlangen kommen könnte.

Unterdessen prüfen Spezialisten derzeit eine sichere Ausweichroute, die auch bei einem möglichen Einsturz des Seracs nicht gefährdet wäre, sagte Ministeriumssprecher Himal Gautam.

Aufstiegsroute am Mount Everest blockiert – Staus befürchtet

Der Khumbu-Gletscher gilt als einer der heikelsten Abschnitte der gesamten Everest-Route. In der Regel ist die Route bis Mitte April eingerichtet. Dann können Bergsteiger durch wiederholte Auf- und Abstiege zwischen den Lagern die notwendige Akklimatisierung erreichen. Erste Gipfelerfolge werden üblicherweise Anfang Mai gemeldet.

Der Sonnenuntergang färbt den Gipfel des Mount Everest.

Der Sonnenuntergang färbt den Gipfel des Mount Everest. (Archivfoto)

Das Zeitfenster für Gipfelversuche ist ohnehin eng, da sich die Frühjahrssaison auf wenige Tage bis Wochen im Mai konzentriert, wenn das Wetter vergleichsweise stabil ist. Zudem können die Bedingungen am Khumbu-Gletscher mit fortschreitender Saison schwieriger werden.

In der Vergangenheit führten kurze Schönwetterphasen wiederholt zu Rückstaus in der sogenannten Todeszone, in der schon kleinere Verzögerungen wegen des extrem niedrigen Sauerstoffgehalts riskant sein können.

Bis Freitag wurden für die laufende Frühjahrssaison 410 Genehmigungen für eine Besteigung ausgestellt. Bis Mitte Mai werden weitere Anmeldungen erwartet. Trotz der Gebührenerhöhung von 11.000 auf 15.000 US-Dollar (rund 12.800 Euro) rechnet die Regierung mit einer Gesamtzahl auf dem Niveau der Vorjahre. Nepal hat in dieser Saison bereits hohe Einnahmen aus den Permits erzielt, so Gautam. Das Land ist mit acht der 14 höchsten Berge der Welt, darunter auch der Mount Everest, eines der wichtigsten Ziele für Höhenbergsteiger. (mbr)