Zwei indische Bergsteiger erreichen den höchsten Gipfel der Welt – und sterben auf dem Abstieg.
Überfüllung im HimalayaGipfelerfolg wird für zwei Bergsteiger zur Todesfalle

Besonders im Frühjahr ist der Mount Everest stark besucht. (Archivfoto)
Copyright: Pasang Rinzee Sherpa/AP/dpa
Erneut hat der höchste Berg der Welt zwei Touristen das Leben gekostet. Auf dem Mount Everest sind am Donnerstag (22. Mai) zwei indische Bergsteiger gestorben. Arun Kumar Tiwari und Sandeep Are hatten den Gipfel des mit 8.848 Metern höchsten Berges der Erde erreicht, erlagen auf dem Abstieg jedoch den extremen Bedingungen.
Laut nepalesischen Behörden und Expeditionsveranstalter erreichten beide den Gipfel am 21. Mai. Auf dem Abstieg verschlechterte sich ihr Zustand jedoch rasch. Arun Kumar Tiwari starb in der Nähe des berüchtigten „Hillary Step”, trotz Unterstützung durch vier Sherpas.
Sandeep Are konnte noch bis Camp II gebracht werden, wo er schließlich verstarb. Die genauen Todesursachen wurden noch nicht offiziell bestätigt, doch Erschöpfung, Höhenkrankheit und Sauerstoffmangel gelten als wahrscheinliche Faktoren.
Chaos auf Mount Everest: Lange Schlangen zum höchsten Gipfel der Welt
Die aktuellen Todesfälle ereignen sich in einer Saison, die bereits mehrere tragische Zwischenfälle verzeichnete. In der laufenden Saison starben bereits drei Bergsteiger aus Nepal am Everest. Am Montag vergangener Woche starb nach Berichten lokaler Medien ein 21-Jähriger aus dem Himalaya-Staat, als er in eine Gletscherspalte fiel. Er war in einer Gruppe unterwegs, die die Route für die Bergsteiger aus aller Welt präparieren sollte.
Die Route zum Gipfel war in den vergangenen Tagen stark überlaufen. Angesichts des Andrangs war die Route auf den letzten Metern bis zum Gipfel überfüllt. An einem Punkt bildete sich laut Gautam am „Balkon“ genannten Ruhepunkt in etwa 8.400 Meter Höhe bis zum Gipfel eine Schlange. Solche Staus in der Todeszone erhöhen das Risiko erheblich, da sie Wartezeiten in lebensfeindlicher Umgebung erzwingen.
Unterdessen gab es einen neuen Rekord. Auf nepalesischer Seite des Mount Everest haben an einem Tag 269 Kletterer den Gipfel des höchsten Bergs der Erde erreicht. „Auf nepalesischer Seite lag der vorige Tagesrekord bei 223 Besteigungen am 22. Mai 2019“, sagte Khimlal Gautam von der Tourismusabteilung des Kulturministeriums. „Dieser Rekord wurde geknackt.“
Die Bergsteiger aus aller Welt und die Bergführer nutzten am Mittwoch die günstigen Wetterverhältnisse für den Schlussanstieg. Innerhalb von elf Stunden schafften es laut Gautam alle Kletterer, die Teilnehmer verschiedener Expeditionen waren, nach oben. (mbr)
