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Nach aufwendiger RettungsaktionVerirrter Belugawal aus der Seine ist tot

Lesezeit 2 Minuten
Beluga dpa neu

In einem Netz hievten die Retter den gestrandeten Belugawal aus der Seine.

Saint-Pierre-la-Garenne – In einer dramatischen sechsstündigen Rettungsaktion haben französische Einsatzkräfte den in der Seine verirrten Belugawal aus dem Wasser gezogen. Der vier Meter lange und etwa 800 Kilogramm schwere Meeressäuger wurde in der Nacht auf Mittwoch in einem Netz mit einem Kran aus der Schleuse der nordfranzösischen Gemeinde Saint-Pierre-la-Garenne gehoben, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichteten.

Der Belugawal wurde dann zunächst auf einem Frachtkahn abgelegt, wo sich umgehend zahlreiche Tierärzte um ihn kümmerten. Nach seiner Bergung habe sich die Atmung des Tiers während des Transports in ein Meerwasserbecken zusehend verschlechtert, teilte die Behörden in Caen mit. Aus diesem Grund sei der Wal eingeschläfert worden.

Aufwendige Rettungsaktion dauert fast sechs Stunden

Die aufwendige Rettungsaktion in der Normandie, an der unter anderem 24 Taucher beteiligt waren, hatte am Dienstagabend kurz vor 22.00 Uhr begonnen. Es dauerte rund sechs Stunden, bis der Belugawal eingefangen und aus dem Wasser gehoben werden konnte. 

Im dortigen Hafen wurde ein Meerwasser-Becken für den Belugawal vorbereitet. Das Tier soll dort drei Tage lang untersucht und gepflegt und dann ins offene Meer gebracht werden - „recht weit von der Küste entfernt“, wie die Generalsekretärin der Präfektur des Départements Eure, Isabelle Dorliat-Pouzet, sagte. Dorliat-Pouzet hatte gewarnt, die Rettungsaktion sei kein „Selbstläufer“: Sie könne bei dem Wal Stress auslösen, der zum Tode führen könne. „Wir werden das Maximum und das Bestmögliche getan haben.“

Belugawal hatte sich in Seine verirrt

Der Belugawal war am Dienstag vergangener Woche erstmals in der Seine gesichtet worden und saß seit Freitag in einer Schleuse in Saint-Pierre-La-Garenne rund 70 Kilometer vor Paris fest - 130 Kilometer von der Seine-Mündung am Ärmelkanal entfernt. In dem warmen Süßwasser kann das Tier nach Angaben von Experten nicht lange überleben.

Normalerweise leben Belugawale in arktischen Gewässern vor den Küsten Russlands, Alaskas und Kanadas. Tierschützer entwickelten daher die Idee, den Meeressäuger aus dem Fluss zu ziehen und in ein Meerwasserbecken zu transportieren, um ihn aufzupäppeln und dann im Meer freizulassen.

Riesiges Interesse an der Spendenbereitschaft in Frankreich

Das Interesse und die Spendenbereitschaft in Frankreich sind riesig. Unter anderem die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd hat Spenden für die Rettungsaktion gesammelt. In den vergangenen Tagen waren mehrere Versuche, das abgemagerte und geschwächte Tier zu füttern, erfolglos geblieben. Sein Appetitmangel könnte nach Einschätzung von Experten ein Anzeichen für eine Krankheit sein.

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Es ist Experten zufolge erst das zweite Mal, dass sich ein Belugawal nach Frankreich verirrt hat. Beim ersten Mal hatte ein Fischer im Jahr 1948 in der Loire-Mündung einen Wal in seinen Netzen entdeckt. (mbr/afp) 

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