In Prag haben erneut Bombendrohungen gegen Passagierflüge die Sicherheitskräfte beschäftigt. Betroffen sei eine größere Zahl an ankommenden und abfliegenden Flugzeugen, teilte die tschechische Polizei auf der Plattform X mit. Man habe die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Sie hätten „minimale Auswirkungen“ auf den normalen Betrieb des internationalen Flughafens der tschechischen Hauptstadt.
Nach Angaben einer Flughafensprecherin richteten sich die Drohungen gegen neun Flüge. Betroffene Maschinen sollen noch auf dem Rollfeld überprüft worden sein. Dazu sei unter anderem ein mobiles Röntgengerät des Zolls im Einsatz. Nach ähnlichen Vorfällen am Donnerstag hatten Kontrollen durch Sprengstoffspezialisten der Polizei nichts ergeben.
Erneute Bombendrohungen in EU-Ländern
„Die Drohungen betreffen ankommende Flüge aus Dänemark, Spanien und Großbritannien. Bei den abfliegenden Flügen handelt es sich um Flüge in die Niederlande, nach Zypern, Rumänien, Italien und Großbritannien“, erklärte die Sprecherin.
Die tschechische Polizeieinheit für den Kampf gegen Extremismus, Terrorismus und Cyberkriminalität hat die Ermittlungen übernommen. Die Relevanz der Drohungen wurde als niedrig eingestuft. Zu den möglichen Hintergründen war nichts bekannt.
Bombenentschärfer in Frankreich im Einsatz
Auch in Bulgarien hat es am Freitag erneute Warnmeldungen gegeben. Betroffen waren nach Angaben des bulgarischen Verkehrsministeriums zwei Flüge nach Sofia. Beide seien nach den Warnmeldungen in der bulgarischen Hauptstadt gelandet, hieß es weiter. Nach Angaben des britischen „Guardian“ handelte es sich um Flüge aus Brüssel und London Stansted.

Dänische Polizeibeamte patrouillieren am Freitag (6. November) am Flughafen Kopenhagen‑Kastrup, nachdem Bombendrohungen zu Störungen im Flugverkehr in Europa geführt haben.
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Ähnliche Angaben gibt es auch aus Frankreich. Vier neue Bombendrohungen habe es dort am Freitag gegeben, teilte die französische Regierung mit. Alle Maschinen seien sicher gelandet und danach von Bombenentschärfungseinheiten untersucht worden.
Polizei beendet Einsatz am Flughafen Kopenhagen
In Dänemark herrschte am Freitag ebenfalls zunächst Unruhe. Die Kopenhagener Polizei teilte am Morgen mit, dass sie wegen „Bedrohungen gegen den Flugverkehr“ am Hauptstadt-Flughafen im Einsatz sei.
Wenige Stunden später wurde der Einsatz dann beendet. „Wir waren ausschließlich aus Sicherheitsgründen vor Ort“, erklärte die Kopenhagener Polizei. Man gehe davon aus, dass für Passagiere und Flughafenmitarbeiter keine Gefahr bestehe sowie bestanden habe, hieß es weiter.
Betroffen von den Drohungen war auch ein Flug von Lissabon in die italienische Hauptstadt Rom. Bislang ist unklar, wer hinter den Drohungen steckt. Die Flughäfen in Rom und Sofia erhielten Bekennerschreiben, in denen von „Kämpfern des Männerstaats“ die Rede ist. Dabei handelt es sich um eine rechtsextreme Gruppierung aus Russland. Ein Zusammenhang ließ sich bisher jedoch nicht belegen.
Bombendrohungen gegen Medienhäuser in Irland
Auch in Irland hat es am Freitag Bombendrohungen gegeben – jedoch nicht gegen den Flugverkehr, sondern gegen irische Medien. Mitarbeiter des irischen Rundfunksenders RTÉ und anderer Medienhäuser wurden daraufhin evakuiert.
Eine E-Mail mit einer entsprechenden Drohung ging am Morgen unter anderem bei RTÉ ein. Angestellte mussten die Gebäude auf dem Sendergelände im Dubliner Stadtteil Donnybrook daraufhin verlassen. Auch die Zeitung „Irish Independent“ und der Radiosender „Newstalk“ sind demnach betroffen.
Die Gebäude werden derzeit von der irischen Polizei, auch Gardaí genannt, durchsucht. Nach Angaben der Polizei richten sich die Drohungen nicht nur gegen Medien in Irland, sondern auch gegen Medienorganisationen in anderen europäischen Ländern. (mit dpa/afp)

