Eine über 160 Jahre alte Tradition im Central Park von New York steht vor dem Aus. Der Stadtrat wird voraussichtlich am Donnerstag ein Verbot von pferdegezogenen Kutschen beschließen. Dieses soll ab Juni 2028 gelten.
Begründet wird dieser Schritt mit Tierschutz und öffentlicher Sicherheit. Rund 200 Kutscher sind von dem Verbot betroffen.
Kutscher fürchten um Existenz – Tierschützer feiern Verbot
Viele von ihnen äußern Sorge um ihre Existenz und das Wohl ihrer Pferde. Alexus Lawson (28) fährt seit sechs Jahren Kutsche. Sie fragt: „Was soll ich mit meinem Pferd machen?” Sie bezieht sich auf ihr aktuelles Pferd Starlight und befürchtet, dessen Gesundheit nicht mehr gewährleisten zu können.
Laut offiziellen Angaben der Stadt New York sind seit 1982 40 Arbeitspferde im Central Park gestorben. Als Ursachen werden Überhitzung und Kollisionen genannt.
New York verbietet Pferdekutschen im Central Park ab 2028
Die Central Park Conservancy, die den Park verwaltet und das Verbot unterstützt, verzeichnete in den vergangenen 13 Monaten sieben pferdebezogene Vorfälle. Darunter waren Unfälle mit Verletzten und eine Mehrfachkollision im Straßenverkehr.
Im Juni starb der 18-jährige Tourist Romanch Mahajan, als ein Pferd durchging und er aus der Kutsche stürzte. In diesem Jahr verendete zudem ein Pferd, nachdem es eine giftige Pflanze gefressen hatte.
Kutscher wehren sich gegen Misshandlungsvorwürfe
Mehrere Fahrer widersprechen den Misshandlungsvorwürfen. Lawson betont, dass die New Yorker Kutschen zu den am strengsten regulierten im Land gehören. Pferde seien schließlich Arbeitstiere.
Bürgermeister Zohran Mamdani unterstützt das Verbot und hat Hilfe bei einem Übergangsplan zugesagt. Das Gesetz verbietet zudem den Verkauf der Pferde zur Schlachtung oder für vergleichbare Arbeit.
Viele New Yorker und Touristen begrüßen das Ende der Kutschen. Andere sehen darin einen Verlust kultureller Tradition. Die Debatte um die Haltung der Tiere in der lautstarken Großstadt hält seit Jahrzehnten an. (mbr)

