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„Wir gehen jedem Hinweis nach“Befreiter Häftling und seine Helfer weiter auf der Flucht

Mitten in Essen überwältigen zwei Maskierte die Justizbeamten und ein gefesselter Häftling entkommt beim Arztbesuch.

Zwei Männer verhelfen Häftling zur Flucht

Ein Flatterband hängt vor dem Ärztehaus, aus dem der Häftling befreit wurde. (Archivbild)

Knapp eine Woche nach der gewaltsamen Befreiung eines Häftlings beim Arztbesuch mitten in Essen sind der Gesuchte und seine Helfer weiter auf der Flucht. Eine Festnahme habe es bis jetzt nicht gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Fahndungsmaßnahmen und Ermittlungen liefen.

Zwei Männer verhelfen Häftling zur Flucht

Polizisten stehen vor einem Absperrband kurz nach der gewaltsamen Befreiung des Häftlings. (Archivbild)

Nach dem Aufruf der Polizei seien zwar Hinweise in dem Fall bei den Ermittlern eingegangen. „Wir gehen jedem Hinweis nach“, sagte der Sprecher der Polizei. Da sei aber noch nicht der entscheidende dabei gewesen, der die Lokalisierung der Männer und eine Festnahme ermöglicht hätte, sagte der Polizeisprecher.

Zwei Justizbeamte in Essen überwältigt

Die Polizei hat auch ein Foto des gesuchten Untersuchungshäftlings Dijvar G. veröffentlicht und um Hinweise gebeten. Die Ermittler mahnten zur Vorsicht, weil eine Bewaffnung der Männer nicht ausgeschlossen werden könne.

Am Mittwochmittag vergangener Woche begleiteten zwei JVA-Mitarbeiter den mehrfach vorbestraften und an den Füßen gefesselten 34-Jährigen aus der JVA Essen zu einem MRT-Termin in einer Arztpraxis in der Innenstadt. Im Treppenhaus überwältigten zwei maskierte Männer die beiden Justizbeamten. Die drei Männer flüchteten danach in unterschiedliche Richtungen.

Zwei Männer verhelfen Häftling zur Flucht

Einsatzfahrzeuge stehen nach der gewaltsamen Befreiung auf einer Straße. (Archivbild)

Laut Justizministerium saß der 34-Jährige wegen mehrerer Strafverfahren in Untersuchungshaft. Nach zwei bisher noch nicht rechtskräftigen Urteilen musste der geflüchtete Untersuchungshäftling demnach mit einer langen Haft rechnen: Er war im Frühjahr wegen Drogendelikten zu zwölfeinhalb und dann wegen gefährlicher Körperverletzung zu viereinhalb Jahren verurteilt worden. (dpa/red)