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Ruhiggestellt und eingesperrtProzess gegen vier Angeklagte eines Pflegeheims im Harz

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Prozess „Herrschaftsregime“ im Pflegeheim

Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Braunschweig benötigte der Staatsanwalt zwei Stunden für die Verlesung der Vorwürfe.

Prozessbeginn: Betreiber eines Heims im Harz sollen Senioren aus Geldgier ruhiggestellt und eingesperrt haben.

Vier Personen wird vorgeworfen, aus reiner Geldgier die Insassen einer Senioreneinrichtung im Harz über einen langen Zeitraum mit Arzneistoffen ruhiggestellt und eingesperrt zu haben. Zum Verhandlungsbeginn am Landgericht Braunschweig dauerte allein die Verlesung der Anklagepunkte durch den Staatsanwalt zwei Stunden.

Prozess „Herrschaftsregime“ im Pflegeheim

Eine der vier Angeklagten im Landgericht Braunschweig. Sie soll die Forderungen der mitangeklagten Betreiber in einem Harzer Heim umgesetzt haben.

Die Staatsanwaltschaft macht die Beschuldigten für die katastrophalen Bedingungen verantwortlich, die zwischen Oktober 2017 und September 2020 in dem Heim in Langelsheim geherrscht haben sollen. In der Einrichtung mit 68 Plätzen sei ein System der Unterdrückung mit Überwachung, Furcht und Pein etabliert worden.

Vorwurf der systematischen Ruhigstellung

Gemäß der Anklageschrift wurden medizinische Dokumentationen manipuliert und behandelnde Ärzte getäuscht. Die Heimbewohner seien vor allem mit beruhigenden Mitteln gezielt handlungsunfähig gemacht worden, um einen für die Betreiber reibungslosen Ablauf zu sichern. Besonders mobile Personen seien demnach hinter Gitterbetten festgesetzt worden.

Prozess „Herrschaftsregime“ im Pflegeheim

Eine der vier Angeklagten im Landgericht Braunschweig. Sie soll für die Straftaten der Mitangeklagten Beihilfe geleistet haben.

In 17 Anklagepunkten richten sich die Anschuldigungen gegen drei Personen: das Betreiber-Ehepaar (ein 60-jähriger Mann, eine 63-jährige Frau) und eine 51-jährige Heimleiterin, die als ausführendes Organ des Paares gehandelt haben soll. Einer 59-jährigen Pflegedienstleiterin wird zudem in 14 Fällen Beihilfe vorgeworfen.

Langwieriges Verfahren bis 2027 erwartet

Die Liste der Tatvorwürfe beinhaltet unter anderem die Misshandlung von Schutzbefohlenen, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung in besonders schwerem Fall und gewerbsmäßigen Bandenbetrug.

Der vorsitzende Richter gab bekannt, dass das Gericht seinen Fokus auf die Verabreichung der Medikamente legen wird. Für das Verfahren sind über 50 Gerichtstermine bis Ende Januar 2027 terminiert. Bis ein rechtskräftiges Urteil gesprochen ist, gilt für alle Beschuldigten die Unschuldsvermutung. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.