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Agenten-Sitcom „Spyon“Ist die Ausbildung beim BND zum Lachen?

3 min
Agenten-Sitcom „Spyon“ in der ZDF-Mediathek: Die Studis Victoria (Lea Zoë Voss, links ) und Sami (Sogol Faghani) müssen den sportlichen Eignungstest bei Ausbilder Voss (Götz Otto) bestehen.  (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Agenten-Sitcom „Spyon“ in der ZDF-Mediathek: Die Studis Victoria (Lea Zoë Voss, links ) und Sami (Sogol Faghani) müssen den sportlichen Eignungstest bei Ausbilder Voss (Götz Otto) bestehen. (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Fünf junge Menschen sollen in der ZDF-Serie „Spyon“ zu BND-Agenten ausgebildet werden. Ihre Lehrer - Götz Otto, Sophie von Kessel und Alexander Beyer - hoffen auf sie und verzweifeln wahlweise an ihnen. Die achtteilige Sitcom ist ungewöhnlicherweise ein deutscher Beitrag zum Genre Agentenkomödie.

Die Agenten in Ausbildung, Asel (Lukas Zumbrock, links) und Andreas (Klaus Steinbacher), versuchen sich als Bienenfreunde verkleidet auf ein Privatgrundstück einzuschleichen.   (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Die Agenten in Ausbildung, Asel (Lukas Zumbrock, links) und Andreas (Klaus Steinbacher), versuchen sich als Bienenfreunde verkleidet auf ein Privatgrundstück einzuschleichen. (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Bei einer Einsatzsimulation wurde Yuki (Nhung Hong, links) beim Fesseln mal wieder übersehen. Kann sie Andreas (Klaus Steinbacher, zweiter von links), Sami (Sogol Faghani, dritte von links) und Asel (Lukas Zumbrock) freibekommen? (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Bei einer Einsatzsimulation wurde Yuki (Nhung Hong, links) beim Fesseln mal wieder übersehen. Kann sie Andreas (Klaus Steinbacher, zweiter von links), Sami (Sogol Faghani, dritte von links) und Asel (Lukas Zumbrock) freibekommen? (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Victoria (Lea Zoë Voss, links) und Yuki (Nhung Hong) müssen eine Gruppenarbeit erledigen.  (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Victoria (Lea Zoë Voss, links) und Yuki (Nhung Hong) müssen eine Gruppenarbeit erledigen. (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Der Bundesnachrichtendienst (BND) gilt nicht unbedingt als der schillerndste Geheimdienst der Welt. Wahrscheinlich gibt es deshalb auch sehr wenige Serien oder Filme über ihn. Ganz anders als bei den vergleichsweise viel bespielten CIA (USA), MI6 (Großbritannien), Mossad (Israel) oder FSB (Russland). Das Autorenduo Hannah Schopf und Christof Pilsl möchte diese Lücke - vor allem in der komödiantischen Ausrichtung des Genres - nun füllen und hat die achtteilige Sitcom „Spyon“ für die ZDF-Mediathek (ab Freitag, 4. September) produziert. In ihr sollen fünf junge Menschen mit Inselbegabung - aber auch vielen Defiziten - von den Profi-Spionen Voss (Götz Otto), Haberland (Sophie von Kessel) und Kocabay (Alexander Beyer) zu fähigen deutschen Agenten ausgebildet werden. In jeder der knapp 25-minütigen Episoden steht ein anderer Lerninhalt im Mittelpunkt: Vom Außeneinsatz über die Kunst der Manipulation und Undercover-Missionen bis hin zu anderen simulierten Einsätzen unter Extrembedingungen.

Die Ausbilder (von links) Voss (Götz Otto), Leiterin  Haberland (Sophie von Kessel) und Kocabay (Alexander Beyer) haben fünf Kandidaten ausgesucht, die sie als BND-Agenten trainieren wollen. Doch haben sie die richtige Wahl getroffen? (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Die Ausbilder (von links) Voss (Götz Otto), Leiterin Haberland (Sophie von Kessel) und Kocabay (Alexander Beyer) haben fünf Kandidaten ausgesucht, die sie als BND-Agenten trainieren wollen. Doch haben sie die richtige Wahl getroffen? (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Asel (Lukas Zumbrock) bekommt von Ausbilderin Haberland (Sophie von Kessel) ein paar Tanzschritte beigebracht. Der junge Mann kann zwar gut denken, aber mit dem Fühlen tut er sich schwer. 
 (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Asel (Lukas Zumbrock) bekommt von Ausbilderin Haberland (Sophie von Kessel) ein paar Tanzschritte beigebracht. Der junge Mann kann zwar gut denken, aber mit dem Fühlen tut er sich schwer. (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Ein wenig ursächlich für den Humor der Serie ist die kühne Theorie von Ausbilder Voss: Demnach haben die fünf Schüler zwar individuell große Schwächen, wenn sie jedoch ihre Stärken vereinen, ergäbe dies den perfekten Spion! Sami (Sogol Faghani) ist ungeheuer empathisch, aber auch ein wenig gutgläubig. Victoria (Lea Zoë Voss) ist leistungsorientiert und hochintelligent, leidet aber unter Versagensangst. Yuki (Nhung Hong) ist so unauffälig, dass sie immer übersehen wird. Andi (Klaus Steinbacher) schafft es, Menschen als charmanter Womanizer um den Finger zu wickeln. Aber ist er nicht zu selbstverliebt für den Job des Getarnten? Schließlich ist da noch Asel (Lukas Zumbrock): hochintelligent und so präzise wie ein Computer, aber leider auch mit der Empathie eines solches ausgestattet. Können die Ausbilder, selbst alles andere als perfekt, den BND-Nachwuchs fit für's Agentenleben machen?

Ein deutsches Austin Powers, Johnny English oder „Slow Horses“?

Victorias Mutter (Natascha Ochsenknecht) erscheint vor dem geistigen Auge der Tochter immer wieder als nerviges Über-Ich. (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Victorias Mutter (Natascha Ochsenknecht) erscheint vor dem geistigen Auge der Tochter immer wieder als nerviges Über-Ich. (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Andi (Klaus Steinbacher, links) und Asel (Lukas Zumbrock (rechts) absolvieren unter den strengen Augen von Ausbilder Kocabays (Alexander Beyer) eine Übung.  (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Andi (Klaus Steinbacher, links) und Asel (Lukas Zumbrock (rechts) absolvieren unter den strengen Augen von Ausbilder Kocabays (Alexander Beyer) eine Übung. (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Die BND-Auszubildenden Andreas (von links) Andi (Klaus Steinbacher), Yuki (Nhung Hong) Asel (Lukas Zumbrock), Sami (Sogol Faghani) und Victoria (Lea Zoë Voss) werden von Agentenlegende Voss (Götz Otto) ins Handwerk und die Kunst der Spionage eingeführt. (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Die BND-Auszubildenden Andreas (von links) Andi (Klaus Steinbacher), Yuki (Nhung Hong) Asel (Lukas Zumbrock), Sami (Sogol Faghani) und Victoria (Lea Zoë Voss) werden von Agentenlegende Voss (Götz Otto) ins Handwerk und die Kunst der Spionage eingeführt. (Bild: ZDF und susanne bernhard)

Agentenparodien fußen meist auf der Idee, dass völlig ungeeignete Menschen in jene gefährlichen Situationen geraten, die eigentlich geniale Fachkräfte verlangen würden: kühle Strategen aus dem John le Carré-Universum oder absurd leistungsfähige Supermänner wie James Bond. Charaktere, Filmreihen und Serien wie Austin Powers, Johnny English und aktuell die Apple-Serie „Slow Horses“ mit Gary Oldman nutzten die humorstiftende Lücke zwischen anspruchsvollem Jobprofil und minderwertiger Besetzung aus. Bei „Spyon“ trauen die Macher ihren Figuren nun leider kein allzu anspruchsvolles Scheitern zu.

Die Serie, die ab 29. September, 21.45 Uhr, auch an vier Dienstagen in Doppelfolgen bei ZDFneo zu sehen ist, hätte seinem eigentlich clever zusammengestellten Ensemble ein wenig mehr Ambivalenz und Tiefgang in die Figurenfibel schreiben können. So schmeckt vieles in dieser Comedy - trotz manch gutem Einfall, was die Situationen betrifft - ein wenig nach Knallchargen-Humor. Die ein oder andere Situatiosnperle findet sich in der Serie trotzdem. Das Autoren-Duo hatte bislang durchaus mit guten Arbeiten auf sich aufmerksam gemacht: Hannah Schopf schrieb das Drehbuch zum gefeierten Berlinale-Beitrag „Tiger Girl“ (2017), und Christof Pilsl gewann ebenfalls 2017 einen Grimme-Preis im Segment „Kinder und Jugend“ für sein Format „5 vor 12“. (tsch)