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Als es um den Drohnen-Fund geht, räumt CDU-Minister bei Lanz ein„Wir müssen natürlich noch mehr tun“

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Karsten Wildberger (CDU) äußerte sich bei „Markus Lanz“ zum versuchten Drohnenanschlag in Leipzig. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)

Karsten Wildberger (CDU) äußerte sich bei „Markus Lanz“ zum versuchten Drohnenanschlag in Leipzig. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)

Mit Blick auf den Drohnen-Fund am Flughafen Leipzig/Halle rückte bei „Markus Lanz“ die Frage in den Fokus, wie gut Deutschland gegen neue Formen hybrider Angriffe geschützt ist. CDU-Politiker Karsten Wildberger verwies auf einen technologischen Wettlauf, warnte aber zugleich vor trügerischer Sicherheit.

In der Nacht vom 4. auf den 5. August wurde am Flughafen Leipzig/Halle in der Nähe einer ukrainischen „Antonov“-Maschine eine Drohne entdeckt, die mit Sprengstoff bestückt war. Inzwischen geht die Bundesregierung davon aus, dass hinter dem mutmaßlichen Anschlagsversuch sogenannte Wegwerfagenten eines russischen Geheimdienstes standen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sagte dazu am Dienstagnachmittag: „Die Erkenntnisse unserer Dienste deuten klar auf eine russische Involvierung hin.“

Bei „Markus Lanz“ nahm der ZDF-Moderator den Vorfall zum Anlass, um über Russlands hybride Kriegsführung und die Abwehrfähigkeit Deutschlands zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand zunächst eine Grundsatzfrage: „Sind wir in einer Art Krieg mit Russland?“ CDU-Politiker Karsten Wildberger antwortete ohne Zögern: „Selbstverständlich! Es ist eine andere Art der Kriegsführung, die vermeintlich unterschwellig läuft, aber trotzdem in ihrer Wirkungsweise sehr ausgeprägt ist.“

Der CDU-Minister ordnete dabei Cyberangriffe und Desinformation als „eine moderne, neue Form der Kriegsführung“ ein. Lanz wollte es daraufhin konkreter wissen und fragte nach Deutschlands Vorbereitung, etwa im Fall von Drohnenattacken. Wildberger blieb jedoch in seiner Antwort allgemein. Wenn er sich „anschaue, mit welcher Geschwindigkeit sich Deutschland gerade verändert und vorbereitet, dann muss ich sagen, passiert so viel wie lange nicht. Das ist jetzt ein Prozess.“ - „Wir müssen natürlich noch mehr tun“, räumte er ein, „aber es ist viel auf dem Weg“.

„Selbstverständlich ist die Situation außerordentlich kritisch gewesen“, räumte Karsten Wildberger (r.) im Gespräch mit Markus Lanz ein. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)

„Selbstverständlich ist die Situation außerordentlich kritisch gewesen“, räumte Karsten Wildberger (r.) im Gespräch mit Markus Lanz ein. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)

Lanz zeigte sich damit unzufrieden und stellte klar: „Das ist jetzt nicht die Antwort, die ich eigentlich haben wollte.“ Mit Blick auf Leipzig schob er nach: „Wenn das Ding explodiert wäre, hätte es ein Inferno am Flughafen Leipzig/Halle gegeben!“ Wildberger stimmte zu: „Selbstverständlich ist die Situation außerordentlich kritisch gewesen.“

„Man muss immer wieder aufholen“

Der CDU-Politiker ergänzte, die Flughäfen würden derzeit „in hoher Geschwindigkeit“ technisch aufgerüstet werden. Lanz hakte nach: „Was machen wir denn da?“ Karsten Wildberger antwortete knapp: „Drohnen-Abwehrsysteme beispielsweise.“ Als Lanz wissen wollte, wann die Technik hierzulande auf dem neuesten Stand sei, zog Wildberger eine Grenze: „Ich beschränke mich auf das, was meine Ressortverantwortung ist.“

Gleichzeitig versprach er: „Das wird mit Hochdruck, mit einer Ernsthaftigkeit aktuell betrieben!“ Wildberger warnte dennoch mit Blick auf rasante Innovationssprünge: „Am Ende des Tages kann man sich nie ganz sicher sein und man muss immer wieder aufholen.“ Letztlich handle es sich um einen „Wettlauf“ der „Fähigkeiten“.

„ehr viele von den Gesetzen, die wir heute haben, beziehen sich noch auf Angriffe, die im 20. Jahrhundert 'en vogue' waren“, mahnte Sascha Lobo. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)

„ehr viele von den Gesetzen, die wir heute haben, beziehen sich noch auf Angriffe, die im 20. Jahrhundert 'en vogue' waren“, mahnte Sascha Lobo. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)

Digital-Experte Sascha Lobo griff den Punkt auf und plädierte dafür, vorhandene Technik konsequenter zu nutzen: „Ich glaube, dass wir ausschöpfen müssen, was an technologischen Mitteln da ist und dass wir vorher ein paar juristische Diskussionen führen müssen. Denn sehr viele von den Gesetzen, die wir heute haben, beziehen sich noch auf Angriffe, die im 20. Jahrhundert 'en vogue' waren.“ Wildberger nickte und gab eine düstere Einschätzung: „Diese Entwicklung, die gerade läuft, die findet mit uns oder ohne uns statt. Die Welt ohne uns - ohne, dass wir aktiv teilnehmen - wird keine gute sein.“

Karsten Wildberger über seine Arbeit als Minister: „In manchen Bereichen habe ich es mir leichter vorgestellt“

Später richtete Lanz den Fokus auf Wildbergers Arbeit als Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung - und damit auch auf Tempo und Umsetzung in der Regierung. Er hielt dem CDU-Mann vor, dass dieser seit 16 Monaten Minister sei: „221 Digitalvorhaben gibt's in der Bundesregierung. Davon sind zwölf Prozent mittlerweile abgeschlossen. Das heißt, wenn Sie so weitermachen, schaffen Sie 47 bis zum Ende der Legislatur.“

Wildberger widersprach sofort: „Nein.“ Er erklärte, dass seine Arbeit „nicht linear“ verlaufe. Der Moderator fragte daraufhin skeptisch: „Also schaffen Sie alle?“ Karsten Wildberger blieb vage: „Alle weiß ich nicht. Ich kann auch nicht alle mit einem Datum versehen, aber wir kommen gut voran.“

Der ZDF-Moderator wollte schließlich wissen, ob Wildberger - mit Blick auf seine Wirtschaftserfahrung - mehr Tempo im Regierungsalltag erwartet hatte: „Haben Sie sich das anders vorgestellt? Schneller?“ Wildberger verneinte dies und merkte an: „Ich gehe grundsätzlich in Jobs rein nicht mit zu vielen Vorstellungen.“

Lanz setzte nach: „Aber haben Sie sich das wirklich so mühsam und kompliziert vorgestellt?“ Wildberger antwortete: „In manchen Bereichen habe ich es mir leichter vorgestellt, in vielen Bereichen habe ich es mir aber auch mühsamer vorgestellt.“ Zum Bürokratieabbau fragte Lanz schließlich: „Kommen Sie da voran?“ Als Wildberger nur schwammig antwortete, stichelte Lanz: „Langsam.“ Der CDU-Mann wiederholte: „Langsam.“ Und schob hinterher: „Besser als ganz am Anfang. Das braucht auch Zeit.“ (tsch)