Der Vater von Amy Winehouse verklagt zwei Freundinnen der Sängerin. Sie sollen persönliche Gegenstände unerlaubt versteigert haben.
Streit um Amy Winehouses ErbeVater verklagt Freundinnen der Sängerin

Amy Winehouse starb am 23. Juli 2011 in London und galt als eine der herausragenden Sängerinnen ihrer Generation. (Archivbild)
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Mitch Winehouse, der Verwalter des Nachlasses seiner Tochter, hat eine Klage gegen Catriona Gourlay und Naomi Parry eingereicht. Er wirft den beiden Frauen laut einem Artikel des Tageszeitung „The Independent“ vor, durch den Verkauf von Dutzenden persönlichen Gegenständen bei Auktionen in den Jahren 2021 und 2023 unrechtmäßig Gewinne erzielt zu haben. Amy Winehouse starb im Juli 2011 im Alter von 27 Jahren an einer Alkoholvergiftung.
Mitch Winehouse verklagt Freundinnen seiner Tochter
Vor dem High Court erklärten die Anwälte von Mitch Winehouse, die beiden Frauen hätten ihn nicht über den Verkauf der Gegenstände informiert. Das Gerichtsverfahren sei seine „einzige Möglichkeit, Antworten zu erhalten“. Unter den versteigerten Objekten befand sich auch ein Seiden-Minikleid, das die Sängerin bei ihrem letzten Auftritt in Belgrad trug und das von Parry für 243.200 US-Dollar veräußert wurde.
Parry und Gourlay weisen die Forderungen zurück. Ihre Anwälte führen an, dass die betreffenden Gegenstände entweder Geschenke von Amy Winehouse gewesen seien oder sich bereits in ihrem Eigentum befunden hätten. Die überwiegende Mehrheit der strittigen Objekte sei schon vor dem Tod der Sängerin im Jahr 2011 in ihrem Besitz gewesen, in vielen Fällen sogar schon Jahre davor.
Beklagte sehen sich im Recht
Der Anwalt von Gourlay betonte, seine Mandantin glaube, dass der Verkauf der Gegenstände das gewesen sei, „was Amy gewollt hätte“. Er beschrieb die Beziehung der beiden Frauen als von „Teilen und Tauschen“ geprägt, insbesondere nach der Veröffentlichung des Albums „Back to Black“, als Winehouse für ihre „extravaganten Akte der Großzügigkeit“ bekannt gewesen sei.

Amy Winehouse gilt heute als Ikone, doch rund um ihren Nachlass sorgen einzelne Auktionen weiterhin für Streit. (Symbolbild)
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Mitch Winehouse hatte ein erstes Angebot für eine Auktion im Jahr 2014 zunächst abgelehnt. Später stimmte er einer Versteigerung im Jahr 2021 zu, bei der rund 1,4 Millionen Dollar für den Nachlass eingenommen wurden, wovon 30 Prozent an die Amy Winehouse Foundation flossen. Er ging jedoch davon aus, dass alle 834 im Katalog aufgeführten Auktionslose dem Nachlass gehörten, während die beiden Frauen den Besitz von über 150 dieser Gegenstände für sich beanspruchten.
Prozess um Amy-Winehouse-Nachlass: Vater Mitch erhebt Zweifel
In einer Textnachricht nach der Auktion schrieb der Auktionator an Parry: „Ich glaube, er wird ein wenig ausrasten, wenn er merkt, dass all die großen Stücke dir gehörten“. Während des Prozesses sagte Mitch Winehouse aus: „Ich nehme an, da sie sich so nahestanden, hat Amy ihnen einige Dinge gegeben, aber 150 Gegenstände, das kann ich einfach nicht glauben.“ Der Anwalt von Gourlay bezeichnete die Klage als „gedankenlos und unkritisch“ und unterstellte, Mitch Winehouse gehe es mehr darum, seinen Ruf zu schützen.

Amy Winehouse bei der Ankunft zur Verleihung der Brit Awards 2007 im Messezentrum Earls Court. (Archivbild)
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Amy und ihr Vater Mitch Winehouse verband eine enge, aber konfliktreiche Beziehung. Laut der 2015 veröffentlichten Dokumentation „Amy“ kam es in Krisenjahren zu Spannungen, weil Amy sich nicht immer ausreichend unterstützt fühlte. Mitch schilderte dagegen in seinem Buch „Meine Tochter Amy“, er habe seiner Tochter so gut wie möglich beigestanden.
Medien wie „The Guardian“ und „BBC“ beschrieben ebenfalls ein Verhältnis aus Nähe und Belastungen, geprägt durch Amys Suchtprobleme und öffentlichen Druck. Beide hielten dennoch bis zuletzt engen Kontakt, und Mitch gründete nach ihrem Tod die Amy-Winehouse-Foundation. (jag)

