Abo

„Ich bin mündig und volljährig“Andreas Gabalier äußert sich zur Kontroverse beim „Glücksgefühle“-Festival

2 min
Andreas Gabalier bei einem Bühnenauftritt. (Archivbild)

Andreas Gabalier bei einem Bühnenauftritt. (Archivbild)

Andreas Gabalier positioniert sich im Streit um Alphaville: Er will sein Publikum unterhalten, nicht politisch belehren.

Der Musiker Andreas Gabalier hat sich am Hockenheimring im Kontext des „Glücksgefühle“-Festivals zur Debatte um politische Äußerungen auf Bühnen positioniert. Anlass für die Diskussion war der Umgang der Festivalleitung mit der Gruppe Alphaville, deren Sänger Marian Gold sich bei Auftritten wiederholt gegen Rechtsextremismus und für demokratische Werte starkgemacht hatte.

Die Veranstalter hatten die Formation zunächst ausgeladen, da das Festival politisch neutral bleiben sollte. Infolge öffentlicher Kritik erfolgte eine Entschuldigung und erneute Einladung, welche die Band jedoch ausschlug.

Gabalier: Publikum braucht keine politische Anleitung

In einem Gespräch mit dem Portal „Schlager.de“ erläuterte Gabalier seine Sichtweise zur Rolle von Künstlern. Der Österreicher betonte, er habe stets das Ziel verfolgt, „den Leuten mit meiner Musik eine schöne musikalische Freude und Auszeit zu schenken“.

„Wenn ich selbst auf Konzerte gehe, dann sag ich immer, ich bin mündig und volljährig und jeder weiß letztendlich, wo man sein Kreuz setzen und was man wählen muss“, so der „Hulapalu“-Sänger. Eine politische Belehrung von der Bühne sei seiner Ansicht nach deshalb nicht notwendig.

Die Menschen seien im Alltag ohnehin ständig mit politischen Nachrichten und Krisen konfrontiert, so Gabalier. „Die Leute sind da, um unterhalten zu werden, sie wollen eine gute Zeit haben“, sagte der Sänger. Seine Aufgabe sei es, für unbeschwerte Momente zu sorgen, wobei er jedem Künstler eine eigene Haltung in dieser Frage zugestand.

Andere Musiker zeigen Solidarität mit Alphaville

Während des Festivals reagierten mehrere andere Künstler auf die Ausladung. Musiker wie Tom Gregory oder Nura spielten den Alphaville-Hit „Forever Young“, während Acts wie Felix Jaehn, die No Angels und Mark Forster auf der Bühne Stellung bezogen.

Zur allgemeinen gesellschaftlichen Verfassung merkte Gabalier gegenüber dem Portal an, es sei eine herausfordernde Phase. Man müsse hoffen, „dass wir es schaffen, irgendwie in unserer Mitte zu bleiben und den physischen Frieden zu bewahren“.

Musikalisch konzentriert sich der Sänger momentan auf leisere Töne. Sein Album „Handwerk – 10 Jahre Unplugged“ kam Ende August heraus. Ab dem 14. Oktober folgt eine Konzertreihe, die ihn durch Deutschland, Österreich sowie die Schweiz führen wird. Dabei tritt Gabalier in kleineren Sälen mit akustischer Besetzung und Streichern auf. (red)