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„Top Gun“ im „Auge des Tigers“Warum trägt Macron in Davos plötzlich eine Sonnenbrille?

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Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron überraschte bei seiner Rede in Davos mit einer getönten Sonnerbrille.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron überraschte bei seiner Rede in Davos mit einer getönten Sonnerbrille.

Der Auftritt mit getönter Brille im Stil von „Top Gun“ sorgte in Davos bei vielen Anwesenden für Irritationen. Macron reagierte darauf.

Als Emmanuel Macron am Dienstag (20. Januar 2026) das Podium des Weltwirtschaftsforums in Davos betrat, galt die Aufmerksamkeit weniger seinen Papieren als seinem Erscheinungsbild. Der französische Staatspräsident trug eine auffällig dunkel getönte Brille, die er während des gesamten Auftritts nicht abnahm – ungewöhnlich für ein Treffen dieser diplomatischen Ebene.

Emmanuel Macron irritiert mit getönter Sonnenbrille

In sozialen Netzwerken und unter Journalisten setzten umgehend Spekulationen ein: Ging es um ein modisches Signal, Übermüdung oder das Verdecken einer Verletzung? Die „Libération“ kommentierte dazu: „Hinter dem schwarzen Glas verbirgt sich kein Geheimnis, sondern die menschliche Verwundbarkeit eines Präsidenten, der sein Amt ohne Unterbrechung fortführt.“

Emmanuel Macron spricht am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos mit Bernard Fontana, dem Vorstandsvorsitzenden des französischen Energiekonzerns EDF.

Emmanuel Macron (r) spricht am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos mit Bernard Fontana, dem Vorstandsvorsitzenden des französischen Energiekonzerns EDF.

Die Auflösung für das optische Rätsel liegt einige Tage zurück und hat einen rein gesundheitlichen Hintergrund. Bereits am 15. Januar 2026 fiel bei einem Truppenbesuch auf dem Militärstützpunkt Istres auf, dass das rechte Auge von Emmanuel Macron deutlich gerötet und geschwollen war. Aus dem Umfeld des Präsidenten wurde später bestätigt, dass es sich um ein ausgeprägtes Hyposphagma handelte – ein geplatztes Äderchen unter der Bindehaut, das zwar schmerzlos ist, optisch jedoch auffällig wirken kann.

Macron reagiert locker auf die Nachfragen und nennt den Grund

Die getönte Brille diente demnach vor allem dem Schutz vor Lichtreizen, insbesondere vor starkem Blitzlicht bei öffentlichen Terminen. Macron selbst sprach das Thema bereits in Istres offen an und entschuldigte sich vor den anwesenden Soldaten sinngemäß dafür, dass er die Brille auf ärztlichen Rat hin für einige Tage tragen müsse, um die Heilung nicht zu beeinträchtigen.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron überraschte bei seiner Rede in Davos mit einer getönten Sonnerbrille.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron überraschte bei seiner Rede in Davos mit einer getönten Sonnerbrille.

Trotz der medizinischen Notwendigkeit gelang es dem Élysée-Palast, den Vorfall in eine positive Botschaft umzudeuten. Anstatt die Beeinträchtigung lediglich hinzunehmen, integrierte Emmanuel Macron das Accessoire offensiv in seine Kommunikation. In Davos reagierte er auf Nachfragen von Pressevertretern mit einer Prise Humor und einer popkulturellen Anspielung, um Stärke zu demonstrieren.

Er forderte die Beobachter dazu auf, das Beste aus der Situation zu machen, und erklärte lächelnd: „Betrachten Sie es als das ‚Auge des Tigers‘ – ein Zeichen dafür, dass wir in diesen turbulenten Zeiten wachsam und bereit bleiben müssen.“

Diese rhetorische Wendung prägte auch die weitere Berichterstattung. Medien wie „Le Figaro“ kritisierten zwar die fehlende nonverbale Kommunikation durch den ausbleibenden Augenkontakt, zeichneten den Präsidenten zugleich aber als jemanden, der selbst unter widrigen Umständen Souveränität bewahrt. (jag)