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„Boots“ abgesetztNetflix beendet plötzlich queere Serie nach Kritik aus dem Pentagon

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Max Parker (l) in der Netflix-Serie „Boots“ (2025).

Max Parker (l) in der Netflix-Serie „Boots“ (2025). Die Serie erzählt die Geschichte des gemobbten homosexuellen Teenagers Cameron, der gemeinsam mit seinem besten Freund den Marines beitritt und im harten Alltag des Bootcamps eine tiefgreifende persönliche Veränderung erlebt.

Die Produktion der queeren Drama-Serie „Boots“ wurde von Netflix im Anschluss an die erste Staffel beendet.

Netflix wird die Coming-of-Age-Produktion „Boots“ nicht über die erste Staffel hinaus fortsetzen. Das berichtet das US-amerikanische Branchenblatt „Variety“. Die Serie war erst am 9. Oktober auch in Deutschland gestartet und verzeichnete hohe Streamingzahlen. Die Handlung erzählt die Geschichte von Cameron Cope (Miles Heizer), einem im Verborgenen homosexuellen Jugendlichen, der sich während der 90er Jahre gemeinsam mit seinem engsten Freund dem Marine Corps anschließt.

„The Pink Marine“ als Vorlage: Queeres Coming-of-Age im Militär

Als Vorlage für die Geschichte diente das Buch „The Pink Marine“ von Greg Cope White. Ungeachtet der widrigen Umgebung – damals war es LGBTQ-Personen untersagt, den Streitkräften anzugehören – entwickeln die neuen Soldaten ihre Identität und knüpfen während der Grundausbildung neue kameradschaftliche Bande. 

Zum Start der Serie auf Netflix kam es zu deutlicher Kritik aus dem Pentagon. Das US-Verteidigungsministerium warf „Boots“ öffentlich vor, ein verzerrtes und ideologisch geprägtes Bild des Militärs zu zeichnen. In Stellungnahmen wurde die Serie als „woker Müll“ bezeichnet und ihr eine „ideologische Agenda“ unterstellt. Die Darstellung entspreche weder den Werten noch der Realität der US-Streitkräfte, hieß es weiter.

Pentagon kritisiert „Boots“: Streit um Identitätspolitik

Kritisiert wurde vor allem der starke Fokus auf Identitätspolitik statt auf militärische Ausbildung und Kameradschaft. Eine direkte Einflussnahme auf Netflix wurde nicht bestätigt, die scharfe Wortwahl sorgte jedoch international für Aufmerksamkeit.

Der Serienerfinder Andy Parker und seine Mitarbeiter hegten bis zuletzt die Hoffnung auf eine Weiterführung. Einem Beteiligten zufolge gäbe es noch „eine Menge Geschichten zu erzählen“, was ausreichend Material für bis zu zehn Seasons sei. Diese würden die Erlebnisse des Romanautors im Marine Corps bis hin zur „Don’t Ask, Don’t Tell“-Richtlinie umfassen.

Norman Lear, welcher dem Vorhaben 2023 seine Zustimmung gab, war als Executive Producer tätig. Er arbeitete an der Seite eines Teams, das unter anderem Jennifer Cecil einschloss. Die Darstellerriege umfasste neben Miles Heizer und Liam Oh beispielsweise auch Ana Ayora, Vera Farmiga sowie Dominic Goodman. (jag)