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„Bridgerton“-Star Luke Thompson spricht über Unsicherheiten am Set„Man darf nicht eitel sein“

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Schauspieler Luke Thompson freut sich über Fan-Begegnungen: „Man sieht dieses kleine Leuchten in den Augen der Menschen.“ (Bild: 2026 Getty Images/Kate Green)

Schauspieler Luke Thompson freut sich über Fan-Begegnungen: „Man sieht dieses kleine Leuchten in den Augen der Menschen.“ (Bild: 2026 Getty Images/Kate Green)

Als Benedict verdrehte Luke Thompson in der neuesten Staffel von „Bridgerton“ (Netflix) nicht nur einem Dienstmädchen, sondern auch dem Publikum den Kopf. Hier verrät der Schauspieler, wie er über seine Rolle denkt und was ihm bei Fan-Begegnungen im Kopf bleibt.

Für viele ist „Bridgerton“ ein Ort zum Träumen - große Gefühle, elegante Welten, scheinbar klare Liebesgeschichten. Für Luke Thompson (37) jedoch wurde die Reise seiner Figur Benedict zu etwas deutlich Persönlicherem. Im Gespräch mit der Agentur teleschau zeigt sich der Schauspieler nachdenklich, fast schon ungewohnt offen - und spricht über Zweifel, Widerstand und die Frage, was echte Nähe bedeutet.

Im Interview anlässlich der neuen Folgen der Erfolgsserie (zu sehen bei Netflix) geht es für ihn nicht nur um Romantik, sondern um innere Brüche. Denn Benedict, so erklärt Thompson, habe lange gelernt, sich hinter einer Rolle zu verstecken. „Er hat diese glänzende Oberfläche, mit der er sich durch die Welt bewegt, ohne zu viel von sich preiszugeben“, sagt der 37-Jährige. Gerade deshalb sei es für ihn spannend gewesen, diesen Schutz langsam aufzubrechen. „Das Interessante ist, ihn in Situationen zu bringen, in denen diese Fassade bricht“, beschreibt er den Kern der Entwicklung.

Was dabei entsteht, geht für Thompson weit über eine klassische Liebesgeschichte hinaus. Es ist ein innerer Konflikt - zwischen Kontrolle und Loslassen, zwischen Freiheit und dem Wunsch nach Verbindung. Auffällig ist dabei, wie bewusst er sich gegen einfache Antworten stellt. „Ich bin ehrlich gesagt skeptisch gegenüber Ratschlägen“, sagt er. Für ihn gehört Unsicherheit dazu. Mehr noch: Sie ist notwendig. „Der Kampf ist nicht etwas, das man überwinden muss - er ist Teil dessen, was wir tun“, erklärt der Schauspieler.

Luke Thompson: „Am Anfang fühlt sich diese Freiheit berauschend an“

Die vierte Staffel von „Bridgerton“ erzählt von Benedict Bridgerton (Luke Thompson) und Sophie Baek (Yerin Ha). (Bild: LIAM DANIEL/NETFLIX)

Die vierte Staffel von „Bridgerton“ erzählt von Benedict Bridgerton (Luke Thompson) und Sophie Baek (Yerin Ha). (Bild: LIAM DANIEL/NETFLIX)

Diese Haltung spiegelt sich auch in seiner Arbeit wider. Er habe kein Interesse daran, Figuren „glatt“ zu spielen. „Man darf nicht eitel sein“, sagt Thompson - und meint damit auch die Bereitschaft, Fehler zuzulassen und Entscheidungen zu zeigen, die nicht immer gefallen. Im Gespräch mit teleschau kommt dabei ein Gedanke immer wieder auf: Freiheit. Ein Begriff, der für seine Figur lange alles bedeutet - bis er plötzlich eine andere Seite bekommt. „Am Anfang fühlt sich diese Freiheit berauschend an“, erklärt der 37-Jährige.

Doch mit der Zeit habe sich das Gefühl von Freiheit für Benedict gewandelt, beschreibt der Schauspieler. „Je länger sie anhält, desto mehr wird sie zu einer Art Käfig.“ Ein Satz, der hängen bleibt - weil er weniger nach Serie klingt als nach einer persönlichen Erkenntnis. Denn was zunächst nach Unabhängigkeit aussieht, kann sich für Thompson in eine Form von Stillstand verwandeln. Ein Kreislauf, aus dem man nicht ausbricht, solange man sich nicht festlegt.

„Man sieht dieses kleine Leuchten in den Augen der Menschen“

Und genau hier beginnt für den 37-Jährigen die eigentliche Bedeutung von Liebe. Für ihn ist sie kein einfacher Gegenpol zur Freiheit - sondern etwas, das beides gleichzeitig sein kann. „Es geht immer darum, was man zeigt - und was man verbirgt“, beschreibt er die Dynamik zwischen den Figuren. Sein vielleicht eindrücklichster Gedanke geht jedoch noch weiter. „Liebe ist eine Art Freiheit von der Endlichkeit“, glaubt er.

Ein Satz, der die opulente Welt von „Bridgerton“ plötzlich erdet - und ihr etwas Zeitloses gibt. Trotz aller Tiefe bleibt für Thompson aber auch die Wirkung auf das Publikum entscheidend. „Man sieht dieses kleine Leuchten in den Augen der Menschen“, erzählt er von Begegnungen mit Fans. Ein Moment, der ihm zeigt, dass hinter all den großen Gefühlen etwas Echtes steckt. Oder, wie er es selbst formuliert: Genau in diesen Widersprüchen entsteht das, was eine Liebesgeschichte wirklich ausmacht. (tsch)