„Insidious: Out of the Further“, „Spaziergang nach Syrakus“ und „Marsupilami“, eine neue Leinwand-Adaption der bekannten belgisch-französischen Comic-Reihe: Das sind die Kino-Neustarts am 20. August.
Das Marsupilami ist wieder daDas sind die Kino-Highlights der Woche

Erstaunlich: In „Marsupilami“ wurde mehrheitlich nicht mit Computer-Animationen, sondern mit klassischer Animatronik-Technik gearbeitet. (Bild: Splendid Film)
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Gelbes Fell, schwarze Punkte und ein sehr, sehr langer Schwanz - na, welches Tier ist gesucht? Die allermeisten Kinder von heute werden wohl keine Chance haben, darauf zu kommen, schließlich findet man dieses sehr seltene Wesen nicht in irgendwelchen Zoos oder Naturdokumentationen, sondern nur in alten Filmen oder noch älteren Comics. Aber die Eltern wissen sicher sofort Bescheid: das „Marsupilami“ ist wieder da!

David (Philippe Lacheau, rechts, mit Élodie Fontan und Corentin Guillot) hat viel Spaß mit dem Marsupilami, aber auch eine Menge Stress. (Bild: Splendid Film)
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Außerdem neu in dieser Woche: „Insidious: Out of the Further“, der inzwischen sechste Teil der populären Horror-Reihe, und die von wahren Ereignissen inspirierte DDR-Fluchtgeschichte „Spaziergang nach Syrakus“ mit Charly Hübner.
Marsupilami

Paul (Charly Hübner) genießt das Leben mit seiner Frau Anne (Lina Beckmann), gleichzeitig zieht es ihn aber auch in die Ferne. Etwas von der Welt sehen, ein bisschen zumindest ... (Bild: Sammy Hart/Pandora Film)
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Im Jahr 1952 tauchte das von André Franquin erdachte Marsupilami zum ersten Mal in einem „Spirou und Fantasio“-Comic auf, nach einigen Auftritten als „Kokomiko“ in den „Fix und Foxi“-Heften ging 1987 „Die Abenteuer des Marsupilamis“ in Serie. Zeitzeugen erinnern sich noch an ein ziemlich krawalliges und manchmal auch etwas kratzbürstiges Phantasiewesen, das sich an seinem meterlangen Schwanz durch den Dschungel von „Palumbien“ hangelte. So wild wie damals ist das neue, arg verniedlichte Marsupilami nicht mehr, aber wo es auftaucht, löst es immer noch großes Chaos aus.
In der zweiten Kino-Adaption nach 2012 (“Auf den Spuren des Marsupilami“) wird Zoowärter David (Hauptdarsteller, Regisseur und Drehbuchautor: Phlippe Lacheau) von seinem zwielichtigen Boss Jeffrey (Jean Reno) mit einem geheimnisvollen Auftrag betraut: Er soll von Paris aus nach Südamerika reisen, um dort mit seiner Familie ein Kreuzfahrtschiff zu besteigen und ein „Paket“ nach Frankreich zu bringen.

Paul Gompitz (Charly Hübner, links) träumt von einem Spaziergang nach Syrakus, aber in der DDR der 80er-Jahre haben solche Träume klare Grenzen. (Bild: Sammy Hart/Pandora Film)
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Drei Regeln gibt Jeffrey dem ahnungslosen David mit: unter keinen Umständen das Paket öffnen, sehr behutsam mit der Fracht umgehen und bei der ganzen Aktion äußerst diskret vorgehen. Mit der Diskretion hat es sich aber schnell erledigt, als das Paket doch irgendwie geöffnet wird und ein kleines Marsupilami heraus hüpft.
Weil sich viele Menschen - gute und schlechte mit ganz unterschiedlichen Interessen - für dieses wundersame exotische Geschöpf interessieren, und weil das Marsupilami immerzu viel Schabernack im Kopf hat, herrscht auf dem Schiff bald schon ein tierisches Tohuwabohu. Eine „Mischung aus Klamauk, deftigen Gags und großen Emotionen“ soll dieser 28 Millionen Euro teure Familienfilm sein, der in Frankreich zuletzt bereits zum größten Kassenschlager des Jahres avancierte. Bemerkenswert: In „Marsupilami“ wurde mehrheitlich nicht mit Computereffekten, sondern mit klassischer Animatronik-Technik gearbeitet.
Insidious: Out of the Further

Zweifelhafter Segen: Gemma (Amelia Eve) stellt fest, dass sie die Fähigkeit besitzt, in das Ewigreich zu reisen. (Bild: 2026 Sony Pictures Entertainment)
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Eine junge Familie, die in ein verfluchtes Haus zieht und dort einige der haarsträubendsten Schreckmomente der modernen Horrorkino-Geschichte durchlebt: Damit ging vor inzwischen 16 Jahren alles los in „Insidious“, dem Auftakt einer ganzen Reihe, die im Lauf der Jahre mit relativ bescheidenen Mitteln über 700 Millionen Dollar einspielte und sich längst als eigenständige Marke etabliert hat. Drei Jahre nach „Insidious: The Red Door“ (2023) geht das beliebte Franchise unter Leitung der Produzenten James Wan und Jason Blum in die sechste Runde.

Neben Amelia Eve (rechts) gehört auch Lin Shaye zum Cast von „Insidious: Out of the Further“ - sie wirkte bereits 2010 im ersten Film der Reihe mit. (Bild: 2026 Sony Pictures Entertainment)
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Die kreative Verantwortung liegt jetzt vor allem bei Jacob Chase (“Come Play“), der Regie führte und mit Unterstützung von David Leslie Johnson-McGoldrick auch das Drehbuch für dieses neue „Insidious“-Kapitel schrieb. Das Filmstudio wirbt inhaltlich mit einer ganz neuen Familie und einem Schrecken, „der die Grenzen dessen, wozu das Ewigreich fähig ist, neu definiert“.
„Ewigreich“, das ist jene Parallelwelt im „Insidious“-Universum, in der die gequälten bösen Geister von Verstorbenen gefangen sind, bis sie doch irgendwie ein Schlupfloch in die reale Welt finden. Dabei hilft diesmal, eher unfreiwillig natürlich, die junge Mutter Gemma (Amelia Eve). Die Frau bezieht mit ihrer Tochter das Haus, in dem sie selbst aufgewachsen ist, und entdeckt dort ihre Fähigkeit, in das Ewigreich zu reisen. Die Folgen sind fatal, denn bei ihrer Rückkehr bringt sie etwas mit, das besser im Reich der Toten verblieben wäre. Neben Neuzugang Amelia Eve gehört unter anderem auch Lin Shaye zum Cast von „Insidious: Out of the Further“ - als Elise Rainier ist sie seit 2010 festes Mitglied der Filmreihe. Patrick Wilson hingegen, lange einer der Hauptdarsteller und beim fünften Film sogar als Regisseur dabei, wirkt nicht mehr mit.
Spaziergang nach Syrakus
Zu Fuß nach Sizilien, eine große inspirierende Lustwanderung über mehrere tausend Kilometer, so wie es der Dichter Johann Gottfried Seume im Jahr 1801 gemacht und dann in seinem Reisebericht „Spaziergang nach Syrakus“ festgehalten hat: Das ist der große Traum von Paul Gompitz (Charly Hübner), und zugleich ist es eigentlich eine absolute Unmöglichkeit. Paul lebt im Jahr 1982 in der DDR, da führt kein Weg nach Syrakus. Oder vielleicht doch?
Paul Gompitz, so wie Regisseur Lars Jessen ihn im Film „Spaziergang nach Syrakus“ inszeniert und wie Charly Hübner ihn spielt, ist ein einfacher, unauffälliger Typ. Ein Kellner auf einem Fahrgastschiff bei Rostock, der eigentlich keinen Ärger macht und es genießt, mit seiner Frau Anne (Lina Beckmann) gemütliche Datsche-Abende zu verbringen. Aber er hat doch seinen eigenen Kopf, und dieser Traum von Syrakus lässt ihm keine Ruhe. Einmal nur dorthin laufen, weiter nichts, er möchte danach auch gerne wieder zurück nach Hause kommen. Er stellt Anträge für Bildungsreisen, versucht es mit einem möglichen Besuch bei seiner Cousine im Westen. Die Antwort der Behörden ist immer die gleiche: abgelehnt! Paul muss sich also etwas anderes überlegen und kauft ein kleines Boot.
„Eine Geschichte über Sehnsucht, Freiheit und den Mut, zu weit zu gehen. Fast glaubt man, sie sei erfunden“, heißt es auf dem Kinoplakat zu „Spaziergang nach Syrakus“. Erfunden ist die Geschichte aber eben nur teilweise. Heide und Andreas R. Kersten entwickelten das Drehbuch zum Film auf Basis eines Romans von Friedrich Christian Delius. Der wiederum ließ sich zu seinem Buch von der wahren Fluchtgeschichte von Klaus Müller im Jahr 1988 inspirieren. (tsch)