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Die wohl spektakulärste deutsche Serie geht zu EndeDas sind die Streaming-Tipps der Woche

6 min
Basierend auf den Romanbestsellern von Volker Kutscher erzählt „Babylon Berlin“ die Geschichte des Kommissars Gereon Rath (Volker Bruch). Nun geht die Serie nach fünf Staffeln in der ARD Mediathek zu Ende.  (Bild:  Frédéric Batier/X Filme Creative Pool/ARD Degeto Film/SWR/WDR/Radio Bremen/Beta Film)

Basierend auf den Romanbestsellern von Volker Kutscher erzählt „Babylon Berlin“ die Geschichte des Kommissars Gereon Rath (Volker Bruch). Nun geht die Serie nach fünf Staffeln in der ARD Mediathek zu Ende. (Bild: Frédéric Batier/X Filme Creative Pool/ARD Degeto Film/SWR/WDR/Radio Bremen/Beta Film)

In der ARD Mediathek erzählt die finale Staffel von „Babylon Berlin“ von Hitlers Machtergreifung, während ein Ex-Polizist in „Last Seen“ bei Apple seit Jahren sein Kind sucht. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.

Am 13. Oktober 2017 startete die historische Krimiserie „Babylon Berlin“ beim Bezahlsender Sky. Rund ein Jahr später folgte die Premiere der ersten Staffel bei Koproduzent ARD. Nun, fast neun Jahre später, endet die aufwendige deutsche Serie mit der Veröffentlichung von acht finalen Folgen in der ARD-Mediathek. Die Handlung der Serie, die sich gemäß den Romanvorlagen von Volker Kutscher zwischen historischem Kriminalroman und politischer Zeitgeschichte bewegt, beginnt im April 1929. Das Finale (Romanvorlage: „Märzgefallene“) spielt nun zwischen Januar und März 1933, direkt im Umfeld von Hitlers Ernennung zum Reichskanzler, dem Reichstagsbrand und der Machtübernahme der Nazis. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

„Babylon Berlin“ - ARD Mediathek

Ex-Polizist Ian Ridley (Patrick Brammall) hat in der australischen Apple-Thrillerserie „Last Seen“ auch nach elf Jahren die Hoffnung nicht aufgegeben, seine im Alter von drei Jahren verschwundene Tochter wiederzufinden. Seiner Nachfolgerin (Zahra Newman) als Polizeichefin einer fiktiven Küstenkleinstadt präsentiert er eine neue Spur.    (Bild: Apple TV)

Ex-Polizist Ian Ridley (Patrick Brammall) hat in der australischen Apple-Thrillerserie „Last Seen“ auch nach elf Jahren die Hoffnung nicht aufgegeben, seine im Alter von drei Jahren verschwundene Tochter wiederzufinden. Seiner Nachfolgerin (Zahra Newman) als Polizeichefin einer fiktiven Küstenkleinstadt präsentiert er eine neue Spur. (Bild: Apple TV)

Am 30. Januar 1933 wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt, und Deutschland steuert auf sein dunkelstes Kapitel zu. Mitten in diesem Umbruch stößt Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) in der finalen Staffel von „Babylon Berlin“ (acht Folgen ab Donnerstag, 10. September, in der ARD Mediathek) auf eine mysteriöse Mordserie: Die Opfer, allesamt ehemalige Frontsoldaten, verbindet ein Geheimnis, das bis in die Schützengräben des Jahres 1918 zurückreicht. Im Zentrum ihrer Ermittlungen: eine brisante, verschwundene Akte über Hitlers Kriegsdienst, deren Inhalt das offizielle Bild des künftigen Diktators erschüttern könnte. Wer auch immer diese Akte zurückhaben will, geht dabei über Leichen. Und dann verschwindet auch noch Gereon Rath (Volker Bruch) - spurlos, ohne ein Lebenszeichen, sodass Charlotte fürchten muss, ihn nie wiederzusehen.

533 Drehtage an mehr als 500 Drehorten, über 400 Schauspielende in Sprechrollen, 17.000 Komparsinnen und Komparsen sowie 2.046 anderweitig Mitarbeitende: „Babylon Berlin“, das als erstes gemeinsames Projekt eines Pay TV-Anbieters und des öffentlich-rechtlichen Fernsehens begann (Sky zog sich später zurück), wird wohl auf viele Jahre „das“ deutsche Serien-Megaprojekt bleiben. Über 175 bis 200 Millionen Euro Gesamtkosten für alle fünf Staffeln in Summe wird spekuliert.

Mit dem Serienfinale weicht der Erzählbogen vom zehnbändigen Romanzyklus Volker Kutschers ab. Filmisch endet Gereon Raths Story mit dem Zusammenbruch der Weimarer Republik und der Machtübernahme Hitlers. In der Buchreihe wird nach „Märzgefallene“ noch bis ins Jahr 1938 weitererzählt, also quasi bis kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Dass die Serie mit dem lange durch die Plots dräuenden Sieg des Faschismus über die Roaring Twenties und die politisch-gesellschaftliche Vielfalt Berlins in den Jahren 1929 bis 1933 endet, ergibt allerdings auch Sinn. In Staffel fünf wird Hitlers (Clemens Schick) - übrigens weitgehend wahre - Geschichte als verwundeter sowie von einem Nervenarzt und Psychiater behandelten Gefreiten im Ersten Weltkrieg selbst zum Kernstück der Handlung. Erzählerisch grandios verwoben zeigen sich historisch verbürgte Charaktere, an die Historie angelehnte und erfundene Figuren in der Serienhandlung.

„Last Seen“ - Apple

Können sie sich das Lachen verkneifen? Vorne von links: Alina Bock, Phil Laude, Laura Larsson, Marti Fischer und Maria Ziffy. Hinten: Helge Mark, Adrian Vogt alias Aditotoro, Host Hazel Brugger, Selfiesandra, Torge Oelrich aka freshtorge und Paul „Paulomuc“ Luca Fischer. (Bild: Amazon MGM Studios)

Können sie sich das Lachen verkneifen? Vorne von links: Alina Bock, Phil Laude, Laura Larsson, Marti Fischer und Maria Ziffy. Hinten: Helge Mark, Adrian Vogt alias Aditotoro, Host Hazel Brugger, Selfiesandra, Torge Oelrich aka freshtorge und Paul „Paulomuc“ Luca Fischer. (Bild: Amazon MGM Studios)

Das winterliche Australien kann auch eine tolle Serien-Kulisse darstellen. Man sieht: das peitschende Meer rund um die fiktive Küstenstadt Port McKenna, im Sturm umknickende Bäume - und eine skelettierte Kinderleiche. Eine solche wird in der Apple TV-Serie „Last Seen“ (ab Mittwoch, 9. September) nach dem Sturm im Unterholz freigelegt. Der deutsche Regisseur Christian Schwochow (“The Crown“) findet starke Bilder für den sechsteiligen psychologischen Thriller, der nach dem amerikanischen Roman „Der Cop“ (“The Dispatcher“) von Ryan David Jahn entstand.

Die Handlung des Buches ist eigentlich in Texas angesiedelt und erzählt von dem Ex-Polizisten Ian Ridley (David Brammall): Nach dem Verschwinden seiner dreijährigen Tochter Megs vor elf Jahren ging es mit seinem Leben bergab. Die Ehe mit Megs' Mutter Debbie (Jessica Wren) zerbrach, Ian machte „Karriere“ als Alkoholiker und verlor seinen Job. Mittlerweile ist der Mann trocken, aber die alten Dämonen verfolgen ihn noch. Als nach dem Sturm die Kinderleiche im Wald gefunden wird, liegt der Verdacht nahe, dass es sich dabei um die tote Megs handelt. Doch es gilt, die Untersuchungsergebnisse abzuwarten.

Für Anwältin Claudia (Gugu Mbatha-Raw) steht ein neuer Fall an: In Jamaika soll sie einen Besitzstreit schlichten. Dort angekommen, taucht sie auf einer einstigen Plantage in die grausame, koloniale Historie ein.  (Bild: Sky UK Ltd)

Für Anwältin Claudia (Gugu Mbatha-Raw) steht ein neuer Fall an: In Jamaika soll sie einen Besitzstreit schlichten. Dort angekommen, taucht sie auf einer einstigen Plantage in die grausame, koloniale Historie ein. (Bild: Sky UK Ltd)

Parallel zur Geschichte Ians und seines Umfeldes in Port McKenna - gedreht wurde in Portland im australischen Victoria - lernt man noch eine andere Familie kennen: Die freundlich-religiösen Eheleute Henry (Brendan Cowell) und Jenna Reid (Maxine Peake) leben mit ihrer Tochter Sarah (Chloe Jean Lourdes) auf einer Farm in der Nähe und meiden den Kontakt zur Außenwelt. Doch es gibt eine Verbindung zwischen den beiden Welten: Henrys Bruder Donald (Daniel Henshall) ist ebenfalls trockener Trinker und Ians Pate bei den Anonymen Alkoholikern. Nach dem Start mit einer Doppelfolge sendet Apple die restlichen vier Episoden im Wochenrhythmus bis zum Serienfinale am Mittwoch, 7. Oktober.

„LOL Next“ - Prime Video

Wer hier lacht, der fliegt ganz schnell raus: Nach sieben Staffeln „LOL: Last One Laughing“ schickt Prime Video im neuen Spin-off „LOL Next“ (vier Folgen ab Donnerstag, 10. September, bei Prime Video) nun zehn Social-Media-Stars ins Rennen. Statt Michael „Bully“ Herbig, der die ersten sechs Staffeln „LOL“ moderierte und zuletzt sich als Kandidat selbst der Challenge stellte, übernimmt Hazel Brugger die Moderation und beobachtet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit 40 Kameras ganz genau. Bei wem zucken die Mundwinkel? Wer verliert beim Auftritt einer Kontrahentin oder bei einem Spiel die Fassung? Einmal entdeckt, ist die Chance auf den Sieg und auf 50.000 Euro für den guten Zweck dahin. Es gilt: ernst bleiben!

Am bewährten Konzept ändert sich also nichts, dafür ist der Cast merklich anders. Statt Comedians, Kabarettisten und Schauspielern stellen sich die Creatorinnen, Creator und Comedians der nächsten Generation der Challenge, wie der Streaming-Anbieter erklärt. Das sind die YouTuber Phil Laude (Gründungsmitglied von Y-Titty), Torge Oelrich aka freshtorge - wahrliche YouTube-Stars der ersten Stunde - und Marti Fischer, die mit Sketch-Comedy und Musikvideos bekannt wurden. Mit ähnlichen Inhalten, allerdings vor allem auf Instagram und TikTok, und auch ein paar Jahre später, sammelten der Schweizer Content-Creator und Musiker Adrian Vogt alias Aditotoro, BeFour-Sängerin und Schauspielerin Alina Bock, TikTok-Star und Schauspieler Helge Mark (“Die Verräter“), Radiomoderator und Content-Creator Paul „Paulomuc“ Luca Fischer, Komikerin und TikTokerin Maria Ziffy und Influencerin und Moderatorin Sandra Safiulov aka Selfiesandra (“Let's Dance“) Follower. Zum Cast gehört außerdem Podcasterin und Moderatorin Laura Larsson (“Neo Social Club“). Gemeinsam haben die zehn über diverse Plattformen verteilt mehrere Millionen Abonnentinnen und Abonnenten.

„Posession“ - WOW

Für die ehrgeizige Bristoler Anwältin Claudia (Gugu Mbatha-Raw) steht ein neuer Fall an: Ihr kürzlich verstorbener Mandant Alfred Connaught hat seinen einzigen Sohn Oliver Connaught (Jonny Lee Miller) aus seinem Testament gestrichen. An wen also soll sein 50 Millionen Pfund schweres Erbe gehen? Um diese Frage zu klären, reist Claudia nach Jamaika. Dort erhebt der Einheimische Cudjoe East (Sheldon Shepherd) Anspruch auf die ehemalige Zuckerplantage „Hope Hill“. Vor Ort angekommen, traut Claudia ihren Augen kaum: Das alte Farmerhaus ist genau das gleiche, das sie seit einiger Zeit in schrecklichen Albträumen verfolgt! Was hat das alles zu bedeuten? Um das herauszufinden, taucht Claudia schon bald tief in die grausame, koloniale Historie des Anwesens ein ...

Die fünfteilige Sky Original Serie „Possession“ (ab Montag, 7. September, WOW) verbindet die lebendige Atmosphäre der modernen Karibik mit der dunklen Kolonialgeschichte und spannenden Mystery-Elementen. Karla Crome (“Something Very Bad Is Going to Happen“) entwickelte das Drehbuch nach einer Originalgeschichte von Jefferson Bannis. Die Dreharbeiten begannen bereits im Dezember 2024 und fanden in der englischen Stadt Bristol sowie in Jamaica statt. (tsch)