Simon Schwarz, bekannt aus den „Eberhofer“-Kinofilmen, hat mit psychischen Problemen zu kämpfen.
„Eberhofer“-StarSchauspieler Simon Schwarz ist in Therapie

Simon Schwarz (links) spielt in den „Eberhofer“-Krimikomödien den „Rudi“, die Leichtigkit seiner Rollen geht dem Wiener privat jedoch ab. (Bild: Constantin Film Distribution GmbH / Bernd Schuller)
Copyright: Constantin Film Distribution GmbH / Bernd Schuller
Er spielte in den Serien „Braunschlag“ und „Vorstadtweiber“, und auch der ARD- „Eifelpraxis“ gibt er die gewisse Portion Schmäh. Und natürlich spielt Simon Schwarz in den „Eberhofer“-Krimis „Rudi“, den Ex-Kollegen und Freund von Hauptfigur Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel). Auch in der neuesten Verfilmung der beliebten Romanreihe, „Steckerlfischfiasko“ (ab 13. August im Kino), ist der 55-jährige Wiener wieder mit von der Partie. Das TV- und Kino-Publikum kennt Schwarz also vor allem aus komödiantischen Stoffen. Abseits seiner Rollen geht dem Schauspieler die Leichtigkeit aber offenbar ab, wie er im Mai 2026 in seinem Podcast enthüllte.
„Warum geht's dir nicht gut, Simon, was ist los?“, fragte ihn sein Schauspielkollege Manuel Rubey (47) in einer Folge ihres gemeinsamen Podcasts „Schwarz & Rubey“ ganz direkt. „Mir geht's ja schon lange nicht gut“, antwortete Schwarz, darauf Rubey: „Es ging dir, seitdem ich dich kenne, nie richtig gut.“

Simon Schwarz sprach in seinem Podcast über seine Therapie. (Bild: IMAGO / APress)
Copyright: IMAGO / APress
Rubey stellte fest, dass ihm eine Diskrepanz aufgefallen sei. In der Filmbranche heiße es: „Wenn der Simon kommt, wird's lustig, alle haben Spaß.“ Er gelte als „aufmerksam und freundlich“. Ob wohl die „typische Schauspielerkrankheit“ dahinterstecke, nach der man sich „nicht spannend genug“ fühle?
Simon Schwarz befindet sich „in einer sehr anstrengenden Therapie“
Simon Schwarz, der drei Kinder aus zwei Ehen hat, antwortete: „Es ist kein Geheimnis mehr, ich befinde mich in einer Therapie, in einer sehr anstrengenden Therapie“. Sie löse aktuell „sehr viel auf“. Aber er wolle „da nicht zu sehr ins Detail gehen. Das ist sehr, sehr privat.“

Auch im zehnten „Eberhofer“-Film ein Dreamteam: Sebastian Bezzel (links), Lisa Marie Potthoff und Simon Schwarz bei der Premiere von „Steckerlfischfiasko“ in München. (Bild: Hannes Magerstaedt/Getty Images for Constantin Film Distribution)
Copyright: Hannes Magerstaedt/Getty Images for Constantin Film Distribution
Herausgekommen sei bei der Therapie unter anderem, „dass das Lustigsein und Unterhalten sehr stark mit Demütigung bei mir zu tun hat“. Schon als Kind habe er viel Demütigung erfahren. „Nicht weil ich gemobbt wurde, sondern weil ich eine Neurodivergenz habe, die ein bissl komplexer ist.“ Daraus habe sich ein „Schutzmechanismus“ ergeben: „Ich habe gelernt, dass ich durch Unterhaltung sozusagen davon ablenken kann und der Aufschlag nicht ganz so hart ist.“ Zwischen seinem Innenleben und seinem äußeren Auftreten herrsche somit eine Diskrepanz: „Der Humor ist nicht das, was ich bin.“
Simon Schwarz bekam spät die ADHS-Diagnose
Die Frage, ob die Therapeutin angedeutet habe, wie lange die Behandlung noch andauern solle, verneinte Schwarz. Darüber habe man nicht gesprochen. Er gehe jedoch davon aus, dass man das Thema auch „in einigen Jahren noch einmal aufgreifen“ könne. Im Podcast beschloss Schwarz es – natürlich – mit einem Witz: „Bleiben Sie dran!“
2025 hatte Simon Schwarz in Gespräch mit der „Apotheken Umschau“ von einer späten Diagnose gesprochen: „Ich las einen Artikel über ADHS bei Erwachsenen. Und ich habe nur noch geheult. All das, was in meinem Leben bisher schiefgegangen war, hat plötzlich Sinn ergeben. Ich begriff, woran ich scheitere und was der Grund dafür ist. Ich habe dann einen psychologischen Test gemacht und hatte recht schnell eine Diagnose.“ Es sei „eine Erleichterung, zu wissen, was mit mir los ist“.
Verarbeitet hat Simon Schwarz seine Erfahrungen im Buch „Geht's noch? Betrachtungen eines Überforderten“, das 2025 erschienen ist. (tsch)