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Ein Skandal machte ihn berühmtRegisseur Tinto Brass ist tot

Tinto Brass ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Der italienische Regisseur ist vor allem dank des Skandal-Films „Caligula“ bekannt geworden.

Tinto Brass ist im Alter von 93 Jahren gestorben. (Bild: 2009 Getty Images/Gareth Cattermole)

Tinto Brass ist im Alter von 93 Jahren gestorben. (Bild: 2009 Getty Images/Gareth Cattermole)

Mit einem Budget von rund 22 Millionen Dollar wurde „Caligula“ zu einer der teuersten unabhängigen Produktionen überhaupt - und brachte Tinto Brass als Regisseur in die Schlagzeilen. Denn der Film über den römischen Imperator sollte als Skandal in die Kinogeschichte eingehen. Jetzt ist der italienische Filmemacher im Alter von 93 Jahren gestorben, wie seine Familie bekannt gegeben hat.

Sein Regiedebüt feierte Tinto Brass 1963. Er drehte einige Avantgarde-Kurzfilme für Umberto Eco, ehe er Ende der 1970er-Jahre eine andere Richtung einschlug. Das Drama „Caligula“ sorgte schließlich für großes Aufsehen in der Filmbranche. Produzent Bob Guccione, der Gründer des Erotikmagazins „Penthouse“, hatte den Film finanziert und in der Nachbearbeitung intime Hardcore-Szenen eingefügt. Drehbuchautor Gore Vidal ließ daraufhin seinen Namen aus dem Vorspann entfernen. Und auch Regisseur Tinto Brass sowie die Hauptrollen Malcolm McDowell und Peter O'Toole waren im höchsten Maße unzufrieden mit dieser Ausrichtung und distanzierten sich.

2023 erschien „Caligula: The Ultimate Cut“

Vier Jahrzehnte dauerte es, bis der Film eine zweite Chance erhielt. 2023 stellte Tinto Brass eine neu geschnittene Fassung mit dem Titel „Caligula: The Ultimate Cut“ beim Filmfestival Cannes vor. Die von Bob Guccione eingefügten Hardcore-Szenen waren daraus entfernt.

Als Regisseur war Tinto Brass bis in die 2000er Jahre aktiv. Trotz seines Ärgers über die starke Erotik-Komponente in „Caligula“ drehte er anschließend immer mehr Filme, welche in diese Richtung gingen. Zu seinen letzten Werken zählen „Monamour“, „Kick the Cock“ und „Hotel Courbet“. (tsch)