Die brutale Attacke gegen Nancy Kerrigan sorgte weltweit für Aufsehen. Wie ist das Leben der beiden Konkurrentinnen seither verlaufen?
Eiskunstlauf-Drama von 1994Das machen Tonya Harding und Nancy Kerrigan heute

Tonya Harding und Nancy Kerrigan (r) stehen 1992 nebeneinander und lächeln – aufgenommen Jahre vor dem Skandal. (Archivbild)
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Ein spektakulärer Vorfall bei den US-Meisterschaften im Eiskunstlauf am 6. Januar 1994 ging in die internationale Sportgeschichte ein. Die Eiskunstläuferin Nancy Kerrigan wurde Opfer eines gezielten Angriffs – nur wenige Wochen vor den Olympischen Winterspielen.
Der Angriff, der den Eiskunstlauf erschütterte
Ein Täter schlug ihr mit einer Metallstange auf das Knie, wodurch Kerrigan nicht mehr an den Meisterschaften teilnehmen konnte. Später wurde bekannt, dass Jeff Gillooly, der damalige Ehemann von Tonya Harding, gemeinsam mit ihrem Leibwächter Shawn Eckardt den arbeitslosen Shane Stant beauftragt hatte, den Anschlag auszuführen.

Während des Trainings am 17. Februar 1994 in der Eishalle von Hamar/Norwegen würdigen sich die beiden amerikanischen Eiskunstläuferinnen Tonya Harding (l) und Nancy Kerrigan keines Blickes. (Archivbild)
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Obwohl Tonya Harding ihre Beteiligung lange abstritt, wurde sie später wegen Behinderung der Ermittlungen verurteilt. Das Gericht verhängte drei Jahre auf Bewährung, 500 Stunden gemeinnützige Arbeit sowie eine Geldstrafe von 160.000 US-Dollar. Zusätzlich sprach die U.S. Figure Skating Association eine lebenslange Sperre gegen Harding aus.
Nancy Kerrigan kehrte ins Rampenlicht zurück
Kerrigan erholte sich von ihrer Verletzung und nahm an den Olympischen Spielen 1994 im norwegischen Lillehammer teil, und sicherte sich dort die Silbermedaille. Schon 1992 hatte sie bei den Wettkämpfen im französischen Albertville Bronze gewonnen.

Nancy Kerrigan zeigt sich immer wieder bei Events auf dem roten Teppich, so wie hier im Februar 2025. (Archivbild)
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Die Aufnahme in die Figure Skating Hall of Fame folgte im Jahr 2004, und bei einigen Olympischen Spielen war sie als Gastreporterin im Einsatz. Im Jahr 2017 trat sie erneut ins öffentliche Bewusstsein, als sie an der 24. Staffel von „Dancing with the Stars“ teilnahm und zusammen mit ihrem Tanzpartner Artem Chigvintsev die siebte Woche erreichte.
Ex-Eiskunstlauf-Star genießt Familienleben
Die heute 54-jährige Kerrigan ist verheiratet und hat drei Kinder. Sie machte in der Vergangenheit öffentlich, sechs Fehlgeburten erlitten zu haben. 2017 teilte sie mit, dass ihre Familie für sie oberste Priorität habe. Ihr erstes Kinderbuch, „Stronger Than She Thinks“, wurde im Dezember 2023 publiziert.
Dem Eiskunstlauf ist sie ebenfalls verbunden geblieben und wirkte zur Weihnachtszeit 2025 bei der Show „Holiday Spectacular on Ice“ in Bellport, New York, mit.
Tonya Harding: Der tiefe Fall einer ehemaligen Topläuferin
Tonya Harding, die in Oregon in einfachen Verhältnissen aufwuchs, galt bei den Olympischen Spielen 1994 als 21-jährige Nachwuchshoffnung. Für die mittlerweile 53-Jährige war die Zeit nach dem Skandal nicht einfach.

Seit der Hollywood-Verfilmung ihrer Lebensgeschichte ist auch Tonya Harding gelegentlich wieder öffentlich aufgetreten. So zeigte sie sich 2018 bei den Golden Globe Awards auf dem roten Teppich. (Archivbild)
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Einem Porträt aus dem Jahr 2008 zufolge wurde sie zweimal festgenommen, darunter einmal wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss, und versuchte, sich das Leben zu nehmen. Im Jahr 2002 nahm sie außerdem an der Sendung „Celebrity Boxing“ teil, wo sie gegen Paula Jones antrat, die durch ihre Klage gegen den früheren US-Präsidenten Bill Clinton bekannt geworden war.
Tonya Harding: Schillerndes Leben wurde in Hollywood verfilmt
Harding heiratete 2010 Joseph Jens Price, und ein Jahr später brachte das Paar einen Sohn zur Welt. Nach der Premiere des Films „I, Tonya“ im Jahr 2017, der ihre Perspektive wohlwollender darbot, erschien Harding wieder häufiger in der Öffentlichkeit.
Sie nahm 2018 an der Sportler-Ausgabe der Fernsehsendung „Dancing with the Stars“ teil und erreichte dort den dritten Platz. Im Jahr darauf gewann sie die 16. Staffel von „Worst Cooks in America: Celebrity Edition“ und erhielt ein Preisgeld von 25.000 US-Dollar, das dem St. Jude Children’s Research Hospital zugutekam.
Laut dem Magazin „People“ ist Harding als Hausmeisterin bei zwei Firmen angestellt. Zudem hat sie wieder mit dem Eislaufen begonnen und trainiert mit ihrer früheren Trainerin Dody Teachman. Mit Blick auf den Vorfall von 1994 äußerte Harding Verwunderung über das anhaltende öffentliche Interesse nach mehr als 30 Jahren und verwies darauf, dass sie ausschließlich wegen Behinderung der Strafverfolgung verurteilt worden sei.
Zu einer Versöhnung zwischen Tonya Harding und Nancy Kerrigan kam es nie. Kerrigan sagte 2017, sie habe Harding 1998 bei einer Veranstaltung gesehen, es habe jedoch kein Gespräch gegeben. Eine persönliche Entschuldigung sei ihr gegenüber nie erfolgt.


