Die Dokumentation „You Can See Everything“ zeigt die weltbekannte Betrügerin in den Wochen vor ihrem Gefängnisantritt. Der veröffentlichte Trailer wirkt bedrohlich.
Verstörende EinblickeGeheime Doku über verurteilte Theranos-Betrügerin schockiert

Elizabeth Holmes sitzt aktuell wegen Betrugs im Gefängnis. (Archivfoto)
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Beim Telluride Film Festival im US‑Bundesstaat Colorado hat eine streng geheim gehaltene Dokumentation über die ehemalige Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes für Aufsehen gesorgt. Der Film „You Can See Everything“ der Regisseure Nathan Fielder und Lance Oppenheim wurde am Sonntag (7. Oktober) ohne Vorankündigung gezeigt. Gleichzeitig veröffentlichte Studio A24 Trailer und ein Filmplakat.
Holmes, die 2022 wegen Betrugs zu mehr als elf Jahren Haft verurteilt wurde und ihre Strafe 2023 antrat, hatte die Filmemacher eingeladen, sie 34 Tage vor Gefängnisantritt zu begleiten. Was als intime Studie begann, entwickelte sich laut Synopsis zu einer „verstörenden dreijährigen Reise in den Abgrund“. Fielder lebte zeitweise mit Holmes und ihrem Partner Billy Evans zusammen.
„You Can See Everything“: Der Blick hinter die Maske von Elizabeth Holmes
Der veröffentlichte Trailer wirkt bedrohlich: Mit weit aufgerissenen Augen beteuert Holmes, niemanden zu täuschen, während ihr Baby im Hintergrund in einer Wippe liegt. „Ich bin immer ehrlich“, sagt sie. Die begeisterten Kinobesucher sprechen von unerwarteten Wendungen und schockierenden Enthüllungen. Der Kinostart in den USA ist für Oktober geplant. Ein europäischer Termin steht noch aus.
Elizabeth Holmes gründete 2003 das Biotechnologieunternehmen Theranos, das versprach, mit wenigen Tropfen Blut zahlreiche medizinische Tests schnell und zuverlässig durchführen zu können. Das Unternehmen wurde zeitweise mit mehreren Milliarden bewertet, doch 2015 enthüllten Recherchen, dass die Technologie nicht wie behauptet funktionierte und teilweise herkömmliche Laborgeräte eingesetzt wurden.
Holmes soll Investoren, Geschäftspartner und möglicherweise auch Patienten über die Leistungsfähigkeit der Systeme jahrelang getäuscht haben. 2022 wurde sie wegen Betrugs an Investoren verurteilt und zu mehr als elf Jahren Haft verurteilt.
Der Fall gilt als Beispiel dafür, wie Charisma, Geheimhaltung und ein starker Innovationsglaube dazu führen können, dass Warnsignale lange übersehen werden. (mbr)
