Freude über den Sieg oder erste Zweifel? Nach dem ESC-Vorentscheid dämpfen Plagiatsvorwürfe und schwache Wettquoten die Erwartungen.
ESC 2026Sarah Engels rutscht immer weiter in den Wettquoten ab

Sarah Engels freut sich beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest über ihren Sieg.
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Erst Applaus im Studio, dann Skepsis bei den Buchmachern: Nach dem deutschen ESC-Vorentscheid am vergangenen Samstag (28. Februar 2026) bewegte sich in den internationalen Wettquoten zunächst – nichts. Sarah Engels setzte sich mit „Fire“ durch, doch Deutschland verharrte weiter auf Rang 23. Kein Sprung nach vorn, kein spürbarer Hype, keine internationale Aufbruchsstimmung.
Sarah Engels: Kein Rückenwind nach dem Vorentscheid
Für viele ESC-Fans ein klares Warnsignal. In der Regel reagieren die Quoten unmittelbar, wenn ein Beitrag überzeugt. Zündet ein Song, geht es nach oben. Viel Glut, aber bislang wenig Flammen: Bei „Fire“ blieb die Entwicklung bislang aus.
Und es wird noch schwieriger: Im Verlauf der Woche rutschte Deutschland weiter ab. Am Donnerstag (5. März) wird der deutsche Beitrag laut eurovisionworld.com nur noch auf Platz 24 oder 25 geführt – abhängig vom Anbieter. Während andere Nationen nach ihren Entscheidungen zulegen, verliert Deutschland weiter an Position.
Wettquoten entscheiden keinen Wettbewerb, sie spiegeln jedoch Erwartungen und internationale Wahrnehmung. Genau hier zeigt sich derzeit Zurückhaltung. Die ESC-Saison 2026 hat für Deutschland gerade erst begonnen – und schon wächst der Druck spürbar.
Superstar-Konkurrenz und Debatte um Parallelen
Zum Vergleich: Als Delta Goodrem als australische ESC-Vertreterin vorgestellt wurde, sprang Australien unmittelbar auf Rang 5 der Wettmärkte. Innerhalb kürzester Zeit entstand ein spürbarer Medienrummel – insbesondere in Australien und Großbritannien, wo Goodrem seit Jahren große Bekanntheit genießt.
Talkshows, Schlagzeilen, Social Media: Die Dynamik ist deutlich. Inzwischen sehen einige Buchmacher Australien bereits auf dem Treppchen, aktuell auf Platz 3. Ein Momentum, das Deutschland bislang fehlt.
Zudem sieht sich Engels mit einer weiteren Diskussion konfrontiert. In sozialen Netzwerken wurden nach dem Vorentscheid Plagiatsvorwürfe gegen „Fire“ laut. Mehrere Nutzer zogen Parallelen zum zyprischen ESC-Beitrag „Fuego“ von Eleni Foureira aus dem Jahr 2018 und kritisierten neben der Titelwahl auch die Inszenierung.
Feuer-Elemente, Choreografie und Farbgebung – für manche Beobachter wirkt vieles stark an den damaligen Auftritt angelehnt. Eine offizielle Beschwerde liegt derzeit jedoch nicht vor.

