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1980er-Jahre Kultserie„Falcon Crest“ startet vor 45 Jahren – was wurde aus den Stars?

8 min
Lorenzo Lamas, Jane Wyman und William R. Moses prägten über viele Jahre als zentrale Figuren die Serie „Falcon Crest“.

Lorenzo Lamas, Jane Wyman und William R. Moses prägten über viele Jahre als zentrale Figuren die Serie „Falcon Crest“. Was wurde aus den einstigen Serienstars nach dem Ende des Erfolgsformats? (Archivbild)

Die TV-Serie „Falcon Crest“ wird 2026 45 Jahre alt. Was wurde aus Jane Wyman, Susan Sullivan, Lorenzo Lamas oder Robert Foxworth?

In den 80ern feierten abendliche TV-Soaps ihre absolute Blütezeit – und „Falcon Crest“ gehörte neben „Dallas“ oder „Der Denver-Clan“ zu den erfolgreichsten Serien dieser Ära. Vor genau 45 Jahren ging das Familienepos erstmals in den USA auf Sendung. Neun Jahre lang – vom 4. Dezember 1981 bis 17. Mai 1990 – verfolgten die Zuschauer die Machtspiele, Affären und Intrigen der einflussreichen Familien Gioberti und Channing im fiktiven kalifornischen Tuscany Valley, rund um das Weingut Falcon Crest.

Doch was machen die Darstellerinnen und Darsteller heute? Hier ein Blick darauf, wohin sie ihre Wege geführt haben.

David Selby, 84 (Richard Channing)

David Selby mit seiner Frau Claudeis Newman bei den Saturn Awards.

David Selby mit seiner Frau Claudeis Newman bei den Saturn Awards. (Archivbild)

David Selby war bereits ein bekanntes Gesicht, bevor er bei „Falcon Crest“ einstieg – etwa durch Rollen in „Dark Shadows“, „Kojak“ oder „Die Waltons“. 1972 spielte er in der Tragikomödie „Sandkastenspiele“ die männliche Hauptrolle neben Barbra Streisand. Als intriganten Richard Channing, illegitimer Spross des Familienclans und ständiger Gegenspieler von Angela Channing, glänzte er so sehr, dass er mit einem Soap Opera Digest Award ausgezeichnet wurde.

Auch nach Serienende blieb Selby gut beschäftigt: Er wirkte u. a. in „Mad Men“, „NCIS: New Orleans“ und im Oscar-prämierten Film „The Social Network“ mit. Zuletzt stand er für den Film „The Great Nick D.“ vor der Kamera. Darüber hinaus veröffentlichte Selby mehrere lyrische Gedichtbände, mit denen er sich als literarisch anerkannter Autor etablierte. 

Seit 1963 ist er mit seiner Frau Claudeis Newman verheiratet. Das Paar hat drei Kinder – zwei Töchter und einen Sohn. Wie er selbst stammt auch seine Ehefrau aus West Virginia.


Lorenzo Lamas, 68 (Lance Cumson)

Lorenzo Lamas im Januar 2026.

Lorenzo Lamas im Januar 2026.

Lamas, der Angela Channings draufgängerischen Enkel Lance verkörperte, war der einzige Darsteller, der in allen 227 Folgen zu sehen war. Dieses Arbeitspensum zog sich durch seine gesamte Karriere. Nach „Falcon Crest“ wurde er zum Star der Actionserie „Renegade“ (1992–1997). Weitere TV-Stationen waren „Reich und Schön“ sowie Gastauftritte in der Nickelodeon-Serie „Big Time Rush“. Insgesamt kamen so rund 130 Film- und Fernsehrollen zusammen.

Er versuchte sich zudem im Reality-TV, etwa mit „Leave It to Lamas“ (2009), und veröffentlichte 2014 seine Autobiografie „Renegade at Heart“. Zuletzt war er im Film „President Down“ zu sehen und lieh der Figur Meap in der Animationsserie „Phineas and Ferb“ seine Stimme. Auch seine inzwischen sechs Ehen sorgen weiterhin regelmäßig für Schlagzeilen. Mehr zu seinem Leben finden Sie unserem Artikel:


Susan Sullivan, 83 (Maggie Channing)

Susan Sullivan ist hin und wieder auch heute noch auf dem roten Teppich zu sehen.

Susan Sullivan ist hin und wieder auch heute noch auf dem roten Teppich zu sehen – so etwa im Oktober 2022 bei den Saturn Awards. (Archivbild)

Susan Sullivan hatte bereits reichlich Soap-Erfahrung, bevor sie als Maggie in „Falcon Crest“ zum Hauptcast stieß. Sie spielte aber auch am Broadway, unter anderem neben Dustin Hoffman. Obwohl ihre Serienfigur tragisch ertrank, ging es für Sullivan beruflich munter weiter: Sie bekam Rollen in „Last Man Standing“, „The Kominsky Method“ und besonders „Castle“.

In der Sitcom „Dharma & Greg“ stellte sie zudem ihr ausgeprägtes komödiantisches Talent unter Beweis. Zu ihren jüngeren Arbeiten zählen die Serie „Smartphone Theatre“ sowie eine kleine Rolle im Indie-Film „Magic Hour“. Susan Sullivan meldet sich regelmäßig auf Twitter zu Wort und teilt dort gelegentlich auch private Schnappschüsse. Nach zwei gescheiterten Ehen ist sie 2026 weiterhin mit ihrem langjährigen Partner, dem Psychologen und Autor Dr. Connell Cowan, liiert.


Robert Foxworth, 84 (Chase Gioberti)

LOS ANGELES - OCT 12:  Susan Sullivan, Robert Foxworth arrives  at the "Falcon Crest:  A Look Back" Event at Paley Center for Media  on October 12, 2010 in Los Angeles, CA

Robert Foxworth ist nur noch selten in der Öffentlichkeit zu sehen. Im Jahr 2013 trat er bei einer „Falcon Crest“-Cast-Reunion gemeinsam mit seiner ehemaligen Serienehefrau Susan Sullivan auf. (Archivbild)

Auch Robert Foxworth war bereits in den 1970er-Jahren eine feste Größe im Fernsehen, mit Gastauftritten unter anderem in „Quincy“, „Barnaby Jones“ und „The Mod Squad“. Im Kino spielte er unter anderem in „Verschollen im Bermuda-Dreieck“. Als Chase Gioberti, Angelas Neffe und oft ihr größter Widersacher, prägte er „Falcon Crest“ entscheidend mit. Danach war er in Serien wie „Star Trek: Deep Space Nine“, „Murder, She Wrote“, „Six Feet Under“ und „Law & Order“ zu sehen. In jüngerer Zeit lieh er der Figur Ratchet in den „Transformers“-Filmen seine Stimme.

Seit etwa 2014 ist es ruhiger um ihn geworden; zuletzt widmete er sich vor allem der Theaterarbeit und unterstützte privat Umwelt- und Naturschutzanliegen. Privat lebte Foxworth rund 17 Jahre mit dem „Verliebt in eine Hexe“-Star Elizabeth Montgomery zusammen und heiratete sie 1993, zwei Jahre vor ihrem Tod. Seit August 1998 ist er mit Stacey Thomas verheiratet, es ist seine dritte Ehe. Aus seinen Ehen hat er zwei leibliche Kinder.


William R. Moses, 66 (Cole Gioberti)

William R. Moses, der in „Falcon Crest“ Cole – den Sohn von Chase und Maggie – verkörperte, war später unter anderem in Serienklassikern wie „Fantasy Island“ und „The Love Boat“ zu sehen. Größere Aufmerksamkeit erhielt er 1988 durch die Filmromanze „Mystic Pizza“ an der Seite von Julia Roberts sowie durch mehrere „Perry Mason“-Fernsehfilme.

William R. Moses lächelt.

2019 und 2020 sorgte William R. Moses mit einer Nebenrolle als Special Agent Lanford in der Serie How to Get Away with Murder noch einmal für neue Aufmerksamkeit. (Archivbild)

Danach folgten Auftritte in Serien wie „Melrose Place“, „Mad Men“, „Chicago Med“, „The Good Doctor“, „General Hospital“ und „NCIS“ sowie zuletzt im Weihnachtsfilm „Mystic Christmas“. Außerdem spielte er in zwei Staffeln der Krimiserie „How to Get Away with Murder“ mit. Insgesamt hat Moses inzwischen in mehr als 130 Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt.

Privat war Moses von 1987 bis 1997 mit der Schauspielerin Tracy Nelson („Ein gesegnetes Team“) verheiratet. Aus der Ehe stammt eine Tochter, Remington Elizabeth Moses, geboren 1992, die ebenfalls als Schauspielerin arbeitet. Im Jahr 2000 heiratete Moses seine heutige Ehefrau Sarah Moses.


Jamie Rose, 66 (Vickie Gioberti)

Jamie Rose lächelt in die Kamera.

Jamie Rose ist heute vor allen Dingen hinter der Kamera aktiv. (Archivbild)

Jamie Rose spielte Vickie Gioberti, die sensible Tochter von Chase und Maggie, die immer wieder zwischen Familienloyalität und eigenen Lebensplänen hin‑ und hergerissen war. Ihre Rolle verlieh der Serie eine jugendliche Perspektive und sorgte für einige der emotionaleren Handlungsstränge.

Nach ihrem Ausstieg aus „Falcon Crest“, die Rolle wurde mit Dana Sparks neu besetzt, wirkte Rose in zahlreichen bekannten Serien mit, darunter „Hotel“, „Columbo“, „Mord ist ihr Hobby“, „Criminal Minds“ und „Cold Case“.

Ab 2016 trat sie nicht mehr vor die Kamera, sondern baute sich eine zweite Karriere auf: Heute arbeitet sie als Schauspielcoach und veröffentlichte mehrere Bücher aus dem Bereich Selbsthilfe und Persönlichkeitsentwicklung. Fast zeitgleich meldete sie sich mit einem Hochzeitsfoto auf Instagram: Sie ist mit dem Autor Bruce Wagner verheiratet.


Ana Alicia, 68 (Melissa Agretti)

Ana Alicia spielte die ehrgeizige und oft unterschätzte Melissa Agretti, die mit ihrem starken Willen und ihrem tragischen Lebensweg zu einer der prägendsten Figuren von „Falcon Crest“ wurde. Nach ihrem Ausstieg aus der Serie im Jahr 1988 konzentrierte sich Ana Alicia zunehmend auf Gastauftritte und Fernsehfilme.

Zu ihren späteren Projekten gehörten Auftritte in Serien wie „Renegade“ sowie diverse TV-Movies der frühen 1990er-Jahre. In den folgenden Jahren zog sie sich weitgehend aus der Schauspielwelt zurück und widmete sich ihrer Familie sowie verschiedenen geschäftlichen Projekten abseits von Hollywood. Ihr letztes Serienprojekt datiert aus dem Jahr 2015.

Privat war sie von 1994 bis 2016 mit dem Produzenten Gary R. Benz verheiratet und hat zwei Kinder. Heute ist sie als Präsidentin ihrer Produktionsfirma Quebrada Entertainment tätig, mit der sie gezielt Latino-Projekte und Frauen in der Branche fördert.


Margaret Ladd, 83 (Emma Channing)

Margaret Ladd steht immer noch hin und wieder vor der Kamera und zeigt sich gerne auf dem roten Teppich.

Margaret Ladd steht immer noch hin und wieder vor der Kamera und zeigt sich gerne auf dem roten Teppich. (Archivbild)

Margaret Ladd spielte Angela Channings verletzliche wie emotional instabile Tochter Emma – eine Rolle, für die sie 1986 mit einem Soap Opera Digest Award ausgezeichnet wurde und die bis heute als mit Abstand größte ihrer Karriere gilt. Zuvor war sie unter anderem im Thriller „Die Freunde von Eddie Coyle“ an der Seite von Robert Mitchum zu sehen. Später übernahm sie Gast- und Nebenrollen in Produktionen wie „Mozart in the Jungle“ sowie Woody Allens „Crisis in Six Scenes“.

Nach dem Ende ihrer Serienkarriere zog sich Ladd weitgehend aus dem Schauspielgeschäft zurück, promovierte in Psychologie und arbeitete über Jahre als praktizierende Psychologin. Ab 2015 stand sie erneut vor der Kamera. Für den Kurzfilm „Just in Time“ erhielt sie 2019 auf dem Independent-Festival-Circuit mehrere Schauspielpreise. Zusätzlich engagiert sie sich sozial: Ladd gründete „The Imagination Workshop“, ein kreatives Programm für Veteranen, ältere Menschen und Personen mit psychischen Belastungen.


Abby Dalton † 2020 (Julia Cumson)

Abby Dalton verkörperte Angela Channings impulsive Tochter Julia Cumson – eine der komplexesten Figuren der Serie, deren dramatische Wendungen „Falcon Crest“ nachhaltig prägten. Bereits vor der Serie war Dalton ein bekanntes TV-Gesicht, unter anderem durch Rollen in „Hennesey“ und „The Joey Bishop Show“.

Nach ihrem Ausstieg aus „Falcon Crest“ blieb sie dem Fernsehen treu und trat unter anderem in „Mord ist ihr Hobby“, „Hotel“ sowie in verschiedenen B-Movies auf, ohne noch einmal eine größere Rolle zu übernehmen. Ihre letzten bekannten Auftritte datieren aus den Jahren 2008 und 2013.

Abby Dalton starb am 23. November 2020 im Alter von 88 Jahren an gesundheitlichen Komplikationen nach einem Schlaganfall. Bis zuletzt pflegte sie eine enge Verbindung zu ihrem Seriensohn Lorenzo Lamas, der einige Jahre mit ihrer Tochter Kathleen Kinmont, ebenfalls Schauspielerin, verheiratet war.


Jane Wyman (Angela Channing) † 2007

Hollywood-Legende Jane Wyman und ihr Serienenkel Lorenzo Lamas in „Falcon Crest“.

Hollywood-Legende Jane Wyman und ihr Serienenkel Lorenzo Lamas in „Falcon Crest“. (Archivbild)

Jane Wyman war die unbestrittene Leitfigur von „Falcon Crest“. Als knallharte Angela Channing regierte sie das Weingut mit eiserner Hand – kompromisslos gegenüber Feinden ebenso wie gegenüber der eigenen Familie. Ihre Karriere begann jedoch Jahrzehnte früher: Bereits ab 1932 stand sie regelmäßig vor der Kamera, in den 1940er- und 1950er-Jahren zählte sie zu den großen Hollywoodstars.

Jane Wyman (m) wird für ihre Hauptrolle in „Johnny Belinda“ als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Neben ihr zu sehen sind Ronald Colman (l), Loretta Young (m) sowie Douglas Fairbanks Jr. (r), der den Preis stellvertretend für Laurence Olivier entgegennahm, der für „Hamlet“ geehrt wurde.

Oscar-Verleihung in Los Angeles: Jane Wyman (m) wird für ihre Hauptrolle in „Johnny Belinda“ als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Neben ihr zu sehen sind Ronald Colman (l), Loretta Young (m) sowie Douglas Fairbanks Jr. (r), der den Preis stellvertretend für Laurence Olivier entgegennahm, der für „Hamlet“ geehrt wurde. (Archivbild)

Für ihre eindrucksvolle Darstellung einer taubstummen Frau in „Schweigende Lippen“ erhielt sie 1949 den Oscar als beste Hauptdarstellerin. In den 1960er-Jahren verlagerte sie ihren Schwerpunkt auf das Fernsehen und verabschiedete sich Mitte der 1970er-Jahre scheinbar in den Ruhestand, um sich der Malerei zu widmen.

Doch Hollywood meldete sich zurück: 1981 kehrte sie als Angela Channing in „Falcon Crest“ eindrucksvoll auf den Bildschirm zurück. Nach dem Ende der Serie absolvierte sie noch einen Gastauftritt in „Dr. Quinn, Ärztin aus Leidenschaft“ und zog sich anschließend endgültig aus dem Schauspielgeschäft zurück. Jane Wyman starb am 10. September 2007 im Alter von 90 Jahren eines natürlichen Todes.

Spannend war auch ihr Privatleben: Von 1940 bis 1949 war Jane Wyman mit dem späteren US-Präsidenten Ronald Reagan verheiratet. Aus der Ehe ging die gemeinsame Tochter Maureen hervor. Nach deren Tod im August 2001 im Alter von 60 Jahren nahm Wyman an der Beerdigung teil; ebenfalls anwesend war die ehemalige First Lady Nancy Reagan. Ronald Reagan blieb der Trauerfeier aus gesundheitlichen Gründen fern.