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„Geld ist Macht. Und eine Frau ohne Geld ist machtlos“Janin Ullmann kämpft für finanzielle Gleichberechtigung

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Janin Ullmann setzt sich für finanzielle Gerechtigkeit ein. (Bild: 2025 Getty Images/Thomas Niedermueller)

Janin Ullmann setzt sich für finanzielle Gerechtigkeit ein. (Bild: 2025 Getty Images/Thomas Niedermueller)

Janin Ullmann verdiente bei VIVA einst 2.000 DM weniger als Oliver Pocher - im gleichen Job. In der „NDR Talk Show“ macht sie ihrem Ärger über den Gender-Pay-Gap Luft und hat für Frauen in der Arbeitswelt eine klare Empfehlung.

Noch immer verdienen Frauen für dieselbe Arbeit oft weniger als ihre männlichen Kollegen. Moderatorin und Schauspielerin Janin Ullmann will das ändern. In einem Buch, in ihrem Podcast und in der „NDR Talk Show“ erklärt sie, wie Frauen mehr Geld verdienen können. Dabei kommt sie auch auf ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Gender-Pay-Gap zu sprechen - und ist noch immer ungehalten über die Ungerechtigkeiten zu Beginn ihrer Karriere.

„Wir haben 2.000 DM Unterschied gehabt, bei gleicher Leistung.“

Janin Ullmann war zu Gast in der „NDR Talk Show“. (Bild: NDR)

Janin Ullmann war zu Gast in der „NDR Talk Show“. (Bild: NDR)

„Bundeskanzler Friedrich Merz sagt ja, Finanzbildung gehört ins Elternhaus. Das halte ich für den größten Bulls..t aller Zeiten“, sagt die gebürtige Erfurterin am Freitagabend in der „NDR Talk Show“. Sie hat die Erfahrung gemacht: Nicht alle Eltern haben die nötige Erfahrung, die sie ihren Kindern weitergeben können. „Da sind dann eher die etwas erfahreneren und privilegierten Familien wieder etwas besser.“

Janin Ullmann wächst in Erfurt bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf. Dass sie über ein Einstiegsgehalt überhaupt verhandeln konnte, habe sie nicht gewusst, erklärt sie und zielt auf den Beginn der eigenen Karriere beim Musiksender VIVA ab. „Ich habe für mein Buch ein wenig recherchiert und habe mit meinem ehemaligen Kollegen Oliver Pocher gesprochen und meinte so: 'Sag mal, Oli, was hast denn Du damals eigentlich verdient bei VIVA?'. Und dann meinte er: 'Ich habe damals 5.000 DM verdient im Monat.' Und ich habe 3.000 gekriegt. Wir haben 2.000 DM Unterschied gehabt, bei gleicher Leistung.“

Beide - Ullmann und Pocher - waren damals, zu Beginn der 2000er, gerade 18 Jahre alt. „Ich hatte das Wissen und diese finanzielle Bildung nicht. Ich hatte sie nicht von zu Hause, auch meine Mama hatte die nicht von ihren Eltern bekommen. Das zieht sich ja dann so durch die Generationen.“

„Ich bin total glücklich, dass Frauen immer mehr den Kapitalmarkt erobern“

Janin Ullmann will Frauen nun dabei helfen, fair und gerecht bezahlt zu werden - und sagt dem Gender-Pay-Gap, jener Lohnlücke zwischen Männern und Frauen für die gleiche Arbeitsleistung, den Kampf an. Sie habe herausgefunden: „Frauen verhandeln nicht so gerne wie Männer. Es geht jetzt immer mehr in die Richtung, dass Frauen auch ihr Einstiegsgehalt verhandeln. Aber wenn man das nicht tut und wenn man nicht so selbstbewusst in eine Gehaltsverhandlung reingeht, dann gehört man auch ein bisschen mit dazu, dass dieser Gender-Pay Gap weiter bestehen bleibt. Denn das ist meistens die Basis - und dann wird prozentual meistens auch die Gehaltserhöhung berechnet. Und dann bleibt man immer viel weiter zurück als Männer das teilweise tun, die viel selbstbewusster auftreten.“

In ihrem neuen Buch „Female Finance: Dein Geld, Dein Leben, Deine Regeln“ will sie nun Frauen zeigen, dass es gar nicht schwer ist, mehr Geld zu verdienen. Außerdem trifft sie in ihrem Podcast „Investiert“ Leute, die sich mit Geld auskennen. Meistens sind das Männer. Doch Janin Ullmann hat schon einiges erreicht. Sie ist stolz: „Ich bin total glücklich, dass Frauen immer mehr den Kapitalmarkt erobern und wir auch über viel mehr Finanzvermögen bestimmen, und wir gehen auch anders mit Geld um. Das wird man merken, auch in der nächsten Generation.“ Denn eins hat sie gelernt: „Geld ist Macht. Und eine Frau ohne Geld ist machtlos.“ (tsch)