Abo

Urteil im DrogenprozessKairoer Gericht verhängt Todesstrafe gegen ägyptischen TV-Star

2 min
Screenshot Instagram Sarah Khalifa

Sarah Khalifa ist eine ägyptische TV-Persönlichkeit. 

Ein Gericht in Kairo hat die bekannte ägyptische Fernsehmoderatorin Sarah Khalifa und elf weitere Angeklagte wegen Herstellung und Handels mit synthetischen Drogen zum Tode verurteilt.

Ein Strafgericht in Kairo hat die bekannte ägyptische Fernsehmoderatorin Sarah Khalifa und elf weitere Angeklagte wegen der Bildung einer kriminellen Organisation zum Tode durch den Strang verurteilt. Alleine auf Instagram hat sie mehr als 2,5 Millionen Followerinnen und Follower. 

Die 39-Jährige und die Mitangeklagten wurden für schuldig befunden, Materialien zur Herstellung synthetischer Betäubungsmittel importiert und die Drogen mit dem Ziel des Handels produziert und in Verkehr gebracht zu haben. Zudem wurde ihnen der Besitz unerlaubter Schusswaffen und Munition zur Last gelegt.

Ägypten: Todesstrafe für TV-Star Sarah Khalifa

Sarah Khalifa wurde vor allem durch ihre Sendung „Mission Impossible“ bekannt, in der sie sich mit Sicherheits- und Kriminalthemen befasste. Daneben betrieb sie eine Schönheitsklinik und eine Event-Produktionsfirma.

Laut staatlichen Medien beschlagnahmten die Behörden mehr als 750 Kilogramm Betäubungsmittel und Rohstoffe sowie zwei Wohnungen, die als Labore dienten. Insgesamt waren 28 Personen in das Verfahren involviert, von denen neun zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt und sieben freigesprochen wurden.

Das Todesurteil erging, nachdem das Gericht die religiöse Stellungnahme des Großmuftis eingeholt hatte, wie es in Kapitalverfahren in Ägypten vorgeschrieben ist. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann angefochten werden. Khalifa hat die Vorwürfe stets bestritten.

In einem separaten Verfahren wurde sie von demselben Gericht zudem zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Entführung und Körperverletzung verurteilt. Ägypten wendet die Todesstrafe unter anderem bei schweren Drogendelikten an. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die hohe Zahl der Todesurteile im Land. (mbr)